Kostenloses Update auf Mac OS X 10.11 El Capitan erhältlich

Apple Mac OS X 10.11 El Capitan bringt unter anderem Verbesserungen für die Spotlight-Suche und Missons Control. Es nutzt jetzt „San Francisco“ als Systemschrift und schließt auch 100 Sicherheitslücken. Das Update ist kostenlos.

Mac OS X 10.11 El Capitan steht ab sofort als kostenloses Update im Mac App Store zur Verfügung. Kompatibel ist die neue Version von Apples Desktop-Betriebssystems laut Herstellerangaben zu allen Mac-Rechnern von 2009 und später. Auch einige Modelle aus 2007 und 2008 werden noch unterstützt. OS X 10.11 enthält zahlreiche Neuerungen und fundamentale Verbesserungen.

OS X El Capitan (Bild: Apple)

Ab sofort steht Mac OS X 10.11 El Capitan als kostenloses Update zur Verfügung (Bild: Apple)

Beispielsweise ist die Spotlight-Suche in El Capitan laut Apple „noch intelligenter“. Sie lässt sich unter anderem dazu verwenden, um Aktienkurse, Wettervorhersagen, Sportergebnisse, Spielpläne, Tabellen und Informationen zu einzelnen Sportlern abzurufen. Zudem können bestimmte Inhalte durch Eintippen natürlicher Fragen wie „E-Mail von Harrison im April“ gesucht werden. Darüber hinaus ist das Spotlight-Suchfenster in der Größe veränderbar und nun auch frei positionierbar. Damit lässt es sich auch wieder dort platzieren, wo es schon vor OS X 10.10 Yosemite zu finden war, nämlich ergonomischer direkt unter dem Suchsymbol – und nicht in der Mitte des Bildschirms.

Das verbesserte Mission Control soll es grundsätzlich vereinfachen, alles anzusehen und zu sortieren, was auf einem Mac geöffnet ist. Das neue Split-View-Feature erlaubt es, zwei geöffnete Anwendungsfenster automatisch Seite an Seite anzuzeigen, um mit beiden Apps ohne Ablenkung arbeiten zu können. Allerdings funktioniert das einfache Anordnen von zwei Applikationen nebeneinander nur in der Vollbildansicht, und die Bedienung bleibt doch relativ umständlich. Wer wie unter Windows einfach auf dem Desktop zwei Programme nebeneinander ausführen möchte, sollte vielleicht BetterTouchTool installieren, das diese Funktion auch unter OS X 10.11 El Capitan bereitstellt.

Zu den optischen Neuerungen gehört zum Beispiel die leichter lesbare Systemschrift „San Francisco“. In der Vorgängerversion 10.10 Yosemite hatte Apple auf den Font Helvetica Neue gesetzt, der jedoch nur bei Retina-Bildschirmen für optimale Lesbarkeit sorgte. Die Besitzer von weniger hoch auflösenden Desktops sahen diese Schrift kritisch, da sie gedrängt, unsauber und weniger gut lesbar erschien.

In OS X integriert wurde außerdem die ursprünglich für iPhone und iPad entwickelte Grafiktechnologie Metal. Sie beschleunigt das Rendering auf Systemebene laut Hersteller um bis zu 50 Prozent und steigert die Effizienz um bis zu 40 Prozent. Das soll für eine höhere Grafikleistung bei alltäglichen Anwendungen sorgen. Metal reize CPU sowie GPU voll aus und sorge für eine wesentlich flüssigere Erfahrung in Spielen wie in professionellen Anwendungen.

EL Capitan enthält auch Fixes für 100 Sicherheitslücken. Sie stecken laut Apple in Mac OS X 10.6.8 Snow Leopard und später. Die Anfälligkeiten können benutzt werden, um sensible Daten auszuspähen oder gar Schadcode einzuschleusen und mit Systemrechten auszuführen. Einer Sicherheitswarnung zufolge stecken die Schwachstellen unter anderem in Komponenten wie Adressbuch, Apple Online Store Kit, CoreText, DevTools, Finder, Kernel, Mail, Notes, Terminal und Time Machine. Angreifer erhalten darüber unter Umständen Zugriffe auf Inhalte der Passwortverwaltung Keychain. Es kann aber auch vorkommen, dass OS X Dateien nicht sicher aus dem Papierkorb löscht oder eine schädliche App verhindert, dass das System startet.

TCP-Verbindungen sind aufgrund einer Kernel-Lücke anfällig für Denial-of-Service-Angriffe. Ein anderer Kernelfehler erlaubt es, das IPv6-Routing zu deaktivieren. Ein Hacker benötigt dafür allerdings einen Zugang zum lokalen Netzwerk. Apples E-Mail-Anwendung sowie die Notizen App geben möglicherweise private Informationen preis.

Darüber hinaus hat Apple auch zahlreiche Anwendungen von Drittanbietern aktualisiert, darunter Apache_mod_php, bash, Intel Display Driver, OpenSSH, OpenSSL, Ruby und SQLite. Auch hier könnte ein Angreifer unter Umständen die vollständige Kontrolle über ein System erlangen.

Der erst kürzlich bekannt gewordene Fehler in Gatekeeper, der das Einschleusen unsignierter Apps ermöglicht, ist dem Entdecker der Lücke zufolge noch nicht behoben worden – obwohl Apple die Lücke seit mehr als 60 Tagen kennt. AppleInsider weist zudem darauf hin, dass seit Oktober 2014 eine Lücke in Keychain einem Hacker den Diebstahl privater Daten erlaubt. Apple habe dem Forscher Luyi Xing von der Indiana University Bloomington darüber informiert, dass für einen Patch die Infrastruktur von Keychain grundlegend überarbeitet werden müsse – was Apple offenbar noch nicht geschafft hat.

„El Capitan verfeinert das Mac-Erlebnis und verbessert die Performance in vielen kleinen Dingen und das macht einen Unterschied“, verspricht Craig Federighi, Senior Vice President Software Engineering bei Apple. Schon das Feedback während des Beta-Programms sei unglaublich positiv gewesen.

Für Teilnehmer seines Entwicklerprogramms hat Apple bereits eine zweite Beta von OS X 10.11.1 bereitgestellt, die als Build 15B22c bezeichnet wird. Bei diesem kommenden Wartungsupdate sind vor allem Fehlerbehebungen und Sicherheitsfixes zu erwarten, aber auch kleine Zugaben wie neue Emoji.

[Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

Tipp: Wie gut kennen Sie Apple? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Autor: Christian Schartel
Christian Schartel Christian Schartel Christian Schartel

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Kostenloses Update auf Mac OS X 10.11 El Capitan erhältlich

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *