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iPhone-Hacker entwickelt selbstlernendes autonomes Auto

Das selbstfahrende Auto von George Hotz alias „geohot“ nutzt eine einzigartige Software, die auf „Deep Learning“ basiert. Es lernt durch Beobachtung des Fahrers und anderer Verkehrsteilnehmer und benötigte nur rund 2000 Zeilen Code.

Der iPhone-Hacker geohot, der sich zu den ersten iPhone-Jailbreakern zählt, hat ein selbstfahrendes Auto entwickelt, dessen System nicht wie üblich auf hunderttausenden Zeilen von Code basiert, sondern mithilfe von Maschinenlernen erlernt, wie es sich im Straßenverkehr zu verhalten hat. Über das vielversprechende Projekt von George Hotz, wie geohot im wirklichen Leben heißt, berichtet die Webseite Bloomberg.

(Screenshot: ZDNet.de bei Bloomberg)

Geohot nutzt einen Acura ILX als Testplattform (Screenshot: ZDNet.de bei Bloomberg)

Das System von geohot ist gleich in mehreren Punkten höchst interessant. Zum einen handelt es sich dabei um eine Art Nachrüstlösung, die künftig jedes Auto in ein autonomes Fahrzeug verwandeln könnte. Das System passt in das Handschuhfach eines Fahrzeugs. Hotz kann sich vorstellen, das nötige Sensoren-Hardwarekit interessierten Autoherstellern, aber möglicherweise auch direkt Privatpersonen für etwa 1000 Dollar anzubieten, so Bloomberg.

Zum anderen hat der iPhone-Hacker eine einzigartige Software entwickelt, die auf das sogenannte Deep Learning setzt. Durch die Maschinen-Lernen-Technologie benötigt das System nicht Unmengen an Regeln für unterschiedliche Situationen, die in hunderttausenden Zeilen von Code festgeschrieben werden, sondern lernt das Fahren indem es den Fahrer im Straßenverkehr beobachtet. „IF-Bedingungen töten“, so Hotz. Nur rund 2000 Zeilen Code sollen dafür nötig gewesen sein.

Hotz hat inzwischen drei Fahrten mit dem selbstlenkenden Auto durchgeführt, in denen das System beispielsweise erlernt hat, dass man am besten in der Mitte der Spur fährt und einen sicheren Abstand zum Vordermann hält. Es lässt auch etwa einem Radfahrer beim Überholen viel Platz, weil es das bei Hotz selbst gesehen hat.

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Dem Entwickler zufolge, habe sich das autonome Auto anfangs wie ein Fahranfänger verhalten, der noch nicht lange hinter dem Steuer sitzt. Schon bei der zweiten Fahrt hatte es beeidruckend viel gelernt und konnte schon weitere Strecken autonom lenken. Auf der dritten Fahrt hatte geohot schließlich auch Gas und Bremse autonomisiert. Laut Bloomberg hielt das System das Fahrzeug über Meilen perfekt in der Spur und bremste beispielsweise auch selbstständig, wenn der Vordermann bremste.

Das System lernt scheinbar auch von anderen Verkehrsteilnehmern. Hotz zufolge wirkte es jedenfalls manchmal so, als ob es ein benachbartes Fahrzeug in einer Kurve beobachte. Diese Verhaltensweisen wurden dem Fahrzeug nicht einprogrammiert, schreibt Bloomberg. Geohot kann nicht wirklich erklären, warum das System tut, was es tut. „Es fing an, eigene Entscheidungen zu treffen“, so der iPhone-Hacker.

Als Basis verwendet Hotz einen Acura ILX (Modell 2016). Die Umgebung erfasst er mit einem laserbasierten LiDARRadarsystem und Kameras vorn sowie hinten. Zur Bildverarbeitung nutzt er herkömmliche Grafikchips, die auch Videospielekonsole antreiben. Intel-Chips übernehmen die Kalkulationen, die für die künstliche Intelligenz nötig sind. Zum Einsatz kommen ein Intel NUC sowie auch noch eine Reihe von GPS-Sensoren und ein Switch zur Kommunikation. Die Hardware ist nach seiner Darstellung der von Mobileye überlegen, die von Google bis Uber und Tesla so gut wie alle Projekte für autonomes Fahren großer Hersteller nutzen. Mobileye sei „nicht mehr auf der Höhe der Zeit“, erklärte Hotz. Das Projekt will das Technik-Wunderkind erst im Oktober begonnen haben.

Hotz zufolge wurde er bereits von Tesla-CEO Elon Musk kontaktiert, der ihm eine Stelle angeboten hat, falls seine Lösung tatsächlich besser als die von Mobileye sei. Hotz wollte seine Technologie in einem Vergleich unter Beweis stellen, wurde aber von Musk verärgert, da dieser ständig die Regeln dafür geändert habe. Nun will Geohot seine Technik wenn, dann nur für einen doppelten Preis an Tesla verkaufen.

Seine nächsten geplanten Schritte sind, ein Youtube-Video seines selbstlenkenden Fahrzeugs zu drehen, um dessen Tauglichkeit unter Beweis zu stellen und zu zeigen, dass seine Technik besser ist als die von Tesla genutzte. Außerdem plant er, sich als Uber-Fahrer zu verpflichten, um das System kontinuierlich auf der Straße erproben und verbessern zu können.

Als 17-Jähriger hatte „geohot“ als erster Apples iPhone gehackt und dessen Nutzung in einem anderen US-Mobilfunknetz als dem damals exklusiven Apple-Partner AT&T ermöglicht. Hotz entsperrte auch die Sony Playstation 3. Als ihn Sony verklagte, sammelte eine Community ausreichend Geld, um seine Anwaltskosten zu decken. Den Restbetrag überwies er der EFF. Mit Sony einigte er sich außergerichtlich.

[Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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Christian Schartel
Autor: Christian Schartel
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