„Game of Thrones“ war 2015 die am häufigsten über BitTorrent heruntergeladene Fernsehserie

Geschätzte 14,4 Millionen Downloads sind das Doppelte des zweitplatzierten „The Walking Dead“ und deutlich mehr als 8,1 Millionen US-Fernsehzuschauer.

Wie das jährliche von Torrentfreak vorgelegte Ranking besagt, war „Game of Thrones“ auch 2015 die am häufigsten über BitTorrent heruntergeladene Fernsehserie. Die Fantasy-Serie nach den Romanen von George R. R. Martin führt das Ranking damit bereits zum vierten Mal in Folge an. Torrentfreaks Schätzung beträgt 14,4 Millionen Downloads – mehr als doppelt so viele wie die Nummer 2, „The Walking Dead“ mit 6,9 Millionen Downloads. Rang 3 belegt „The Big Bang Theory“ mit geschätzten 4,4 Millionen Downloads.

(Bild: BitTorrent)

Die meisten Downloads erfolgten direkt in der Woche nach der Erstausstrahlung. Die Serie brach 2015 auch einen anderen Rekord: mindestens 258.131 gleichzeitige Zugriffe auf eine einzige Torrent-Datei. Torrentfreak schreibt in seinem Jahresrückblick zu Fernsehserien auch, es verzeichne einen Trend zu besserer Qualität im Jahresvergleich. Dennoch sei die Auflösung 480p noch die am häufigsten heruntergeladene, vor 720p und 1080p.

Es gäbe insgesamt Anzeichen, dass Raubkopien von Fernsehserien beliebter werden. Schließlich legten die Downloadzahlen für beliebte Serien jeweils zu. In mehreren Fällen übersteigen die Zahl der (weltweiten) Downloads schon die Zahl der US-Fernsehzuschauer: „Game of Thrones“ sahen 2015 nach offiziellen Schätzungen 8,1 Millionen Amerikaner.

Die Daten stammen aus Quellen des auf Torrents spezialisierten Blogs ebenso wie aus Angaben von BitTorrent-Trackern. Die Zahl der Raubkopien insgesamt, inklusive Downloads über Filesharing-Sites und auch DVD-Kopien, dürfte weit höher liegen.

BitTorrent ermöglicht das Auffinden von Torrent-Angeboten, unabhängig vom Inhalt. Manche sehen dazu Beihilfe zu Urheberrechtsvergehen, andere betrachten es als spezialisierte Suchmaschine. So urteilte das Landgericht Hamburg im April 2015 auf Antrag der Musikindustrie einen deutschen Provider an, die Dienste OpenBitTorrent, PublicBitTorrent und Istole.it abzuschalten. Der Dienstleister musste zudem Auskunft über die Betreiber der Tracker geben. Medienrechtsanwälte sprachen von einem „technologiefeindlichen“ Urteil.

Durch Streaming-Angebote mit umfangreichem Programm an Filmen und Serien sinkt freilich der Anreiz, Filme und Serien raubzukopieren. Amazon Prime lockt Neukunden derzeit mit 49 Euro Abogebühr pro Jahr. Netflix kostet rund 10 Euro monatlich. Für Watchever zahlt man rund 9 Euro, für Maxdome rund 8 Euro. Die Testphase ist jeweils noch deutlich günstiger oder gar kostenlos. Allerdings gelten diese Preise als Einführungsangebote einer jungen Branche und vermutlich nicht nachhaltig.

[Mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
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