Obi Worldphone: Ex-Apple-CEO bringt Android-Smartphones heraus

Das Obi Worldphone SF1 bietet ein 5-Zoll-Full-HD-Display, maximal 3 GByte RAM und 32 GByte Speicher, eine 13-Megapixel-Kamera, LTE und Android 5.0 Lollipop als OS. Das günstigere Modell SJ1.5 kommt mit einer HD-Auflösung, 16 GByte Speicher und einer 8 Megapixel-Kamera.

Das von dem Ex-Apple-CEO John Sculley gegründete Start-Up Obi Worldphone hat seine ersten zwei Android-Smartphones angekündigt. Entwickelt wurden sie zusammen mit Robert Brunner, dem Gründer der Designfirma Ammunition, die bis zum Kauf von Beats durch Apple für das Design der Beats-Kopfhörer zuständig war.

(Bild: Obi)

Das Obi Worldphone SF1 kostet 199 respektive 249 Dollar (Bild: Obi)

Bei den Geräten handelt es sich um das Obi Worldphone SF1 und das SJ1.5. Das teurere und besser ausgestattete SF1 ist mit einem 5 Zoll großen Full-HD-IPS-Display von JDI mit 1920 mal 1080 Pixel ausgestattet. Die Pixeldichte entspricht 443 ppi. Für Schutz vor Kratzern & Co. sorgt Cornings neueste Gorilla-Glas-Version 4.0. Zudem soll eine Beschichtung Fingerabdrücke minimieren. Angetrieben wird das Smartphone von Qualcomms Snapdragon-615-CPU, die 64-Bit-Support und acht Kerne mit 1,5 GHz Takt bietet. Die Grafik übernimmt eine Adreno-405-GPU.

Das Obi Worldphone SF1 gibt es in zwei Varianten mit 2 GByte RAM und 16 GByte internem Speicher sowie mit 3 GByte Arbeitsspeicher und 32 GByte Flash-Storage. Bei beiden Modellen dient ein microSD-Kartenslot noch zur Erweiterung der Kapazität um bis zu 64 GByte. Die Stromversorgung übernimmt ein 3000-mAh-Akku. Dieser soll für eine Standbyzeit von bis zu 20 Tagen reichen. Die Gesprächszeit im 3G-Netz gibt Obi mit 23 Stunden an. Videos lassen sich für 10 Stunden am Stück, Musik für 60 (über Lautsprecher) respektive 100 Stunden (über Kopfhörer) abspielen. Geladen wird der festverbaute Akku via microUSB. Ein Aufladen per Induktion ist nicht möglich. Dafür ist Quick Charge in der älteren Version 1.0 an Bord.

Fotos und Videos sind mittels einer rückseitigen 13-Megapixel-Kamera möglich. Obi verwendet den IMX214-Exmor-Sensor von Sony und eine f2.0-Blende. Ein LED-Blitz und ein Autofokus sind vorhanden. Die Front-Cam für Selfies und Videotelefonie löst mit 5 Megapixel auf. Besondere Software-Features sind UbiFocus zum nachträglichen Verändern des Fokuspunktes sowie OptiZoom, ein digitaler Zoom, der dank Optimierungen annähernd so gut funktionieren soll wie ein optischer Zoom. Für Nachtaufnahmen gibt es noch den sogenannten ChromFlash, der für ausbalancierte Farben zwei Fotos – mit und ohne Blitz – zu einem Bild kombiniert.

Der Lautsprecher sitzt an der unteren Kante des Smartphones. Für die Soundausgabe unterstützt das SF1 Dolby Surround 7.1. Zur Kommunikation mit der Außerwelt sind LTE, UMTS, WLAN 802.11 a/b/g/n, Dual-Band-WiFi, WiFi Direct, Bluetooth 4.0, A-GPS, Glonass und microUSB 2.0 integriert. Das Obi Worldphone SF1 bietet zudem Dual-SIM. Ein Slot kann eine Nano-, der andere ein microSIM-Karte aufnehmen.

Als Betriebssystem kommt Android 5.0.2 Lollipop zum Einsatz. Die Oberfläche wurde von Obi angepasst. Es ist ein eigener Launcher namens Lifespeed vorinstalliert.

(Bild: Obi)

Obi installiert eine eigene Oberfläche namens Lifespeed vor (Bild: Obi)

Das Smartphone misst 146 mal 74 mal 7,8 beziehungsweise 8 Millimeter und wiegt 147 Gramm. Das Unibody-Gehäuse hat metallische Akzente, ist ansonsten aber aus Kunststoff gefertigt. Obi hebt zudem das Floating-Glass-Design hervor.

Das Obi Worldphone SJ1.5 verfügt über ein 5-Zoll-Display mit 1.280 mal 720 Pixel (294 ppi) und Gorilla Glas 3. Für Power sorgt der MediaTek-Chip MT6580 mit 1,3 GHz Takt. An RAM und internem Speicher sind 2 respektive 16 GByte integriert. Der microSD-Kartenslot fasst Speicherkarten mit maximal 32 GByte. Der Akku bietet wie beim SF1 eine Kapazität von 3000 mAh. Angaben zur Laufzeit macht der Hersteller hier nicht.

(Bild: Obi)

Das Obi Worldphone Sj1.5 wir für 129 Dollar erhältlich sein (Bild: Obi)

Die rückseitige Kamera löst mit 8 Megapixel auf und verfügt über eine f2.2-Blende, einen Autofokus und einen LED-Blitz. Die Front-Cam bietet ebenfalls 5 Megapixel. Eine mobile Verbindung zum Internet ist bei dem günstigeren Modell nur via UMTS möglich. WLAN wird nach 802.11 b/g/n unterstützt. Dual-Band-Wifi gibt es nicht. Dafür aber WiFi Direct, Bluetooth 4.0, microUSB 2.0 und A-GPS.

Das Betriebssystem basiert hier laut Datenblatt bereits auf Android 5.1 Lollipop. Gut vorstellbar, dass bei dem teureren Modell ebenfalls Android 5.1 gemeint war. Die Lifespeed-Oberfläche ersetzt auch hier wieder das Standard-Android-Interface. Das Polycarbonatgehäuse des SJ1.5, das mit einer Magnesiumlegierung verstärkt wurde, misst 146 mal 73 mal 7,95 Millimeter und wiegt 131 Gramm.

Das SF1 wird für 199 beziehungsweise 249 Dollar in den Handel kommen. Das SJ1.5 kostet 129 Dollar. Ab Oktober sollen sie online und in einigen Regionen auch in Ladengeschäften erhältlich sein. Anfangs wird Obi die Geräte in Indien, der Türkei, Thailand, Südafrika und einigen weiteren aufstrebenden Ländern verkaufen. Berichten zufolge werden sie auch in den USA ab Oktober erhältlich sein. Weitere Ländern sollen folgen. Konkrete Informationen zu einem deutschen Marktstart gibt es bislang nicht.

John Sculley war übrigens von 1983 bis 1993 Präsident und CEO von Apple – also lange vor der Smartphone-Ära. Er sorgte für eine Vervielfachung des Umsatzes, verdrängte Steve Jobs und scheiterte schließlich, weil er sich verzettelte. Jetzt tritt er als Hintermann des Start-ups Obi Worldphone mit seinen ehemaligen Arbeitgeber in Konkurrenz. Einen iPhone-Killer hat John Sculley mit seinem Start-up natürlich nicht herausgebracht. Ein günstiges Smartphone mit guter technischer Ausstattung ist es aber doch geworden, was der inzwischen 76-Jährige vorgelegt hat. Da auf zugekaufte Hardware zurückgegriffen wird, ist das wsentliche Unterscheidungsmerkmal die eigene, auf Android 5.0 aufsetzende Oberfläche namens Lifespeed. Was die taugt, wird sich aber erst zeigen, wenn Testgeräte verfügbar sind und erste Erfahrungsberichte von Nutzern vorliegen.

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Autor: Christian Schartel
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