Flash Player: Exploit-Kits nutzen Zero-Day-Schwachstellen

Sie stecken in Flash Player 19.0.0.207 und früher sowie 18.0.0.232 und früher. Die beiden Exploit-Kits Angler und Nuclear nutzen eine Verschlüsselungstechnik, um ihre Aktivitäten zu verbergen.

Wie Trend Micro in seinem Bloghinweist, nehmen die Exploit-Kits Angler und Nuclear seit Ende Oktober auch zwei Zero-Day-Lücken in Adobes Flash Player ins Visir. Eine davon ist CVE-2015-7645. Trend Micro hatte sie Mitte Oktober entdeckt und Adobe rund eine Woche später mit einem Notfall-Patch geschlossen. Die zweite Schwachstelle, deren CVE-Nummer Adobe noch nicht bestätigt hat, betrifft nur Flash Player bis Version 18.0.0.232.

(Bild: Maksim Kabakou/Shutterstock)

(Bild: Maksim Kabakou/Shutterstock)

Hacker hatten CVE-2015-7645 zuletzt im Rahmen der Operation Pawn Storm gegen mehrere Regierungen eingesetzt. Dafür anfällig sind alle Flash-Versionen bis einschließlich 19.0.0.207. Angreifer können unter Umständen die vollständige Kontrolle über ein betroffenes System übernehmen.

Die Herausgeber der Exploit-Kits nutzen Trend Micro zufolge den Schlüsselaustausch des Diffie-Hellman-Protokolls, um ihren Netzwerkverkehr zu verbergen und bestimmte Sicherheitsprodukte zu umgehen. Neu sei auch der Versuch, Sicherheitsforschern die Analyse des Schlüsselaustauschs durch die Anhebung der Schlüssellänge von 16 auf 128 Byte zu erschweren. Angler habe dem „bislang ziemlich klaren und offensichtlichen Prozess eine gewisse Verschleierung hinzugefügt“, teilt Trend Micro mit.

Angler und Nuclear greifen ihre Opfer greifen mit verschiedenen Malware-Typen an. In einigen Fällen seien die Backdoor BEDEO und die Ransomware Cryptolocker gleichzeitig zum Einsatz gekommen, ergänzten die Forscher. In anderen Fällen seien die Backdoor Rovnix, die Ransomware TeslaCrypt/Cryptowall und das Spähprogramm Kasidet heruntergeladen worden.

Anhand von Daten aus seinem Smart Protection Network hat Trend Micro außerdem festgestellt, dass die Aktivitäten von Angler in der ersten Oktoberhälfte nachgelassen haben. Das Unternehmen vermutet, dass die Flash-Lücken hinzugefügt wurden, um den Traffic wieder auf das frühere Niveau anzuheben. In erster Linie seien Nutzer in Japan, den Vereinigten Staaten und Australien betroffen.

Exploit-Kits, also Sammlungen von Schadcode für bekannte und möglicherweise auch unbekannte Sicherheitslücken, sind bei Hackern beliebte Werkzeuge, um Rechner zu kompromittieren und Malware einzuschleusen. Sie unterstreichen aber auch die Notwendigkeit, verfügbare Sicherheitsupdates so schnell wie möglich zu installieren. Im Fall von CVE-2015-7645 haben Cyberkriminelle laut Trend Micro innerhalb von maximal 12 Tagen nach Veröffentlichung eines Patches einen Exploit entwickelt und in ihre Sammlungen integriert.

[Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

Tipp: Kennen Sie die berühmtesten Hacker? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Flash Player: Exploit-Kits nutzen Zero-Day-Schwachstellen

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *