Google führt Entwicklung seiner Computerbrille Glass im Project Aura weiter

Aura soll sich auf die Wiederbelebung von Google Glass konzentrieren und die Entwicklung weiterer Wearables beschleunigen. Das Projekt soll weiterhin innerhalb von Google verbleiben.

Wie mehrere US-Medien berichten, führt Google führt die Entwicklung seiner Computerbrille Glass im neuen Project Aura weiter. Das Projekt soll laut Business Insider im Juni an den Start gegangen sein und sich auf die Wiederbelebung von Google Glass konzentrieren, aber auch die Entwicklung ähnlicher Wearables beschleunigen. Virtual Reality könnte ein weiterer Schwerpunkt werden.

Google Glass in Weiß (Bild: CNET

Google Glass in Weiß (Bild: CNET

Das Aura-Team hat außerdem frühere Ingenieure, Softwareentwickler und Projektmanager von Amazons Entwicklungsabteilung Lab126 eingestellt, wie aus LinkedIn-Profilen zu ersehen. Es nutzte seine Chance, als Amazons Lab126 im August erstmals in seiner elfjährigen Geschichte Mitarbeiter der Produktentwicklung entließ. Darüber hinaus soll sich eine eigene Anwerberin darum kümmern, weitere Experten für die Aura-Mitarbeit zu gewinnen.

Project Aura steht in keinem Zusammenhang mit Googles modularem Smartphone Project Ara. Es soll aber weiterhin innerhalb von Google verbleiben und kein eigenständiges Unternehmen der neuen Holding-Gesellschaft Alphabet werden. Es soll vielmehr eigenständig bleiben unter der Führung der Marketing- und Design-Spezialistin Ivy Ross, die schon seit Mai 2014 Googles Glass-Abteilung leitet. Sie wird jedoch weiterhin an Tony Fadell berichten, den Chef von Googles Smart-Home-Tochter Nest. Denkbar ist daher, dass Aura zu einem späteren Zeitpunkt Nest zugeschlagen wird, das als Alphabet-Unternehmen vorgesehen ist.

Google hatte die in den USA allgemein verfügbare Explorer Edition im Januar 2015 vom Markt genommen. Obwohl gesagt wurde, es werde irgendwann einen Nachfolger für den breiteren Verbrauchermarkt geben, schien das Unternehmen damit einzugestehen, dass die damalige US-weite Einführung übereilt war. Tatsächlich sorgte Glass von Anfang an für heftige Reaktionen. Insbesondere die integrierte, nach vorn gerichtete Kamera gab offenbar vielen Menschen das Gefühl konstanter Überwachung. Google-Chairman Eric Schmidt beteuerte jedoch, es handle sich nicht um eine endgültige Einstellung – Google Glass werde vielmehr „für die User vorbereitet“.

Als ein Ableger der Datenbrille wurde seither die Google Glass Enterprise Edition als robuste Ausführung für den Arbeitsplatz entwickelt. Diese Variante soll nicht in den Einzelverkauf kommen, sondern ausschließlich über ausgewählte Partner im Programm „Glass for Work“ vertrieben werden. Anders als bei der eingestellten Explorer Edition ist kein Verkauf an Verbraucher und das entsprechende Marketing gedacht. Laut Wall Street Journal ist Google bereits ohne großes Aufsehen dabei, die Enterprise Edition etwa im Gesundheitswesen, in der verarbeitenden Industrie sowie im Energiesektor zu vertreiben.

[Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
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