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Google Nexus 5X

Testbericht

Hersteller: Google Inc. Listenpreis: 479 Euro (16 GB), 529 Euro (32 GB) Fazit:

Was einst die Google-Nexus-Reihe ausmachte – High-End-Hardware zu einem vergleichsweise günstigen Preis – ist beim neuen Nexus 5X nicht mehr gegeben. Für das Geld bekommt man bei der Konkurrenz ein höherwertiges Design und eine mindestens gleichwertige Hardware. Die Software bleibt einer der wenigen echten Plus-Punkte des Nexus-Smartphones. Auch Performance, Kamera, Fingerabdruckscanner und Akkulaufzeit sind nicht schlecht, stechen aber zu diesem Preis nicht hervor. Verbesserungswürdig sind die Verarbeitung und bei unserem Modell auch das Display. Wünschenswert wäre außerdem ein optischer Bildstabilisator für die Kamera.

Pro
  • Anti-Fingerabdruckbeschichtung
  • Lautsprecher jetzt nach vorne gerichtet
  • flottes System
  • schneller Fingerabdruckscanner
  • gute Kamera bei genügend Licht
  • unverändertes Android ohne Bloatware
  • erhält Android-Updates zuerst
Contra
  • Design und Verarbeitung könnten besser sein
  • Display hat bei einigen Exemplaren einen Gelbstich
  • keine High-End-Hardware mehr
  • Kamera ohne OIS
  • zu hoher Preis
Testurteil
SEHR GUT
7,7
von 10 Punkten
7,7 stars

Nexus 5X im Test: Teurer Nexus-5-Nachfolger mit Android 6.0

Das Google Nexus 5X kommt mit einem 5,2-Zoll-Display, einer Qualcomm-CPU, einer 12,3-MP-Kamera, einem Fingerabdruckscanner und Android 6.0 als OS. Das Smartphone ist allerdings deutlich teurer, als man es von Nexus-Geräten gewöhnt war. Ob sich ein Kauf des 5X dennoch lohnt, das versucht CNET im Test zu klären.

Mit dem Nexus 5X hat Google einen Nachfolger des Nexus 5 aus dem Jahr 2013 herausgebracht. Das Smartphone kommt mit einer verbesserten Hardware-Ausstattung, wie für die Nexus-Reihe üblich der aktuellsten Android-Betriebssystemversion und ist wie schon der Vorgänger in ein Gehäuse aus Kunststoff gehüllt. Den Preis hat Google jedoch deutlich höher angesetzt, als man es von dem ursprünglich preisgünstigen, aber dennoch mit einer Highend-Hardware ausgestattetem Nexus-Gerät gewöhnt war. Ein derart attraktives Preis-Leistungsverhältnis wie im Jahr 2013 bietet das neue Nexus 5X im Vergleich nicht mehr. Ob sich ein Kauf des Smartphones dennoch lohnt, das verrät CNET im Test.

Nexus 5X (Foto: CNET.com)

Google hat mit dem Nexus 5X den Nachfolger des Nexus 5 herausgebracht (Foto: CNET.com).

Preis & Verfügbarkeit

Das Nexus 5 kostete zu seiner Zeit mit 349 beziehungsweise 399 Euro für die Varianten mit 16 und 32 GByte Speicher nicht viel mehr als ein Mittelklasse-Smartphone. Für den Nachfolger verlangt Google nun einen deutlich höheren Preis. Mit 16 GByte internem Speicher kostet das 5X im Google Play Store 479 Euro. Die Version mit 32 GByte ist für 529 Euro erhältlich. Neben Google bieten das Gerät zwar auch Einzelhändler und diverse Online-Shops schon zu etwas günstigeren Preisen an, mit 440 beziehungsweise 510 Euro müssen Käufer aber immer noch deutlich tiefer in die Brieftasche greifen als beim 2013er-Modell. Zu diesen Preisen erhält man auch schon die inzwischen erschwinglicheren Flaggschiff-Smartphones von Konkurrenten wie Samsung, HTC oder LG selbst, die in der ersten Jahreshälfte vorgestellt wurden. Ein Samsung Galaxy S6, ein LG G4 oder ein HTC One M9 mit jeweils 32 GByte Speicher kann man bereits für unter 500 Euro erstehen.

HIGHLIGHT

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Design & Verarbeitung

Das Nexus 5X ist im Vergleich zum Nexus 5 aus dem Jahr 2013 ein gutes Stück größer geworden. Die Display-Ränder fallen an der Ober- und Unterseite etwas dicker aus als zuvor. In der Höhe beziehungsweise Breite misst das Gerät 147,0 mal 72,6 Millimeter. Das Nexus 5 kommt auf 137,84 mal 69,17 Millimeter (Nexus 4: 133,9 mal 68,7 Millimeter). Durch das größere Gehäuse wird die Bedienung mit einer Hand noch etwas schwerer. Während sich das 2013er-Modell gerade noch mit einer Hand und moderatem umgreifen bedienen ließ, muss man das neue Nexus-Smartphone bei vielen Aktion auf der Handfläche balancieren oder die zweite Hand zur Hilfe nehmen. Im Vergleich zum Nexus 6P ist das 5X natürlich deutlich kompakter und noch etwas angenehmer in der Hosentasche zu tragen.

Nexus 5X (Foto: CNET.com)

Google Nexus-Geräte im Vergleich (Foto: CNET.com)

Das Gehäuse ist mit 7,9 Millimetern etwas dünner geworden und hat erfreulicherweise kaum an Gewicht zugelegt. Es wiegt 136 Gramm (Nexus 5: 130 Gramm) und ist damit leichter als ähnlich große Konkurrenz-Geräte wie beispielsweise das Xperia Z5, das auf 154 Gramm kommt.

Nexus 5X (Foto: CNET.com)

Das Nexus 5X ist noch genau so leicht (Foto: CNET.com)

Als Material verwendet Google wie beim Nexus 5 Kunststoff. Zwar fühlt es sich nicht billig an, für den höheren Preis könnte man aber doch etwas hochwertigere Materialien wie Glas erwarten. Die Rückseite ist ähnlich wie beim Vorgänger mit einem Soft-Touch-Finish versehen, das aber etwas weniger griffig ist und sich nicht mehr so gummiert anfühlt. Dafür hat Google das Nexus 5X mit einer Anti-Fingerabdruckbeschichtung versehen, die Tapser nach wenigen Sekunden wieder verschwinden lässt. Das konnte man vom Nexus 5 nicht behaupten. Dafür bleiben gerne mal Staubpartikel am Gehäuse haften. Als Farben stehen Quarz, Eisblau und Anthrazit zur Auswahl.

Nexus 5X (Foto: CNET.com)

Die Rückseite des Nexus 5X bietet eine Beschichtung, die Fingerabdrücke weitgehende vermeidet (Foto: CNET.com)

Die Tasten sind beim Google Nexus 5X ebenfalls aus Kunststoff. Sie fühlen sich zwar nicht so gut an, wie Metall-Knöpfe, bieten aber ordentliche Druckpunkte und ein geringeres Spiel als beim Vorgänger. Google hat den Power-Button wieder auf der rechten Seite verbaut und ihn etwas nach unten versetzt, wodurch er sich mit dem Daumen sehr gut erreichen lässt – besser als beim Nexus 5.

Nexus 5X (Foto: CNET.com)

Die Lautstärkewippe ist nun auf der rechten Seite verbaut (Foto: CNET.com)

Darunter sitzt nicht mehr der Slot für die SIM-Karte, sondern die Lautstärkewippe, die zuvor noch auf der linken Seite zu finden war. Die Positionierung erweist sich als weniger praktikabel. Man kann Regelung während dem Telefonieren nun zwar intuitiver mit dem Daumen bedienen, für unseren Geschmack ist sie aber etwas zu weit unten angebracht. Ein Nachteil ist zudem, dass man zum Anfertigen eines Screenshots (Power+Leiser) nun zwei Hände benötigt.

Der SIM-Kartenslot sitzt links, oben und muss wie bisher mit einem SIM-Toolkit oder spitzem Gegenstand wie einer Büroklammer geöffnet werden. Den Kopfhöreranschluss hat Google an die untere, rechte Kante verlegt. Mittig findet sich hier der neue USB-Typ-C-Anschluss.

Nexus 5X (Foto: CNET.com)

Das Nexus 5X kommt mit einem USB-Typ-C-Anschluss (Foto: CNET.com)

Der Mono-Lautsprecher ist wieder unter dem Display integriert, gibt den Sound nun aber nicht mehr zur Seite, sondern nach vorne aus. Dadruch hält man ihn beim Anschauen eines Videos nicht so leicht zu.

Die Kamera steht auf der Rückseite noch etwas weiter hervor als beim Nexus 5. Grundlegend liegt das Smartphone aber eben auf dem Tisch auf. Tippt man allerdings auf die seitlichen Bereiche des Displays kippelt das Gerät – früher als der Vorgänger.

Nexus 5X (Foto: CNET.de)

Die Kamera steht etwas weitere heraus (Foto: Übergizmo)

Die Verarbeitung des Nexus 5X ist insgesamt in Ordnung, hat aber wie schon zuvor eine Schwäche. Die Glasabdeckung des Displays schließt am unteren Rand des Gehäuses nicht ganz bündig ab, sodass sich in dem kleinen Spalt Schmutz- und Staubpartikel ansammeln.

Nexus 5X (Foto: CNET.de)

In einem kleinen Spalt können sich Schmutz- und Staubpartikel ansammeln. (Foto: Übergizmo)

Display

Das Nexus 5X kommt im Vergleich mit einem größeren 5,2-Zoll-Display (Nexus 5: 5 Zoll), das wieder über eine Full-HD-Auflösung von 1920 mal 1080 Pixel verfügt. Die Pixeldichte beträgt 423 ppi, womit die Anzeige ausreichend scharf ist, um keine einzelnen Pixel mehr erkennen zu können. Geschützt wird sie noch von Gorilla Glas 3 und nicht wie beim Nexus 6P von der neueren vierten Generation.

LG verbaut ein IPS-LCD, das wie üblich gute Blickwinkel und im Vergleich zu OLED-Anzeigen eine etwas natürlichere, weniger knalligere Farbwiedergabe aufweist. Die Schwarzwerte sind natürlich nicht ganz so gut wie bei einem Galaxy S6, aber dennoch sehr gut für ein LCD. Auch die Helligkeit der Anzeige ist mit knapp über 400 cd/m² vollkommen ausreichend, um das Nexus 5X ohne Schwierigkeiten im Freien zu verwenden. Zudem lässt sich das Display deutlich stärker dimmen als beim 2013er-Modell, sodass Lesen und Surfen bei Nacht nicht auf die Augen geht.

Nexus 5X (Foto: CNET.de)

Unser Testsample weist einen Gelbstich auf (Foto: Übergizmo)

Allerdings haben einige Nexus-5X-Geräte offenbar Probleme mit einem Gelbstich. Im Netz findet man bereits mehrere Berichte von Käufern, die sich darüber beschweren. Auch die Farbwiedergabe unseres Testsamples wirkt im Vergleich mit dem Nexus 5 merklich gelb. Berichten zufolge soll sich der Gelbstich nach einer gewissen Nutzungszeit verbessern. Bei uns ist dies bislang nicht der Fall. Wer sich zu den Betroffenen zählt, sollte sich an den Support wenden. Google tauscht Geräte mit Gelbstich laut einem Reddit-Beitrag aus. Dennoch ist dies ärgerlich und erfordert unnötigen Aufwand.

Hardware

Die Hardware des Nexus 5X hat sich im Vergleich zu 2013 verbessert. Als CPU kommt Qualcomms 1,8 GHz schneller Snapdragon 808 mit sechs Kernen zum Einsatz. Die Grafikberechnung übernimmt eine Adreno-418-GPU. Auch wenn der Arbeitsspeicher weiterhin 2 GByte groß ist, läuft Android 6.0 Marshmallow dank des neuen Prozessors flotter als auf dem Vorgänger. Das merkt man auch schon beim Booten oder Installieren von Anwendungen sowie dem Öffnen und Schließen von System-Apps wie Youtube. Bei einfachen Aufgaben wie dem Aufrufen des App-Drawers ist das zwei Jahre alte Gerät aber nicht weniger flott.

Nexus 5X (Foto: CNET.de)

Nexus 5X im AnTuTu 6.0 Bench (Foto: Übergizmo)

Die höhere Leistung macht sich erst richtig bei aufwendigeren Anwendungen und Spielen bemerkbar. Im neuen AnTuTu 6.0 Benchmark-Test erreicht das Nexus 5X 53502 Punkte. Das LG G4 kam mit gleichem Chip auf gut 49.000 Punkte – allerdings noch mit der Vorgängerversion des Benchmark-Tests, die sich nicht mehr gänzlich vergleichen lässt. Das Nexus 5 kommt mit Version 6.0 auf 36787 Punkte.

Im Vergleich zu High-End-Geräten wie dem Galaxy S6 liegt das Nexus 5X aber etwas zurück. Im Gegensatz zum Nexus 5 integriert Google auch nicht mehr den aktuell schnellsten Qualcomm-Chip, derzeit der Snapdragon 810, sondern den etwas langsameren 808er. Warm wurde das Gerät bei der Nutzung dafür nicht. Nachfolgende Grafiken zeigen einen Performance-Vergleich mit Konkurrenz-Geräten.

Nexus 5X: Performance-Vergleich (Grafik: CNET.com)

Nexus 5X: Performance-Vergleich (Grafik: CNET.com)

Für persönliche Daten stehen wahlweise 16 oder 32 GByte interner Speicher zur Verfügung. Davon bleiben beim 32-GByte-Modell 24,89 GByte für Nutzerdaten übrig. Einen microSD-Kartenslot zur Erweiterung der Kapazität gibt es leider auch beim neuen Nexus nicht. Zur weiteren Ausstattung gehört noch eine RGB-LED-Benachrichtigungsleuchte.

Fingerabdruckscanner

Das Nexus 5X ist neben dem 6P das erste Google-Smartphone, das mit einem Fingerabdruckscanner ausgestattet ist. Dieser sitzt auf der Rückseite unter der Kameralinse und ist mit dem Zeigefinger gut zu erreichen. Wie üblich muss der Finger mehrmals in verschiedenen Ausrichtungen auf den Sensor gelegt werden, um den Fingerabdruck einzuspeichern. Anschließend funktionieren die Erkennung und das Entsperren des Gerätes zuverlässig und schnell. Wie üblich lassen sich mehrere Fingerabdrücke einspeichern. Praktisch ist, dass sich trotz Fingerabdrucksicherung noch die Smart-Lock-Funktion uneingeschränkt nutzen lässt.

Nexus 5X (Foto: CNET.com)

Das Nexus 5X kommt mit einem schnellen Fingerabdruckscanner (Foto: CNET.com)

Kamera

Das Nexus 5X ist mit einer höher auflösenden 12,3-Megapixel-Kamera mit doppeltem LED-Blitz auf der Rückseite ausgestattet. Die einzelnen Pixel sind mit 1,55 µm relativ groß und sollen in Kombination mit einer f/2.0-Blende bei schlechten Lichtverhältnissen gute Aufnahmen ermöglichen. Außerdem ist nun ein Laserautofokus an Bord. Allerdings gibt es keinen optischen Bildstabilisator wie beim Nexus 6P.

Der fehlende OIS führt dazu, dass man Fotos gerade bei schlechten Lichtverhältnis des Öfteren verwackelt und unscharfe Aufnahmen herauskommen. Zudem dauerte es teilweise mehrere Sekunden bis der Fokus die Szene erfasst hat und das Bild im Kasten war. Bei genügend Licht gelingen Bilder dagegen in der Regel blitzschnell und beim ersten Versuch.

Nexus 5X (Foto: CNET.de)

Nexus 5X (Foto: Übergizmo)

Die Bildqualität ist deutlich besser als noch beim Nexus 5. Die Kamera produziert bei guten Lichtbedingungen ansehnliche und scharfe Fotos mit sehr vielen Details und natürlichen Farben. Die Aufnahmen sind auch an den Rändern nicht unscharf. Bei schwierigeren Lichtverhältnissen sind helle Bereiche manchmal etwas überbelichtet. Der HDR+-Modus gleicht dies aber weitgehend aus und sorgt für besser ausgeleuchtete Aufnahmen. Bei sehr wenig Licht werden Bilder schnell stark verrauscht. Hier sollte man – wenn möglich – den Blitz einsetzen. Nachfolgend einige Testaufnahmen des Nexus 5X im Vergleich mit dem Nexus 5:

Nexus 5X (Foto: CNET.de)

Nexus 5X (Foto: Übergizmo)

Nexus 5 (Foto: CNET.de)

Nexus 5 (Foto: Übergizmo)

Nexus 5X (Foto: CNET.de)

Nexus 5X (Foto: Übergizmo)

Nexus 5 (Foto: CNET.de)

Nexus 5 (Foto: Übergizmo)

Nexus 5X (Foto: CNET.de)

Nexus 5X (Foto: Übergizmo)

Nexus 5 (Foto: CNET.de)

Nexus 5 (Foto: Übergizmo)

Die Kamera auf der Vorderseite hat 8 Megapixel und einen 1,4 µm großen Sensor, jedoch keinen Blitz. Die Front-Kamera macht im Großen und Ganzen ordentliche Aufnahmen, die allerdings beim nahen Heranzoomen recht weichgezeichnet wirken. Für Selfies, die man auf Facebook & Co. hochladen möchte, reicht das jedoch mehr als aus.

Die Kamera-App des Nexus 5X bietet nicht viele Funktionen (Foto: CNET.de)

Die Kamera-App des Nexus 5X bietet nicht viele Funktionen (Foto: Übergizmo)

Die Kamera-App bietet beim neuen Nexus im Grunde dieselben Optionen wie zuvor. Es stehen Photo Sphere, Panorama und Fokuseffekt zur Auswahl. Zudem kann man den Blitz deaktiveren und den HDR+-Modus hinzuschalten. Die Helligkeit lässt sich nun offenbar nicht mehr anpassen. Zudem gibt es einen Editor zum Beschneiden, Drehen und Aufhübschen eines Fotos. Insgesamt bietet das Nexus 5X ab Werk relativ wenige Kamera-Features. Es gibt keinen Pro-Mode oder gar RAW-Unterstützung. Allerdings gibt es genügend Apps im Play Store, die etwas nachhelfen können. Videos lassen sich aber auch beim Nexus 5X in 4K aufzeichnen.

Kommunikation

Drahtlos kommuniziert das Nexus per LTE Cat 6, WLAN 802.11 ac, Bluetooth 4.2 und NFC. GPS und Glonass sind ebenfalls an Bord. Außerdem verfügt es über einen USB-Typ-C-Anschluss und einen Nano-SIM-Kartenschacht. Im Lieferumfang ist nur ein USB-Typ-C-Kabel enthalten, mit dem sich das Gerät nicht an einen Rechner mit dem noch üblicheren USB-Typ-A-Standard anschließen lässt. Hierfür müsste man sich einen Adapter besorgen. Fotos ließen sich aber beispielsweise auch per WLAN übertagen.

Sound

Die Lautstärke des nach vorne gerichteten Mono-Lautsprechers ist höher als beim Nexus 5, hält in Sachen Soundqualität aber nicht mit den Stereo-Lautsprechern anderer Top-Modelle mit. So schlecht, wie er in manchen Tests weggekommen ist, klingt aber unserer Meinung nach nicht.

Nexus 5X (Foto: CNET.com)

Der Lautsprecher ist nun nach vorne gerichtet (Foto: CNET.com)

Features & OS

Das Nexus 5X ist mit Android 6.0 Marshmallow ausgestattet und wird wie üblich stets als erstes mit Updates auf neue OS-Versionen wie aktuell Android 6.0.1 aktualisiert. Allerdings sind andere Hersteller inzwischen auch schneller mit der Auflieferung von Updates geworden. Für das LG G4 wird zum Beispiel schon seit gut einer Woche das Update auf Android 6.0 ausgeliefert. Fürs HTC One M9 soll es noch im Dezember verfügbar sein. Das Galaxy S6 wird voraussichtlich im Januar folgen.

Nexus 5X (Foto: CNET.com)

Das Nexus 5X kommt mit Android 6.0 (Foto: CNET.com)

Zum Einsatz kommt beim Nexus 5X Stock-Android ohne von Herstellern aufgespielte Bloatware. Abgesehen von den typischen Google-Apps wie Maps, Gmail, Drive, Youtube, Play Movies, Music, Books, Chrome sowie Docs, Präsentationen und Tabellen ist hier also keine möglicherweise unerwünschte Software vorinstalliert. Man muss sich also nach dem ersten Einschalten nicht die Zeit nehmen, um unter Umständen nicht benötigte Dienste wie Instagram, Facebook, Facebook Messenger, Pizza.de, WhatsApp, HRS Hotels & Co. vom Smartphone zu schmeißen.

Nexus 5X (Foto: CNET.com)

Es ist keine Bloatware vorinstalliert (Foto: CNET.com)

Mit Stock-Android bringt das Nexus 5X allerdings auch kaum zusätzlichen Funktionen mit, die man eventuell doch ganz praktisch fände. Dafür läuft Vanilla-Android einfach runder und flüssiger als die von Herstellern mit eigenen Oberflächen versehenen Android-Versionen.

Android 6.0 bringt zahlreiche neue Funktionen mit. Zu den Neuerungen gehört zum Beispiel „Now on Tap, Beschränkungsmöglichkeiten für App-Berechtigungen oder die Energiesparfunktion namens Doze. Nähere Details hält folgender Artikel bereit.

Akkulaufzeit

Das Nexus 5X ist mit einem 2700-mAh-Akku ausgestattet, der in Kombination mit Doze für ein ordentliche Standby-Zeit sorgt. Im Schlafzustand verbraucht das Gerät nur 2 bis 4 Prozent in 12 Stunden. Zwei Wochen hält das Nexus 5X damit locker durch, wenn man es einmal links liegen lässt.

Im Betrieb kommt man je nach Anwendung und Helligkeit auf eine Screen-On-Time von rund 5 bis 7 Stunden. Beim Anschauen eines Youtube-Clips oder Surfen im Netz über WLAN bei halber Helligkeit geht dem Akku im Schnitt der Saft nach 5 bis 6 Stunden aus.

Der sogenannte Ambient Mode spart noch etwas Strom, wenn man nur einmal schnell die Uhrzeit abrufen oder nach Benachrichtigungen schauen möchte. Hebt man das Gerät vom Tisch hoch oder zieht es aus der Hosentasche aktiviert sich eine Art Glance-Screen, der je nach Einstellung Uhrzeit, Datum und Benachrichtigungen anzeigt. Insgesamt hält der Akku klar länger als beim Nexus 5, im Vergleich zu Konkurrenten hat das 5X aber nicht die längste Akkulaufzeit.

(Foto: Übergizmo)

Das USB-Kabel hat an beiden Enden einen USB-Typ-C-Anschluss (Foto: Übergizmo)

Geladen wird das Smartphone via USB-Typ-C. Google liefert ein entsprechendes Kabel und Netzeil mit. Drahtloses Laden gibt es bei dem Nexus-5-Nachfolger nicht mehr.

Dank Qualcomms Quick-Charge-Technologie soll der Akku in nur 10 Minuten für bis zu 3,8 Stunden Laufzeit mit Strom betankt sein. Und das Nexus 5X lädt auch recht schnell. In 15 Minuten schnellt die Akkustandanzeige von 50 auf 67 Prozent nach oben. Nach knapp einer Stunde zeigte das 5X dann 100 Prozent an.

Fazit

Was einst die Google-Nexus-Reihe ausmachte – High-End-Hardware zu einem vergleichsweise günstigen Preis – ist beim neuen Nexus 5X nicht mehr gegeben. Google verlangt für die Ausstattung des 5X einen zu hohen Preis. Für das Geld bekommt man bei der Konkurrenz ein höherwertiges Design und eine mindestens gleichwertige Hardware. Auch für umgerechnet 364 Euro, zu den Google die 16-GByte-Version in den USA verkauft, wirkt das Nexus 5X noch zu teuer. Im Vergleich bietet beispielsweise ein Honor 7 das bessere Preis-/Leistungsverhältnis, auch wenn es nicht mit der neuesten Android-Version ausgestattet ist.

Die Software bleibt auch einer der wenigen echten Plus-Punkte des Nexus-Smartphones. Stock-Android läuft runder und flüssiger als die angepassten Oberflächen. Zudem erhält das Nexus 5X die aktuellste Android-Version stets als erstes und kommt mit einem unveränderten Android-Betriebssystem ohne Bloatware. Performance, Kamera, Fingerabdruckscanner und Akkulaufzeit sind nicht schlecht, stechen aber zu diesem Preis nicht hervor. Verbesserungswürdig sind die Verarbeitung und bei unserem Modell auch das Display. Wünschenswert wäre außerdem ein optischer Bildstabilisator für die Kamera.

[Mit Material von Sean Hollister, CNET.com & Übergizmo.de]

Christian Schartel
Autor: Christian Schartel
Redakteur
Christian Schartel Christian Schartel Christian Schartel

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Nexus 5X im Test: Teurer Nexus-5-Nachfolger mit Android 6.0

  • Am 18. Dezember 2015 um 09:22 von booleeny

    Ich bin bis auf einen Punkt sehr zufrieden mit dem 5x. Leider wurde beim 5x auf Miracast verzichtet. Man wird folglich gezwungen ein Google Cast zu verwenden obwohl der Fernseher Miracast kann. Das ist wirklich ärgerlich und erinnert leider an die Entmündigung a la Apple.

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