Mangelhafte Update-Strategie: Niederländische Verbraucherschützer klagen gegen Samsung

Consumentenbond zufolge soll Samsungs „mangelhafte Updatestrategie“ gegen Wettbewerbsgesetze verstoßen. Allerdings versorgen den Verbraucherschützern nach auch andere Hersteller ihre Geräte nicht angemessen mit Updates.

Die gemeinnützige niederländische Verbraucherschutzorganisation Consumentenbond wirft Samsung eine mangelhafte Update-Strategie für seine Android-Geräte vor und hat den koreanischen Smartphone-Hersteller verklagt. Gespräche mit Samsung im Dezember verliefen einer Pressemitteilung (PDF) von Consumentenbond nach ohne Erfolg.

Samsung-Logo (Bild: Samsung)

Da Samsung seine Kunden nach Ansicht der Verbraucherschützer beim Kauf eines Android-Geräts nur unzureichend darüber informiert, wie lange sie Updates erhalten werden, verstoße das Unternehmen gegen Wettbewerbsgesetze. Auch die Offenlegung von kritischen Sicherheitslücken wie beispielsweise Stagefright sei unzureichend. Schließlich verlangt Consumentenbond, dass Samsung seine Smartphones auch tatsächlich mit Updates versorgt.

„Consumentenbond konzentriert sich zuerst auf Samsung, weil Samsung in den Niederlanden der unbestrittene Marktführer für Android-Telefone ist“, heißt es weiter in der Pressemitteilung. „Allerdings versorgen auch andere Hersteller ihre Geräte nicht angemessen mit Updates.“

Eine eigene Umfrage von Consumentenbond, auf die sich die Verbraucherschützer unter anderem berufen, soll zeigen, dass 82 Prozent der untersuchten Samsung-Smartphones in den ersten zwei Jahren nach ihrer Markteinführung nicht mit der neuesten Android-Version versorgt wurden. „Softwareupdates sind unerlässlich, damit Smartphones sicher sind, und um Verbraucher vor Cyberkriminellen und dem Verlust persönlicher Daten zu schützen“, ergänzte Consumentenbond.

Gegenüber Forbes erklärte ein Samsung-Sprecher: „Bei Samsung wissen wir, dass unser Erfolg vom Vertrauen der Verbraucher in uns, unsere Produkte und unsere Dienste abhängig ist.“ Deshalb habe man in den vergangenen Monaten begonnen, Kunden besser über Sicherheitsprobleme zu informieren, und Maßnahmen ergriffen, um diese Probleme zu lösen.

Als Folge der Stagefright-Lücke hatten Google, LG und auch Samsung im vergangenen Jahr monatliche Sicherheitsupdates angekündigt. Samsung beschränkt die Patches allerdings auf wenige High-End-Geräte. HTC hält regelmäßige Sicherheitsupdates indes für unrealistisch, vor allem dann, wenn die Verteilung nicht direkt über den Gerätehersteller erfolgt, sondern den Mobilfunkanbieter. Zumindest Besitzer von Samsung-Geräten mit Android 5.x Lollipop können inzwischen prüfen, ob sie die jüngsten Sicherheitsupdates erhalten haben. Die von Google Anfang Januar veröffentlichten Sicherheitspatches hat Samsung allerdings noch nicht freigegeben.

[Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

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2 Kommentare zu Mangelhafte Update-Strategie: Niederländische Verbraucherschützer klagen gegen Samsung

  • Am 21. Januar 2016 um 12:21 von Wolfgang Denda

    Eine gewonnene Klage der Verbraucherorganisation wäre ein wichtiger Tritt in den Hintern der Hersteller. Wir erinnern uns: auch Microsoft hat nicht ganz freiwillig mit dem „Patchday“ angefangen. Warum gibt es so eine Aktion nicht bei uns? Oder ist das in DE zu sehr #Neuland?

    • Am 21. Januar 2016 um 23:08 von SLY

      Ich habe mich damals massiv über Samsung geärgert. Schon wenige Monate nach Neukauf eines Note1 gab es keine Updates auf die aktuellste Android Version, bei Stand 4.2.irgendwas war Ende. Jetzt gab das Gerät den Geist auf und ich habe mir ein iphone 6 plus zugelegt.

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