Acers erstes Gaming-Tablet Predator 8 auf der IFA ausprobiert

Das Acer Predator 8 verfügt über ein 8-Zoll-Full-HD-Display, eine Intel-x7-CPU, 2 GByte RAM, 64 GByte Speicher, vier Lautsprecher, Vibrationsfeedback, LTE und Android 5.1 als OS. Es erscheint im Oktober für 349 Euro.

Acer hat mit dem Predator 8 sein erstes Gaming-Tablet auf der IFA in Berlin präsentiert. Das erstmals im April angekündigte und auf der Computex 2015 im Juni vorgeführte Android-Tablet ist mit einem 8-Zoll-Display, einer Intel-Cherry-Trail-CPU, vier Lautsprechern samt Dolby-Audio-Support sowie einigen weiteren speziell fürs Gaming ausgelegten Features ausgestattet. Das Gerät wird in Deutschland ab Oktober zu einer UVP von 349 Euro zum Verkauf stehen. Unsere Schwesterseite Übergizmo.de konnte sich am Messestand von Acer einen ersten Eindruck von dem Predator 8 verschaffen.

(Bild: Übergizmo.de)

Das Acer Predator kostet 349 Euro (Bild: Übergizmo.de)

Das Acer Predator 8 kommt mit einem 8-Zoll-IPS-Display mit einer Full-HD-Auflösung von 1920 mal 1200 Pixel. Geschützt ist die Anzeige von Gorilla Glas 3. Die Pixeldichte beträgt 283 ppi. Dies ist ein guter Kompromiss, denn QHD dürfte das Tablet nur ausbremsen. Acers ColorBlast-Technologie soll für besonders tolle Farben sorgen, was aber beim ersten Eindruck nicht sonderlich aufgefallen ist.

Ein Gaming-Tablet sollte natürlich besonders viel Leistung bieten, sodass auch die grafisch aufwendigsten Spiele flüssig auf dem Gerät laufen. Acer setzt dafür auf Intels Atom-x7-z8700-Prozessor der Cherry-Trail-Generation. Dieser basiert auf der 64-Architektur, hat einen 2-MByte-Cache sowie einen Basistakt von 1,6 GHz. Im Burstmode sind maximal 2,4 GHz möglich. Die Grafik übernimmt Intels-HD-Graphics mit bis zu 600 MHz. An RAM werden vermutlich 2 GByte integriert sein.

(Bild: Übergizmo.de)

Das Tablet ist mit Intels x7-CPU ausgestattet (Bild: Übergizmo.de)

Der Intel-x7-Prozessor kommt beispielsweise auch im Microsoft Surface 3 zum Einsatz, das ein gutes Stück schlechter im Geekbench 3 abschneidet als das iPad Air 2. Die Perfomance des auf der IFA ausgestellten Predator-Modells konnte leider auch nicht voll überzeugen. Asphalt 8, das dank einer exklusiven Kooperation mit Gameloft auf dem Predator 8 vorinstalliert ist, lief nicht ganz flüssig. Da hilft es auch nicht, dass man 320,000 Game Credits für das Spiel im Wert von etwa 45 Euro gratis erhält.

Allerdings könnte es sich bei dem Ausstellungsgerät auch noch um ein Vorserienmodell handeln, das noch ein paar Software-Optimierungen benötigt. Zudem läuft das Gerät auf Messe durchgehend und wird ständig von neuen Besuchern ausprobiert, sodass die Performance durch den Dauereinsatz ebenfalls leidet. Dies ist bei allen Prozessoren der Fall. Um zu verhindern, dass Geräte heiß werden, befinden sich in den Prozessoren eine Regelung, die die Betriebsspannung und die Taktfrequenz dementsprechend anpasst. Das Ausmaß der Drosselung hat natürlich Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit. Dies ließ auch das deutlich erwärmte Gehäuse des Predator 8 vermuten. Im Grunde sollte das Tablet aber auch dann noch ausreichend Leistung bieten, wenn man einmal mehrere Stunden am Stück zocken will. Hoffentlich bessert Acer hier noch nach.

Genug Platz für Spiele, Videos und Musik bietet das Predator 8 mit einem internen Speicher von 64 GByte jedenfalls. Zudem kann die Kapazität dank eines microSD-Kartenslots um bis zu 128 GByte erweitert werden. Zur Akkulaufzeit können wir euch leider noch nichts sagen. Der Akku hat aber eine Kapazität von 3090 mAh, was nun nicht gerade ein Spitzenwert ist. Das Huawei MediaPad M2, das ebenfalls mit einer 8-Zoll-Diagonale und einer Auflösung von 1.920 mal 1.200 Pixel kommt, bietet 4800 mAh.

Acer will sich mit verschiedenen Extra-Features und besonders für Gamer ausgelegten Technologien von „normalen“ Multimedia-Tablets absetzen. Der Touchscreen ist laut Acer besonders präzise. Dafür soll die Predator-Precision-Plus-Technologie sorgen, indem kleinere Sensoren dichter nebeneinander platziert wurden, als bei herkömmlichen Tablets. Das soll die Trefferquote erhöhen. Zudem hat Acer haptisches Feedback integriert, das sich beim Spielen durch Vibrationen bemerkbar macht. Die Predator-TacSense2-Technik wird aber vermutlich nicht von allen Games unterstützt. Kompatibel ist beispielsweise Asphalt 8.

(Bild: Übergizmo.de)

Vier Lautsprecher sorgen für einen virtuellen Surroundsound (Bild: Übergizmo.de)

Eine weitere Besonderheit des Gaming-Tablets sind laut Acer die vier an jeder Ecke verbauten Front-Lautsprecher. Sie liefern dank Dolby-Audio-Support einen virtuellen Surround-Sound, was es bei kaum einem anderen Tablet gibt. Starke Bässe sind zwar nicht zu erwarten, dennoch konnte der Sound überzeugen. Verschiedene Einstellungen helfen noch dabei die Tonwiedergabe für die verschiedenen Anwendungen wie Spiele oder Filme anzupassen.

Weitere Features sind die Möglichkeit, das Tablet mit einem Stift zu bedienen – auch mit einem Bleistift soll das funktionieren. Für eine schnelle Internetverbindung, fehlt leider der aktuellste WLAN-Standard 802.11 ac. An Bord sind nur a/b/g/n. Immerhin gibt es die 2×2- MIMO-Antennentechnik und für unterwegs LTE. Außerdem sind Bluetooth 4.1, GPS, Glonass und zur Übertragung des Bildschirminhaltes Miracast an Bord. Als OS kommt Android 5.1 Lollipop zum Einsatz.

(Bild: Übergizmo.de)

Die Kamera löst mit 5 Megapixel auf (Bild: Übergizmo.de)

Laut Hersteller hebt auch das schlanke Tablet in gebürsteter Aluminiumoptik „Spielen unterwegs“ auf ein neues Level. Dafür soll unter anderem das Design sorgen, das mit Metall- und roten Farbelementen ganz im Stil der Predator-Notebooks gehalten ist. Acer hat die Rückseite stellenweise mit Textilstrukturen versehen, die für einen besseren Halt sorgen sollen. Die Haptik konnte allerdings nicht überzeugen. Die vier an den Ecken platzierten Lautsprecher sehen zwar ziemlich cool aus und liefern einen guten Sound, machen sich beim Halten des Tablets aber unangenehm bemerkbar und drücken in die Hand. Auch das Gehäuse ist mit 8,7 Millimetern nicht so dünn, wie es Acer dem Kunden verkaufen will. Da haben gibt es wesentlich dünnere Kandidaten am Markt wie das Galaxy Tab S2 mit 5,6 Millimetern. Mit einem Gewicht von 350 Gramm ist das Tablet aber nicht allzu schwer und zumindest in dieser Hinsicht gut für unterwegs geeignet.

Ob das Predator 8 dem guten Ruf der Predator-Notebooks folgen kann, wird sich final aber wohl erst in ausführlicheren Test zeigen. Für unseren Geschmack muss hier Acer vor allem in Sachen Performance noch eine Schippe drauflegen.

[Mit Material von Übergizmo.de]

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Autor: Christian Schartel
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