Spielen auf dem Surface Book: Ist das Microsoft-Notebook fürs Gaming geeignet?

Das Microsoft Surface Book verfügt in den Top-Konfigurationen über eine Intel-Core-i7-CPU, 16 GByte RAM und eine dedizierte Nvidia-Grafikkarte. Aber ist das Notebook damit auch fürs Gaming geeignet? CNET hat verschiedene Games ausprobiert.

Eines der großen Verkaufsargumente des neuen Surface Book ist, dass es auch Ausführungen mit einer optionalen Nvidia-Grafikkarte zu kaufen gibt. Da bei den meisten 13-Zoll-Notebooks kein dedizierter Grafikspeicher an Bord ist, dürfte das erste Microsoft-Notebook auch die Aufmerksamkeit von Gamern auf sich gezogen haben. Aber wie gut ist das Microsoft Surface Book tatsächlich fürs Gaming geeignet? Ob man darauf auch vernünftig Zocken kann, versucht folgender Artikel zu klären.

(Foto: CNET.com)

Reicht die Grafikleistung des Microsoft Surface Book für aufwendigere Spiele aus? (Foto: CNET.com)

Das Spielen anspruchsvoller Games ist auf dem Microsoft Surface Book generell nur im Notebook-Betrieb sinnvoll. Der Windows-Macher verbaut den Nvidia-Grafikchip nämlich nicht direkt im Tablet, sondern in der Tastatur-Einheit, womit die Grafikpower nur zur Verfügung steht, wenn diese angedockt ist. Mit dem Tablet allein kann sie also nicht genutzt werden. Versucht man während dem Spielen Bildschirm und Tastatur zu trennen, poppt eine Meldung auf, die darauf hinweist, dass man die Anwendung, die gerade die GPU nutzt, vor der Entriegelung des Scharnies erst schließen muss, damit das Display freigegeben wird. Allerdings dürfte die Tastatur beim Zocken sowieso in der Regel verbunden sein.

Microsoft und Nvidia machen leider nicht sehr spezifische Angaben dazu, welche Grafikkarte nun konkret im Microsoft Surface Book zum Einsatz kommt. Microsoft spricht von einem Custom-Chip. Nvidia zufolge basiert die verwendete GPU auf der üblichen Hardware, kann aber nicht mit dem aktuellen Lineup an mobilen Grafikkarten vergleichen werden.

Das erinnert an das Alienware Alpha und die Alienware Steam Machine von Dell, bei denen ebenfalls eine speziell entwickelte Nvidia-GPU eingesetzt wurde. Die Custom-Grafik-Chips kamen bei diesen Modellen nahe an die Power einer Nvidia GeForce 860M heran. Zwar ist diese nun nicht mehr Nvidias absolutes High-End-Modell (es gibt jetzt schon die neuere GeForce 960M), zum Zocken aktueller Spiele in Full-HD bei mittleren bis hohen Grafikeinstellungen reicht die Power aber aus.

Sollte der Custom-Chip im Surface Book also ebenfalls eine ähnliche Performance wie die GeForce 860M oder gar 960M bieten, wäre das Gerät sicherlich als Gaming-Notebook zu gebrauchen. Basierend darauf, was wir bislang von der Hardware im inneren gesehen haben, ist die Nvidia-Grafikkarte des Suface Book aber wohl eher in der Region des Einsteigermodells 940M anzusiedeln, das bei weitem nicht so schnell ist. Laut Herstellerangaben ist der Grafikspeicher auch nur 1 GByte groß. Um fair zu sein, muss man natürlich auch sagen, dass Microsoft sein Notebook nie als Gaming-Kraftpaket angepriesen hat. Für einen Preis von 1,699 Dollar, bei dem die Konfigurationen mit dedizierter Grafik beginnen, könnte man das aber schon erwarten. Anständige Gaming-Notebooks bekommt man ebenfalls schon für ähnliches Geld.

Trotzdem bleibt nun natürlich die Frage offen, wie spieletauglich das Microsoft Surface Book nun tatsächlich ist. Um das herauszufinden, haben wir einige Spiele auf dem Surface Book ausprobiert. Für die Tests wurde ein Modell mit Core-i7-CPU, 16 GByte RAM, einer 512 GByte SSD und natürlich der dedizierten Nvidia-GPU verwendet.

BioShock Infinite

Zum Einstieg musste sich das Surface Book bei BioShock Infinite beweisen, das immer noch gut aussieht, aber nicht zu den anspruchsvollsten Titeln gehört. Bei einer Full-HD-Auflösung von 1920 mal 1080 Pixel und sehr hohen Details schaffte das Notebook lediglich 23,5 Frames, womit BioShock nicht wirklich spielbar war. Bei gleicher Auflösung, aber nur mittleren Details ermittelten wir 37,2 Bildern pro Sekunde, was nicht großartig, aber zumindest spielbar ist. Mittelklasse-Gaming-Notebooks liefern hier allerdings meist eine bessere Leistung ab.

(Screenshot: CNET.de)

BioShock Infinite (Screenshot: CNET.de)

Grand Theft Auto V

Bei Grand Theft Auto V haben wir die Auflösung bei 1920 mal 1080 Pixel gelassen, auch wenn sie nicht die perfkte Wahl für das 3:2-Seitenverhältnis ist, und die Grafikeinstellung gleich mal auf die niedrigste Einstellung „normal“ reduziert. Die genauen Frames haben wir nicht ermittelt, das Spiel lieft aber gut und flüssig, auch beim Fahren auf den überfüllten Straßen in Los Santos.

(Screenshot: CNET.de)

GTA V (Screenshot: CNET.de)

The Witcher 3

The Witcher 3 ist eine schwere Aufgabe für Notebooks mit älterer Hardware. Auf einem High-End-Gaming-Rechner mit GeForce GTX 980 oder 980M läuft das Spiel sehr schön, auch wenn die meisten Grafik-Optionen eingeschaltet und auf „Hoch“ gestellt sind. Auf eher Mainstream-Gaming-Notebooks mit Nvidia GeForce 860M Karte läuft das Spiel in Full-HD noch gut, wenn man die meisten Grafikeinstellungen auf die mittleren Optionen reduziert.

(Foto: CNET.com)

The Witcher 3 (Foto: CNET.com)

Auf dem Surface Book lief The Witcher mit 1680 mal 1,050 Pixel, was nahe am optimalen 3:2-Format ist, noch sehr ruckelig. Erst wenn man fast jede Grafiktoption im Spiel auf niedrige oder mittlere Werte heruntersetzt und optionale Effekte wie Nvidias Hairworks auschaltet, läuft The Wichter 3 viel flüssiger. Allerdings ist es eine Schande, auf die vielen visuellen Effekte von The Witcher 3 verzichten zu müssen, die gerade für den Spielspaß sorgen.

Skyrim

Skyrim ist schon etwas älter, aber dank einer aktiven Modding-Community immernoch ein beliebter Titel unter Gamern. Das Spiel ist von 2011 und sollte daher auch auf PCs mit moderarter Grafikperformance laufen.

(Screenshot: CNET.de)

Skyrim (Screenshot: CNET.de)

Das Spiel hat die Nvidia-Grafik automatisch erkannt – zumindest als „Nvidia GeForce GPU“ – und hohe Grafikdetails als passende Einstellungen vorgeschlagen. Diese Einstellungen mit einer hohen Auflösung von 2560 mal 1600 Pixel zu testen, war allerdings etwas zu ambitioniert. Die weite Landschaft lädt zwar flott und sieht toll aus, sobald man sich bewegt, wird das Spiel aber langsam und ruckelig genug, um einem auf die Nerven zu gehen. Reduziert man die Auflösung auf 1680 mal 1050 Bildpunktet läuft Skyrim aber absolut flüssig. Wer die Auflösung hoch halten will, kann auch eine niedrigere Detailstufe wählen. Skyrim ist ein gutes Beispiel für ein Spiel, das wie für das Surface Book gemacht ist.

Fazit

Das Microsoft Surface Book ist damit zum Gaming geeignet, aber nur eingeschränkt. Zwar läuft jedes der getesteten Spiele halbwegs gut, aktuelle Titel wie The Witcher 3 aber bei weitem nicht optimal. Meist muss man mit Abstreichen bei den Details oder der Auflösung leben. Außerdem gibt es auf dem Surface Book aufgrund der nativen Auflösung von 3200 mal 2000 Pixel wie bei älteren Spielen üblich Skalierungsprobleme, die sich zwar meist über Einstellungen des Spiels beheben lassen, aber nicht immer. Bei Wolfenstein: The Old Blood oder Sword Coast Legends war dies zum Beispiel problematischer. Solche Probleme waren aber eher die Ausnahme als die Regel.

Insgesamt ist das Surface Book dennoch nicht als reines Gaming-Notebook für Hardcore-Zocker zu empfehlen, dafür ist die Grafikkarte zu schwach. Gelegenheitsspieler, die das Gerät auch für andere Aufgaben kaufen, dürfen sich aber über eine passable Gaming-Performance freuen und können auch anspruchsvollere Titel darauf Zocken.

[Mit Material von Dan Ackerman, CNET.com]

Christian Schartel
Autor: Christian Schartel
Redakteur
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Neueste Kommentare 

7 Kommentare zu Spielen auf dem Surface Book: Ist das Microsoft-Notebook fürs Gaming geeignet?

  • Am 30. Oktober 2015 um 13:52 von Wooot

    Was denkt ihr, wie es mit WoW aussehen wird? Oder habt ihr das auch mal angetestet? Ich hab seit Jahren nur noch ein Ultrabook und spiele entsprechend nicht mehr. Wenn ich mir das Surface-Book hole, wäre es aber schön mal wieder eine Runde in Azeroth verbringen zu können.

  • Am 30. Oktober 2015 um 18:39 von bet4test3r

    Wie sieht’s mit CSGO aus?

    • Am 3. November 2015 um 10:57 von Christian Schartel

      Hi,

      CS GO läuft auf dem Surface Book mit Core i7 und Nvidia-GPU in Full-HD-Auflösung und mit hohen Video-Settings ziemlich gut. Meist hat man 100 fps. Je nach Situation kann die Framerate aber auch mal kurz unter die 90 fps fallen. In nativer Auflösung – also 3200 mal 2000 – werden es je nach Settings nur um die 30 bis 40 fps sein.

      Gruß, CNET.de-Redaktion

  • Am 31. Oktober 2015 um 10:35 von Mimpfi

    Also ich denke für die Spiele die ich spielen will (Isaac, Minecraft,etc.) reicht das vollkommen ^^

  • Am 5. November 2015 um 13:49 von Noltsch

    Das Surface Book ist nicht fürs Gameing gedacht…. allein die Hitzeentwicklung beim daddeln werden das Book schnell ins ThermalThrotteling jagen.
    Max. Mobilität -> SurfaceBook
    Gameing + Mobilität -> Gameing Notebook

    • Am 1. März 2016 um 12:13 von Fabian

      „allein die Hitzeentwicklung beim daddeln werden das Book schnell ins ThermalThrotteling jagen“

      Nein wird es nicht. Lies dir den Test von notebookcheck.de zum SurfaceBook durch.

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