Apple iPad Pro mit 12,9 Zoll, A9X-CPU und Apple Pencil vorgestellt

Das Retina-Display des Apple iPad Pro löst höher auf als bei allen bisherigen iOS-Geräten. Die neue A9X-CPU bietet die doppelte Grafikleistung des iPad Air 2. Der Apple Pencil macht Multi-Touch noch vielseitiger als jemals zuvor.

Neben dem neuen iPhone 6S und 6S Plus hat Apple am gestrigen Abend auch das iPad Pro vorgestellt. Es wird in den vom iPhone bekannten Farben Silber, Gold und Spacegrau mit 32 oder 128 GByte internem Speicher erscheinen. Das günstigere Modell des Tablets kostet 799 Dollar. Die Version mit größerem Speicher wird für 949 Dollar zum Verkauf stehen. Das Top-Modell enthält zusätzlich ein LTE-Modul und wird für 1079 Dollar erhältlich sein. Der Apple Pencil kostet außerdem 99 Dollar extra, das Smart Keyboard 169 Dollar. Das iPad Pro lässt sich ab Oktober vorbestellen. Im November wird es herauskommen.

(Foto: CNET.com)

Strahlend stellt Apple-CEO Tim Cook das neue iPad Pro vor (Foto: CNET.com)

Das iPad Pro kommt wie erwartet mit einem 12,9 Zoll großen IPS-LC-Display. Apple-CEO Tim Cook preiste es auf der gestrigen Keynote als die größte Tablet-Neuheit seit dem iPad an. Das Retina-Display verfügt über eine Auflösung von 2732 mal 2048 Pixel und kommt damit auf eine Pixeldichte von 264 ppi. Es ist die höchste Auflösung aller bisherigen iOS-Geräte. Dank der großen Diagonale sollen sich auch Apps nebeneinander bequem betrachten lassen.

(Foto: CNET.com)

Es kommt im Vergleich zum iPad Air mit einem größeren und höher auflösenden Retina-Display (Foto: CNET.com)

Für mehr Geschwindigkeit sorgt laut Apple der neue Prozessor A9X. Der Hersteller gibt für ihn eine bis zu 1,8-fache CPU-Performance sowie die doppelte Grafikleistung des iPad Air 2 an. Durch die 64-Bit-Desktoparchitektur soll das Tablet stark genug für Aufgaben sein, für die früher eine Workstation oder ein PC benötigt wurden. Laut Apple ist es schneller als 80 Prozent der in den letzten 12 Monaten weltweit ausgelieferten Notebooks und für komplexe Aufgaben wie die Erstellung von 3D-Designs oder das Schneiden von mehreren 4K-Videostreams geeignet. Dafür sorgt auch ein überarbeiteter Speichercontroller. Über den Arbeitsspeicher sind bislang keine offiziellen Angaben von Apple verfügbar. Adobe hat in einem Blogpost jedoch verraten, dass das iPad Pro mit 4 GByte RAM kommt.

(Foto: CNET.com)

Das iPad Pro ist schneller als alle bisherigen iPads (Foto: CNET.com)

Auch für Spiele und die Wiedergabe von Filmen reicht die Leistung locker aus.

(Foto: CNET.com)

Das Tablet soll auch besonders gut für Spiele geeignet sein. Es bietet die doppelte Grafikleistung des iPad Air 2 (Foto: CNET.com)

Während der Keynote demonstrierte Apple eine aufwendige 3D-Anwendung für medizinische Zwecke.

(Foto: CNET.com)

Aufwendiges 3D-Rendering ist für das Apple-Tablet kein Problem (Foto: CNET.com)

Der Akku hat laut den technischen Daten eine Kapazität von 38,5 Wattstunden. Dieser soll das iPad Pro beim Surfen im Web via WLAN sowie bei der Video- oder Musikwiedergabe für bis zu 10 Stunden mit Strom versorgen. Für die LTE-Version gibt Apple bis zu 9 Stunden beim Surfen über die Mobilfunkverbindung an. Aufladen lässt sich das Tablet über das Netzteil, aber auch einen USB-Anschluss am Computer.

Für Fotos und Videos bringt das iPad Pro eine rückseitige 8-Megapixel-Kamera mit Autofokus, rückwärtiger Beleuchtung, Hybrid-IR-Filter und einer f2.4-Blende mit. Das Objektiv besteht aus fünf Elementen. Videos können in Full-HD mit 1080p bei 30 Bildern pro Sekunde aufgenommen werden. Zeitlupevideos lassen sich mit 120 fps aufzeichnen. Außerdem gibt es noch eine Zeitrafferfunktion sowie eine Videobildstabilisierung. Diese dürfte aber digital und nicht optisch sein. Die FaceTime-Cam für Videochats löst beim iPad Pro leider nur mit 1,2 Megapixel auf und nimmt Videos in HD auf. Für Videokonferenzen im Business-Bereich, für den das iPad Pro unter anderem ausgelegt ist, hätte man sich auch eine etwas bessere Front-Kamera wünschen können. Für Anrufe, Video- und Audioaufnahmen sind zwei Mikrofone verbaut.

(Foto: CNET.com)

Vier Lautsprecher sorgen für einen dreimal lauteren Sound als beim iPad Air (Foto: CNET.com)

Für die Soundausgabe sind vier Lautsprecher vorhanden, die dreimal lauter sein sollen als die des iPad Air. Zudem richtet das System den Sound automatisch passend zur Position aus, in der das Tablet gehalten wird.

Für die Kommunikation stehen Dual-Band-WiFi nach den Standard 802.11 a/​b/​g/​n und ​ac, HT80 mit MIMO sowie Bluetooth 4.2 zur Verfügung. Bei der Mobilfunk-Version gibt es noch LTE und UMTS mit HSPA+. Die Apple-SIM soll ebenfalls mit dem iPad Pro nutzbar sein, sei aber separat erhältlich. Zur Ortung sind GPS und Glonass an Bord. An Sensoren verbaut Apple seinen Fingerabdruckscanner Touch ID. Die verbesserte Version, die beim neuen iPhones 6S zum Einsatz kommt, scheint in das iPad Pro aber noch nicht integriert zu sein. Weiterhin sind ein 3-Achsen Gyrosensor, ein Beschleunigungssensor, ein Barometer und ein Umgebungslichtsensor verbaut. Einen USB-Typ-C-Port gibt es übrigens nicht.

(Screenshot: CNET.de)

Die Anschlüsse des iPad Pro im Überblick (Screenshot: CNET.de)

Das Gehäuse des iPad Pro ist wie üblich aus Aluminium. Es ist nicht ganz so dünn wie beim iPad Air 2, mit 6,9 Millimeter dennoch sehr schlank. Die weiteren Maße betragen 305,7 mal 220,6 Millimeter. Das Gewicht der WiFi-Version beträgt rund 713, das der LTE-Version 723 Gramm. Damit ist es dünner und leichter als das Surface Pro 3, das auf 9,1 Millimeter und ein Gewicht von 800 Gramm kommt.

(Screenshot: CNET.de)

Das iPad Pro bietet neue Multitasking-Funktionen (Screenshot: CNET.de)

Das neue Apple-Tablet läuft natürlich mit dem neuen iOS 9. Es ermöglicht auf dem Tablet ein verbessertes Multitasking mit Split View, Slide Over sowie Bild-in-Bild. Als Zubehör ist mit dem Apple Pencil ein Bedienstift erhältlich, der Multi-Touch noch vielseitiger machen soll.

(Foto: CNET.com)

Als Zubehör gibt es den Apple Pencil (Foto: CNET.com)

Der speziell für das neue iPad entwickelte Stift ist drucksensitiv. Ein Sensor des Display registriert zudem die Position und Neigung des Stifts sowie die vom Nutzer ausgeübte Kraft. Per Druck lässt sich beispielsweise die Dicke eines Strichs anpassen, was für Grafikbearbeitung nützlich ist. Außerdem können mit der Spitze auch schattige Striche entstehen, was auch detaillierte Zeichnungen begünstigen soll. Der Stift kommt mit einer eigenen Batterie und lässt sich über den Lightning-Anschluss am Tablet laden.

(Foto: CNET.com)

Der Stift ist drucksensitiv (Foto: CNET.com)

Apple hat mit YouMake eine neue für das iPad Pro entwickelte Anwendung vorgestellt, die all diese Features unterstützt.

(Foto: CNET.com)

Apple YouMake ist für den Pencil konzipiert (Foto: CNET.com)

Dritt-Anbieter müssen ihre Anwendungen allerdings erst um Support für den Apple Pencil erweitern. Apple hat aber natürlich bereits mit einigen großen Entwicklern von Apps kooperiert. Während der Präsentation in San Francisco stellte Kirk Koenigsbauer, der Chef von Microsofts Office-Sparte, den praktischen Nutzen des Stifts bei der Bearbeitung von Dokumenten heraus und lobte die für Apple ungewöhnliche Neuerung.

(Foto: CNET.com)

Microsoft Office für das iPad Pro unterstützt den Apple Pencil (Foto: CNET.com)

„Ebenso wie Word und Excel bietet PowerPoint eine erstklassige Unterstützung für den Apple Pencil“, sagte er und demonstrierte Office-Anwendungen auf dem iPad Pro. Besonders für Markierungen, Anmerkungen oder das Bearbeiten von Dokumenten ist der Stift praktisch. Außerdem hat Adobe Photoshop für das iPad Pro vorgestellt.

(Foto: CNET.com)

Auch Adobe Photoshop gibt es für das iPad Pro und seinen Stift (Foto: CNET.com)

Als weiteres Zubehör bietet der iPhone-Hersteller neben dem Bedienstift das Smart Keyboard an – eine Schutzhülle, in der eine vollformatige Tastatur integriert ist. Sie sieht dem Keyboard des Surface Pro 3 ähnlich und funktioniert auch in ähnlicher Weise. Sie ist ebenfalls magnetisch und wird über den Smart Connector mit dem iPad verbunden, der auch Strom und Daten transferieren kann.

(Foto: CNET.com)

Die Stift wird am Tablet geladen (Foto: CNET.com)

Im Auftritt Koenigsbauers lag eine gewisse Ironie, da Apple sein 12,9-Zoll-Tablet ganz offensichtlich gegen Microsofts Surface Pro positioniert und diesem in wesentlichen Punkten ähnlich ist. Um in Unternehmen Fuß zu fassen, arbeitet Apple bereits mit IBM, Cisco und anderen Firmen zusammen, die im Enterprise-Umfeld besonders erfolgreich sind. Schon im vergangenen Jahr tat sich Apple mit IBM zusammen, um Enterprise-Anwendungen für iOS zu entwickeln und so verstärkt Geschäftskunden anzusprechen. Mit Cisco ging es eine strategische Partnerschaft ein, um iPhone und iPads stärker ins Unternehmensumfeld zu integrieren. Durch diese Kooperation will Apple vor allem das iPad verstärkt in Unternehmen bringen, das in den vergangenen sechs Quartalen mit rückläufigen Verkäufen zu kämpfen hatte.

(Foto: CNET.com)

Tastatur und Stif im Überblick (Foto: CNET.com)

Der iPhone-Hersteller hofft aber sicher ebenfalls darauf, dass das iPad Pro auch Verbraucher anspricht als leichtgewichtige und unkomplizierte Alternative zu Notebooks. In jedem Fall ist das neue Tablet von großer strategischer Bedeutung für Apple, dessen Umsätze noch immer ganz überwiegend vom iPhone abhängen.

(Foto: CNET.com)

Die Specs des iPad Pro zusammengefasst (Foto: CNET.com)

Unsere US-Kollegen von CNET.com haben sich in San Francisco bereits einen ersten Eindruck von dem neuen Apple iPad Pro verschaffen können:

[Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de & Xiomara Blanco CNET.com]

Autor: Christian Schartel
Christian Schartel Christian Schartel Christian Schartel

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Apple iPad Pro mit 12,9 Zoll, A9X-CPU und Apple Pencil vorgestellt

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *