Bluetooth-Boxen „Rätsel BT“ von Thonet & Vander im Test

Thonet & Vanders 2.1 System Rätsel BT bringen mit seinen zwei Boxen und dem Subwoofer insgesamt 72 Watt mit und lässt sich auch per Bluetooth ansteuern. Wir haben uns das rund 160 Euro teure System angesehen.

Thonet & Vander, in anderen Ländern durchaus ein Begriff, ist hierzulande noch eher unbekannt, da das Unternehmen erst seit 2014 auch in Europa unter eigenem Label verkauft. Die Firma mit Sitz in Frankfurt hat sich der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung moderner Audio-Geräte in Übereinstimmung mit den deutschen Produktionsstandards verschrieben. Das Portfolio von Thonet & Vander umfasst Lautsprecher unterschiedlichster Art, 2.1-Heimkinosysteme, Kopfhörer und diverses Zubehör.

Nach dem ausführlichen Test der Highend-Boxen namens Koloss und der „Hoch“-Boxen aus der Classic-Reihe, steht diesmal „Rätsel BT“ auf dem Prüfstand. Forschung, Entwicklung und Design kommen laut Hersteller auch bei diesem Modell von Thonet & Vander aus Deutschland, produziert wird in einer unternehmenseigenen Fabrik in China. Der Vertrieb der Marke Thonet & Vander in Europa erfolgt exklusiv über Nedis. Anders als noch bei den ersten Geräten, ist Rätsel jetzt im Handel etwas einfacher zu finden. So gibt es das Lautsprecher-Set beispielsweise nicht nur bei Bax-Shop für dort derzeit 162 Euro, sondern auch über Amazon und diverse andere Online-Händler. Thonet & Vander gibt auf die Boxen 3 Jahre Garantie.

Lieferumfang

Das nur in Schwarz erhältliche Lautsprecher-System Rätsel BT besteht aus zwei Passiv-Boxen, einem Subwoofer und der Kontrollbox und kommt mit einer Gesamt-Ausgangsleistung von 72 Watt (Boxen je 20 und der Subwoofer 32 Watt). Die kleinen 2-Wege-Boxen sind jeweils 25,3 Zentimeter hoch, 11,1 Zentimeter breit und 10 Zentimeter tief. Der Subwoofer misst 253 mal 253 mal 365 Zentimeter.

Anders als die bisher getesteten Aktiv-Boxen kommt diese Passiv-Lösung von Thonet & Vander mit zusätzlicher Kontroll-Box.

Thonet & Vander Rätsel BT (Bild: CNET.de)

Thonet & Vander Rätsel BT (Bild: CNET.de)

Die Lautsprecher präsentieren sich im schlichten Design, wirken auf den ersten Blick etwas retro und könnten optisch durchaus auch aus den 80ern stammen. Sie kommen ordentlich verarbeitet im HDAA-Holz-Korpus (High Density Acustic Absorber). Bei HDAA handelt es sich um ein natürliches Polymer mit hoher Dichte, das in Kombination ein steiferes und dichtes Material als der Werkstoff MDF erzeugt. Der Einsatz dieses Materials soll Vibrationen und Soundverluste spürbar verhindern.

Zum Lieferumfang gehören drei Lautsprecherkabel, das RCA-Kabel, das Netzteil und die Anleitung (Bild: CNET.de)

Zum Lieferumfang gehören drei Lautsprecherkabel, das RCA-Kabel, das Netzteil und die Anleitung (Bild: CNET.de)

Mitgeliefert wird ein Stereo-Audio-Kabel mit zwei RCA-Cinch-Steckern (High Shield) auf der einen und einem 3,5-Millimeter-Klinkenstecker auf der anderen Seite, desweiteren drei jeweils 1,5 Meter lange Lautsprecherkabeln, die – falls zu kurz – jederzeit durch längere ersetzt werden können. Außerdem dabei zwei Netzkabel – einmal mit Eurostecker und einmal mit UK-Stecker.

Die Anleitung beschränkt sich auf zwei Seiten pro Sprache (Bild: CNET.de).

Die Anleitung beschränkt sich auf zwei Seiten pro Sprache (Bild: CNET.de).

Der Hersteller legt wie schon von den anderen Boxen gewohnt, eine kleine 80 Seiten starke Bedienungsanleitung in insgesamt 28 Sprachen bei, wobei sich die Ausführungen pro Sprache sehr spartanisch auf jeweils zwei Seiten beschränken. Die Übersetzung und der Umfang der Ausführungen sind noch ausbaufähig.

(Bild: CNET.de)

(Bild: CNET.de)

Die Anschlussmöglichkeiten sind ohne weitere Beschriftung auf einer Doppelseite skizziert, bei den Tasten- und Funktionsbelegungen des Bedienfeldes auf der Kontroll-Box und der Fernbedienung beschränkt sich der Hersteller weitgehend auf die Bezeichnungen.

(Bild: CNET.de)

(Bild: CNET.de)

Die Fernbedienung ist kompakt und ordentlich verarbeitet, wirkt aber vergleichsweise einfach. Die erforderliche CR2025-Lithium-Batterie (170 mAh) liegt nicht im Lieferumfang bei. Die Fernbedienung verfügt über insgesamt 14 Tasten: Standby, Eingangsanwahl, Pairing, Mute, Reset, Vor, Zurück, Lautstärkeregler Plus, Lautstärkeregler Minus, Play/Pause, Höhenkontrolle Plus, Höhenkontrolle Minus, Bass Plus und Bass Minus.

(Bild: CNET.de)

(Bild: CNET.de)

Die Boxen und der Subwoofer verfügen über keinerlei Bedienelemente. Anders als bei Aktivboxen erfolgt die Ansteuerung der Lautsprecher ausschließlich über die mitgelieferte Kontroll-Box und die Fernbedienung.

Auf der Vorderseite der Kontroll-Box befindet sich oben die Mute-Taste, darunter liegen die Drehregler für Höhen, Bässe (jeweils 12 Stufen) und für die Lautstärke (60 Stufen), wobei der Bässe- und der Lautstärke-Regler doppelt belegt sind. Hier kann durch Drücken der Regler der Pairing-Vorgang gestartet werden oder die Eingangsquelle gewählt werden (PC, AUX1, AUX2 oder Bluetooth). Unterhalb der Drehregler liegen der 3,5-Millimeter-Kopfhörer- und ein zweiter Audio-Eingang. Auf der Rückseite befinden sich zwei RCA-Eingänge (beispielsweise für PC und DVD-Player). Die beiden Lautsprecher und der Subwoofer werden jeweils über Federklemmen verbunden. Praktisch: die Box verfügt über einen separaten Ein-/Ausschalter. Ausgesprochen lästig: Die Kontroll-Box speichert leider beim Ausschalten die Einstellungen für Höhen, Bässe und Lautstärke nicht, sondern setzt sie beim Ausschalten jeweils auf den Mittelwert zurück. Höhen und Bässe stehen dann wieder auf 0 (von -6 bis +6) und die Lautstärke auf 30. Alle Einstellungen lassen sich über die Box oder auch die mitgelieferte Fernbedienung vornehmen.

Auf einen optischen Eingang wie beispielsweise beim „Koloss“, der von den meisten modernen Audio-Geräten wie DVD-Playern, Blue-Ray-Playern, HD-Decodern, Konsolen, Desktop-Computern oder ein anderen Geräten mit „optischem Ausgang“ verwendet wird, hat der Hersteller hier verzichtet. Diese Art von digitalem Anschluss verringert elektrische Störungen, verbessert die Qualität des durch den Lautsprecher empfangenen Signals.

(Bild: CNET.de)

(Bild: CNET.de)

Rätsel kommt mit RCA-Anschlüssen und unterstützt NFC und Bluetooth 2.1 (Bild: CNET.de)

Rätsel kommt mit RCA-Anschlüssen und unterstützt NFC und Bluetooth 2.1 (Bild: CNET.de)

Bei den zum Test angetretenen „Rätsel“-Boxen gibt es keine abnehmbaren Lautsprecher-Abdeckungen aus speziellem Akustik-Gewebe. Hier dient ein festverbautes Metallgitter als Schild. Es soll den Hoch- und Tieftöner der kleinen Boxen, aber auch den Subwoofer vor Beschädigungen und anderen schädlichen Einflüssen schützen und dafür sorgen, dass die Soundqualität und Leistungsfähigkeit erhalten bleibt.

Kopplung via Bluetooth & Co.

Obwohl Thonet & Vander bei einigen Modellen mit Bluetooth 4.0 arbeitet, kommt bei Rätsel BT nur Bluetooth 2.1 zum Einsatz. Die Koppelung kann über die Kontroll-Box oder die Fernbedienung erfolgen. Um das System mit dem Smartphone, Tablet, Notebook oder MP3-Player zu koppeln, muss an der Box über den Bassregler die Signalquelle „BT“ gewählt werden und dann über den Lautstärkeregler der Pairing-Prozess angestoßen werden. Soll über die Fernbedienung verbunden werden, muss nur nach dem Einschalten der Fernbedienung die Taste „Input“ und dann „Paring“ gedrückt werden. Das System taucht dann unter den Bluetooth-Einstellungen als „TV Ratsel“ auf und muss nur noch verbunden werden. In der Anleitung ist der Vorgang kurz und knapp beschrieben. Die Kopplung und Verbindung hat im Test mit beiden Methoden auf Anhieb funktioniert. Noch einfach gestaltet sich die Verbindung per NFC. Dass die Koppelung einigen Rezensionen zufolge ausschließlich über die Fernbedienung erfolgen kann, hat sich bei unserem Test nicht bestätigt.

Über den mitgelieferten Cinch-Stecker (RCA) lassen sich die Boxen alternativ per Kabel auch schnell an Player und Geräte mit Stereo-Ausgang wie Tablets, Smartphones, Notebooks, PCs und TV-Geräte anschließen. Cinch- auf Cinch-Stecker liegen nicht bei. Werden die Boxen an den Fernseher angeschlossen, muss üblicherweise der Ton über die TV-Fernbedienung ausgeschaltet werden. Die Lautstärke kann dann aber normal über die TV-Fernbedienung reguliert werden.

Die Komponenten

Bei beiden Boxen gibt es nur Anschlussmöglichkeiten für die Lautsprecherkabel (Bild: CNET.de).

Bei beiden Boxen gibt es nur Anschlussmöglichkeiten für die Lautsprecherkabel
(Bild: CNET.de).

Die beiden kleinen Lautsprecher decken einen Frequenzbereich von 30 Hz bis 20 KHz ab. Das Signal-Rausch-Verhältnis (signal-to-noise ratio) gibt der Hersteller mit >75 dB an, den Klirrfaktor mit unter 0,1 Prozent.

Die Gehäuse der beiden Lautsprecher beherbergen oben jeweils ein 0,5-Zoll-Polyethylen-Kunstfaser-Hochtöner und nicht wie beispielsweise die Koloss- und Hoch-Boxen Seidenhochtöner.

Kalotten aus Gewebe zeigen sich eher gutmütig, tendieren aber dazu, dumpfer zu klingen. Metallhochtöner lösen grundsätzlich besser auf, neigen aber gerne mal zum Zischen und klingen unter Umständen eher etwas blechern. Seidenkalotten liegen hier dazwischen. Sie präsentieren sich sanfter als Metal, lösen aber besser auf als Gewebe.

Zusätzlich zum Hochtöner ist jede Box mit einem 3-Zoll-Mitteltöner (7,62 Zentimeter) aus Lignin-Rohr ausgestattet. Lignin-Rohr ist ein natürliches Polymer. Dieses Material organischer Zusammensetzung wurde als Ersatz für die traditionelle Zellulose verwendet. Dies ermöglicht dem Hersteller, eigenen Angaben zufolge, eine stärkere, festere und leichtere Komponente zu verwenden, die es erlaubt die Verschiebung der Kegel zu optimieren und die akustische Leistung zu verbessern und dabei die Umwelt und Ressourcen zu schonen. Der Aufhängungsring wurde aus Gummi hergestellt, der die Optimierung der Bewegung der Spule erlauben soll.

(Bild: CNET.de)

(Bild: CNET.de)

Unterhalb des Bassreflexkanals befinden sich die Feder-Klemmen (Bild: CNET.de).

Unterhalb des Bassreflexkanals befinden sich die Feder-Klemmen (Bild: CNET.de).

Der Subwoofer, die Akustik-Box, kommt mit einem 6,5-Zoll-Woofer ebenfalls aus Lignin-Rohr. Auf der Rückseite der großen Box befindet sich die Öffnung des Bassreflexkanals. Der vom Lautsprecher rückwärtig abgestrahlte Schallanteil wird genutzt, um die Basswiedergabe zusätzlich zu „verstärken“. Sprich: der Bassreflex-Sound verbessert den Klang, der über die Rückseite der Membran ausgestoßen wird. Auf diese Weise verbessert das Resonanzsystem die Basswiedergabe des Controllers und optimiert die Effizienz und Leistungsfähigkeit bei niedrigen Frequenzen.

Sound-Optimierung

Zahlreiche Technologien sollen bei den Rätsel-Boxen die Soundqualität bestmöglich optimieren. So sollen Eigenentwicklungen wie klingenden Bezeichnungen wie „Hammer Bass“ und „Wider FX“ für einen tiefen respektive detailreichen und natürlichen Klang sorgen. Mit Antimagnetic Shield lassen sich externe Interferenzen isolieren, so dass ein reiner und klarer Klang ohne störende Einflüsse erreicht wird. Diese einzelnen Technologien beeinflussen das Gesamtergebnis.

Natürlich hängt das Klangbild der Boxen von der jeweiligen Umgebung ab. Die Stuktur des Raumes beeinflusst die Ausgabe auf unterschiedlichste Weise. In unserem Praxistest, der in unserem rund 25 Quadratmeter großem Studio und damit in einem Standard-Umfeld durchgeführt wurde, konnte sich der Sound in den unterschiedlichsten Anwendungsszenarien durchweg gut hören lassen. Die beiden Boxen bietet bei Bedarf mit ihren jeweils 20 Watt zuzüglich des Subwoofers mit seinen 32 Watt für diesen Einsatz Power satt, kommen aber natürlich nicht an die Leistung der Koloss- oder Hoch-Boxen heran. Treibt man die Boxen bei der Lautstärkeregelung an die Grenzen, klingt der Sound recht hart, fast schon etwas nervig. Klirren bei Höhen und Vibrationen bei den Tiefen waren aber nicht auszumachen.

Fazit

Das Lautsprecher-Modell Rätsel BT von Thonet & Vander präsentiert sich insgesamt optisch eher unspektakulär, ist aber solide verarbeitet und kommt mit drei Jahren Garantie. Die Anbindung kann wahlweise via Bluetooth – allerdings nur 2.1 – und NFC oder auch RCA erfolgen, einen optischen Eingang gibt es allerdings nicht. Die Einrichtung und auch Bedienung über die Kontroll-Box und die kleine Fernbedienung ist einfach und selbsterklärend. Die vergleichsweise kurzen Lautsprecherkabel auszutauschen, ist kein Problem.

Die insgesamt 72 Watt reichen für den alltäglichen Standard-Einsatz am Arbeits- und Gamer-Schreibtisch und im Wohnzimmer völlig aus und sollten auch bei der einen oder anderen kleinen Party einen guten Job machen. Audiophile Nutzer, die auf hochwertige Akustik gesteigerten Wert legen, werden hier wohl nicht auf ihre Kosten kommen und sollten eher zu anspruchsvolleren Modellen beispielsweise aus der Classic-2.0-Reihe greifen.

Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Bluetooth-Boxen „Rätsel BT“ von Thonet & Vander im Test

  • Am 18. November 2015 um 05:08 von mahesh

    I purchased the older version of this speaker without BT, but the performance is really good.
    Design is very simple and perfect German touch….
    Good Market in Indian scenario, where generally 2.1 system contains Woofer and Amplifier in the same case, and hence become useless after some time due to continuous vibrations to amplifier inside Woofer….
    Thanks for Good Product….

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