CES 2016: Samsungs künftige Smart- und SUHD-TVs sind zu SmartThings kompatibel

Damit lassen sich beispielsweise Heizung und Licht über das TV-Gerät regeln. Samsung nutzt dazu die 2014 für 200 Millionen Dollar gekaufte Plattform SmartThings. Ein Sicherheitsystem namens Gaia mit geschütztem Bereich innerhalb des Betriebssystems Tizen sorgt für die Absicherung.

Wie Samsung jetzt im Vorfeld der CES informiert hat, werden alle 2016 eingeführten SmartTVs und SUHD-TVs, sprich TVs mit 4K- oder Ultra-HD-Auflösung, zu seiner Smart-Home-Plattform SmartThings kompatibel sein. Das heißt letztlich, dass sich Haushaltselektrik und Elektronik einschließlich Schlösser und Heizung vom Fernseher aus steuern und verwalten lassen können. So könnten Samsung zufolge Bewegungsmelder beispielsweise Benachrichtigungen an den Fernseher senden oder die sich die Helligkeit der Zimmerbeleuchtung über die TV-Fernbedienung regeln lassen.

SmartThings-kompatibler Samsung-TV (Bild: Samsung)

SmartThings-kompatibler Samsung-TV (Bild: Samsung)

Der Dienst SmartThings, den Samsung 2014 für 200 Millionen Dollar zugekauft hat, ist Samsungs zentrale Plattform fürs Internet der Dinge, also eine Vernetzung von Geräten und Sensoren, um Fernsteuermöglichkeiten zu realisieren und Daten für effizientere Nutzung zu sammeln. Solche Techniken werden auf der Consumer Electronics Show (CES) vom 6. bis 9. Januar 2016 in Las Vegas voraussichtlich eine große Rolle spielen.

Das Unternehmen stellte parallel dazu mit Gaia eine Sicherheitsplattform für seine SmartTVs mit dem selbst entwickelten Betriebssystem Tizen vor. Sie wird als Pendant zur Android-Sicherheitslösung Knox beschrieben und soll es beispielsweise ermöglichen, Kreditkartendaten durch eine PIN zu sichern und ausgehende Daten zu verschlüsseln. Auch ein Malware-Schutz ist Samsung zufolge enthalten.

Samsung Gaia (Bild: Samsung)

Samsung Gaia (Bild: Samsung)

Konkret setzt Gaia auf drei Ebenen an. Erstens schafft es eine Secure Zone, also eine Art virtuellen Safe, in dem sich persönliche Daten wie Kreditkartennummer oder Passwörter hinterlegen lassen. Für den Zugriff ist ein Code nötig. Die zweite Ebene ist die Verschlüsselung von Verbindungen zwischen dem Fernseher und IoT-Servern sowie die Malware-Erkennung, die Programme blockiert, die beispielsweise Änderungen am Betriebssystem vornehmen wollen.

Drittens wird die Aufteilung von Tizen OS in zwei Teile, einen Hauptteil und einen Sicherheitsbereich, durch die Hardware unterstützt. Ein Chip – mutmaßlich ein Trusted Platform Module – soll das Public-Key-Verschlüsselungsverfahren zusätzlich absichern.

Mit der Absicherung will Samsung offenkundig weitere rufschädigende Vorfälle rund um seine TV-Angebote vermeiden. Im Februar 2015 räumte es ein, dass seine Fernseher die Gespräche der Anwender aufnehmen und auch Dritten zur Verfügung stellen, wenn die Sprachsteuerung aktiv ist. Auch andere Hersteller vernetzter Fernseher kämpfen mit der Absicherung privater Daten: LG überwachte seine Nutzer per Kamera und zeichnete auch gleich auf, welche Sendungen sie ansahen, und Vizio versäumte es, bei der Übertragung vertraulicher Daten wie Kamerabild und Spracheingaben die Echtheit der Serverzertifikate zu prüfen, was Man-in-the-Middle-Angriffe ermöglichte.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
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