Huawei: Neue Smartphone-Akkus laden zehnmal schneller

Mit Huaweis neuer Lithium-Ion-Technologie lässt sich ein Akku mit einer Kapazität von 3000 mAh innerhalb von 5 Minuten von 0 auf 48 Prozent aufladen. Die Akku-Technik soll Bestandteil von Huaweis „Superphone“ werden.

Die Huawei-Tochter Watt Lab hat auf dem Battery Symposium in Japan eine neue Lithium-Ion-Akku-Technologie vorgestellt, die ein um bis zu zehnmal schnelleres Aufladen erlaubt. Die neuen Quick-Charge-Akkus, die es auch in zwei Videos demonstriert, werden aktuell noch getestet, sollen aber künftig in Geräten zum Einsatz kommen. Ein Zeitrahmen für die Markteinführung wurde allerdings noch nicht genannt.

(Logo: Huawei)

Das schnelle Aufladen ermöglicht die Anlagerung von Heteroatomen an die Graphitmoleküle der Anode des Akkus. Sie dienen als Katalysator für die Aufnahme und die Durchleitung von Lithium durch die Carbon-Anlagerungen. Die Heteroatome verkürzen laut Huawei die Ladedauer, ohne die Energiedichte oder die Akkulebensdauer zu reduzieren.

Wie schnell sich Akkus mit der Technologie aufladen lassen, demonstriert Huawei anhand von zwei Beispielen. In einem ersten Video wird ein 600-mAh-Akku aufgeladen. Innerhalb von zwei Minuten erreicht er eine Kapazität von 68 Prozent. In einem zweiten Clip demonstriert Huawei einen 3000-mAh-Akku, der in Smartphones für eine Gesprächszeit von gut 10 Stunden reichen soll. Dieser war nach fünf Minuten von 0 auf 48 Prozent aufgeladen.

Es wird vermutet, dass die Technik Bestandteil von Huaweis „Superphone“ werden soll. Dabei handelt es sich um ein Konzept des chinesischen Herstellers, das ab 2020 die Smartphone-Ära beenden soll, die 2007 mit dem ersten iPhone und den ersten Android-Geräten begonnen hatte. Die Superphones sollen 5G-Verbindungen und Virtual-Reality unterstützen sowie mehr Performance bieten als je zuvor. Die Smartphone-Ära werde damit etwa so lange dauern wie das Zeitalter der Feature Phones, das Motorola 1995 eingeläutet habe.

Qualcomm stellte erst kürzlich die Version 3.0 seiner Schnelladetechnik Quick Charge vor. Ein neuer intelligenter Lade-Algorithmus soll die Ladezeit gegenüber dem Vorgänger um weitere 38 Prozent verkürzen. Ein Akku lässt sich laut Hersteller so innerhalb von 35 Minuten von 0 auf 80 Prozent aufladen. Dafür wird neben einem speziellen Ladegerät auch ein Qualcomm-Prozessor wie der neue Snapdragon 820 benötigt, der Quick Charge 3.0 unterstützt.

[Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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Autor: Christian Schartel
Christian Schartel Christian Schartel Christian Schartel

Neueste Kommentare 

3 Kommentare zu Huawei: Neue Smartphone-Akkus laden zehnmal schneller

  • Am 18. November 2015 um 13:00 von Tobi

    Krasser scheiß…

  • Am 18. November 2015 um 23:29 von Paul Lenz

    An sich eine tolle Sache. Aber es dürfte klar sein, dass eine auf ein Zehntel verkürzte Ladezeit auch Ladegeräte verlangt, die eine zehnfache Stromstärke liefern. 3000 mAh halb voll – das sind 1,5 A pro Stunde oder
    18 A pro 5 Minuten. Solche Ladegeräte werden alles andere als klein und preiswert sein. Nächste Frage ist das Ladekabel. Kann ein Strom von 18 A durch eine Micro-USB-Buchse in ein Handy geleitet werden? Ich möchte das bezweifeln.

    • Am 17. Februar 2016 um 02:36 von Helmut

      Wenn du 18 A bei (z.B.)6V durchschlauchst, brauchst du genügend Cellen im Akku, diese Teilen den Strom durch 2 oder 3, aber trotzdem mußt du ihn vorher über einen Anschluß rüberbringen; das erzeugt viel Wärme, die auf Akkus schwer zu handhaben u. zu verteilen ist. Wärme kann in chem. Reaktionen (nichts anderes ist ein Akku) Gasbildung hervorrufen, was neben kompexen Aufbau u. stark vergrößerter Öberfläche der Elektroden, Elektrolyte mit speziellen Zusätzen u. großer Stabilität (chem.) bei defin. Temperaturen notwendig macht.

      Das ist kein Säureakku (einfach meist), wie im Auto mehr. Auch die Haltbarkeit solcher Konstrukte sagt meist erstmal: Lass andere testen! 😉

      Kann ein Bringer sein, aber das Patentamt lässt tiefe Einblicke kaum zu…….würde mich freuen, wenn Huawei einen großen Wurf gelandet hat, aber ich bin skeptisch……

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