LogMeIn kauft LastPass

LogMeIn übernimmt den beliebten Online-Passwortmanager LastPass, das Produktportfolio von Lastpass soll aber weiter bestehen bleiben. Lastpass bietet neben einer Gratis-Variante auch kostenpflichtige Premium-Dienste an.

Der beliebte Online-Passwortmanagers LastPass wird von LogMeIn übernommenm wie das Unternehmen angekündigt hat. Lastpass bietet den gleichnamigen Online-Passwortmanager für Privatanwender als kostenlose und als Premium-Variante an. Letztere kostet pro Jahr 12 Dollar. Zusätzlich umfasst das Angebot der Firma auch Enterprise-Lösungen. LogMeIn zahlt für LastPass 110 Millionen Dollar in bar, außerdem sollen bis zu 15 Millionen Dollar über einen Zeitraum von zwei Jahren hinweg als bedingte Zahlungen fließen.

LogMeIn übernimmt Lastpass (Screenshot: ZDNet.de)

LogMeIn übernimmt Lastpass (Screenshot: ZDNet.de)

LogMeIn will sich mit der Übernahme im Markt für Identity- und Access-Management-Lösungen (IAM) besser positionieren und erhofft sich dort ein rasches Wachstum. Dem Unternehmen zufolge soll die Übernahme noch dieses Jahr vollzogen werden. Wie das Unternehmen mitteilt, soll LastPass mit Leistungen aus früheren Übernahmen, insbesondere der Firma Meldium, zusammengeführt werden. Der Ankündigung zufolge sollen aber sowohl die Produktsortimente von Meldium als auch von LastPass weiterhin unterstützt werden.

Dem Tenor der Ankündigung von LogMeIn nach zu urteilen, hat die Firma langfristig wenig Interesse an den Nutzern des kostenlosen Angebots, sondern ist vielmehr an Kunden und Technologie des Enterprise-Service interessiert. Ihn nutzen nach Unternehmensangaben derzeit über 15.000 Firmen. Weitere hofft man bald dafür gewinnen zu können. Dafür soll auch die verstärkte Nutzung von Cloud-Diensten, Webanwendungen und Apps, für die immer wieder Passwörter benötigt werden und die Gefahren, die mit unsicheren oder mehrfach verwendeten Passwörtern einhergehen, sorgen.

Den ersten Reaktionen auf die Ankündigung auf der LastPass-Website nach zu urteilen, darf aber ohnehin bezweifelt werden, ob die Gemeinde der Nutzer des kostenlosen Dienstes LastPass auch unter dem neuen Besitzer treu bleibt. Sie fallen überwiegend negativ aus und reichen von „Worst news ever“ über „Well that sucks“ bis zu „Are you crazy?“.

Außerdem wird reges Interesse an Alternativen bekundet. Da gibt es vor allem Keepass. Nutzer schätzen daran, dass es sich um Open-Source-Software handelt und damit nicht die Gefahr besteht, dass es von einer einzelnen Firma kontrolliert wird. Eine weitere Alternative ist zum Beispiel Sticky Password. Das von der tschechischen Firma Lamantine Software entwickelte Angebot ist ebenso für private Nutzer wie für kleine Unternehmen konzipiert. Speziell an Smartphone-Nutzer richtet sich der vom Fraunhofer-Institut für Sichere Informations­technologie SIT entwickelte Passwortmanager Mobilesitter. Er wird für Android und iOS angeboten und kostet jeweils 5,49 Euro.

[mit Material von Peter Marwan, ITespresso]

Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

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