Vodafone: Drosslung für Kabel-Filesharer ab 10 GByte Traffic pro Tag

Bislang hatte Vodafone die Geschwindigkeit erst ab 60 GByte Gesamttraffic pro Tag gedrosselt. Die Aktivierung der Bandbreiten-Drosselung ab 10 GByte Filesharing-Traffic pro Tag soll nächste Woche abgeschlossen sein.

Vodafone hat offenbar schon vor gut einem Monat damit angefangen, die Geschwindigkeit für Kabelkunden beim Filesharing ab einem Datenverbrauch von 10 GByte pro Tag zu drosseln. Das berichtet der Blog werdrosselt.de. Die Bandbreiten-Drosselung ist schon seit langem in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen des übernommenen Kabelnetzbetreibers Kabel Deutschland zu finden, wurde bislang aber noch nicht im vollen Maße umgesetzt.

(Bild: Shutterstock)

Die Aktivierung der Bandbreiten-Drosselung ab 10 GByte Filesharing-Traffic pro Tag soll nächste Woche abgeschlossen sein (Bild: Shutterstock).

Inzwischen hat der Internetanbieter die Drosselung gegenüber mehreren Medien bestätigt. Seit Anfang November wird die Beschränkung der Übertragungsgeschwindigkeit nach und nach für Kabelkunden in den verschiedenen Regionen eingeführt. In der kommenden Woche soll die Aktivierung der Bandbreiten-Drosselung in Deutschland abgeschlossen sein.

Die 10-GByte-Obergrenze für den Datenverkehr beim Filesharing hatte Kabel Deutschland schon vor der Übernahme durch Vodafone in seinen AGBs festgeschrieben. Das Telekommunikationsunternehmen drosselte die Geschwindigkeit bislang aber erst ab 60 GByte Gesamttraffic pro Tag. Nutzer Stand beim Filesharing nur noch eine Datenübertragungsrate von 100 KBit/s zur Verfügung. Auf das Surfen, Abrufen von E-Mails, chatten oder auch Streaming hatte dies keine Auswirkung.

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Zur Umsetzung muss Vodafone den Datenverkehr umfassend analysieren, was in der Vergangenheit schon für heftige Kritik gesorgt hatte. Umstritten ist auch, welche Anwendungen denn nun genau unter Filesharing fallen. Vodafone selbst erklärt in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (PDF) recht vage: „Lädt ein Kunde an einem Kalendertag ein Gesamtdatenvolumen von mehr als 10 GB herunter, ist Vodafone berechtigt, die ihm zur Verfügung stehende Übertragungsgeschwindigkeit ausschließlich für Filesharing-Anwendungen bis zum Ablauf desselben Tages auf 100 KBit/s zu begrenzen.“

(Screenshot: ITespresso.de)

Auszug aus den AGBs von Vodafone (Screenshot: ITespresso.de).

Der Haken ist hier, dass das Downloadvolumen nicht auf Filesharing-Anwendungen begrenzt ist, lediglich die Einschränkung, welcher Traffic gedrosselt wird, erwähnt diese explizit. Damit wäre zum Beispiel denkbar, dass nach dem legalen Download von diversen Dateien – etwa der gesammelten Fotos und Videos der Familienfeier bei Dropbox – ein als Filesharing eingestufter Datenverkehr gedrosselt wird, unter den theoretisch auch ein Windows-Update nach dem neuen Verfahren oder Updates für Spiele von zahlreichen Anbietern fallen könnten.

Im August hatte Kabel Deutschland neue, günstigere aber pro Monat auf 1 TByte begrenzte Internettarife angekündigt. Sie können seit 2. September gebucht werden, sind zunächst aber ausschließlich Neukunden vorbehalten. Die beiden volumenbasierenden Tarife „Internet & Phone 200 V“ sowie „Komfort Vielfalt HD 200 V“ setzen wie die anderen Tarifangebote auf den 200-MBit/s-Internetanschlüssen des Kabelnetzbetreibers auf. Wird das monatliche Datenvolumen von 1 TByte erreicht, wird von 200 MBit/s im Download und maximal 12 MBit/s im Upload bis zum Ende des Abrechnungszeitraums auf 10 MBit/s im Download und 1 MBit/s im Upload gedrosselt. Sonst entsprechen die Konditionen der beiden Volumentarife denen der zuvor verfügbaren Produkte „Internet & Phone 200“ und „Internet, Phone & TV Komfort Vielfalt HD 200“.

Wer mit 1000 GByte pro Monat auskommt, kann gegenüber den unbegrenzten beziehungsweise nun anders begrenzten Tarifen jeweils 20 Euro im Monat sparen. Dem Anbieter zufolge liegt der durchschnittliche monatliche Datenverbrauch bei 200-MBit/s-Kunden derzeit bei 276 GByte. Bei 100-MBit/s-Kunden seien es 109 GByte.

Die Deutsche Telekom hatte 2013 ihre Pläne zur anwendungsspezifischen Drosselung von Internetzugängen nach erheblichem Protest in Bevölkerung und Politik wieder aufgegeben. Allerdings war der Fall etwas anders gelagert. Auch wenn der Konzern das stets verneinte, lag der Verdacht nahe, das mit der Drosselung gewisser Dienste nach Überschreiten eines Maximalvolumens die Nutzung eigener Angebote gefördert werden sollte. Der eigene Dienst Entertain war etwa explizit von der Drosselung ausgenommen.

[Mit Material von Peter Marwan, ITespresso.de]

Autor: Christian Schartel
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