Apples Siri und Google Now lassen sich per Funk manipulieren

Um Apples Siri und Googles Now per Funk zu hacken, verwenden die Forscher das Kabel eines angeschlossenen Kopfhörers als Antenne. Sie können auf diese Weise Anrufe durchführen und Nachrichten versenden.

Wie Wired berichtet, haben Forscher der französischen Regierungsbehörde ANSSI eine Möglichkeit gefunden, die Sprachassistenten Apple Siri und Google Now aus der Ferne zu kontrollieren. Sie verwenden dafür einen Funksender, der eine drahtlose Verbindung zu einem an ein iPhone, iPad oder Android-Gerät angeschlossenen Kopfhörer herstellt. Das Kabel des Headsets dient dabei als Antenne.

Smartphone Hacker (Bild: Shutterstock/drical)

Smartphone Hacker (Bild: Shutterstock/drical)

Dem Bericht zufolge hat das Team der Agence Nationale de la Sécurité des Systèmes d’Information herausgefunden, wie man die Assistenten davon überzeugt, dass per Funk übertragene Sprachkommandos mit dem Mikrofon eines iPhone oder Android-Geräts aufgenommen wurden. Dies sei aus einer Entfernung von bis zu 5 Metern möglich.

„Ohne ein Wort zu sprechen könnte ein Hacker diesen Funk-Angriff benutzen, um Siri oder Google Now anzuweisen, Anrufe zu tätigen oder SMS zu verschicken, die Nummer des Hackers anzurufen, um aus einem Telefon ein Abhörgerät zu machen, den Browser auf eine schädliche Website zu leiten oder Spam- und Phishing-Nachrichten per E-Mail, Facebook oder Twitter zu verschicken“, zitiert AppleInsider aus dem Bericht von Wired.

Nicht unerheblich ist allerdings der Aufwand, den ein Angreifer für diesen Hack betreiben muss. Die Ausrüstung, die benötigt wird, um aus 5 Metern Entfernung Siri oder Google Now zu manipulieren, muss in einem Auto oder gar einem Kleinlaster transportiert werden. Hardware, die in einen Rucksack passt, hat indes nur eine Reichweite von 2 Metern. Darüber hinaus muss ein Kopfhörer angeschlossen sein.

Die Geräte müssen zudem so konfiguriert sein, dass sie auch im gesperrten Zustand auf ein Kommando wie „Hey Siri“ oder „OK Google“ hören. Den bei älteren iPhones benötigten Druck auf den Home-Button zur Aktivierung von Siri können die Forscher dem Bericht zufolge allerdings auch per Funk nachahmen.

Die Forscher haben dem Bericht zufolge Apple und Google über ihre Erkenntnisse informiert. Sie raten beiden Unternehmen, die Kabel ihrer Kopfhörer besser abzuschirmen, was den von ihnen entwickelten Angriff deutlich erschwere. Die Sicherheit lasse sich aber auch durch den Einbau elektromagnetischer Sensoren verbessern. Alternativ könnten beide Anbieter auch personalisierte Kommandos für den Start ihrer Assistenten einführen – die die Angreifer dann zuerst herausfinden müssten.

[Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
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