Google hat Linux-Kernellücke in Android geschlossen

Google hat die Kernel-Lücke in Android, die Anfang der Woche von Perception Point gemeldet wurde, inzwischen geschlossen. Ab sofort steht der Patch dem Android Open Source Project und auch Googles Partnern zur Verfügung. Die eigenen Nexus-Geräte sind laut Google nicht davon betroffen.

Adrian Ludwig, Lead Security Engineer bei Google stuft die Schwachstelle, die im Linux-Kernel ab Version 3.8 steckt, jedoch als nicht so gefährlich ein, wie von der israelischen Sicherheitsfirma Perception Point dargestellt. Zudem seien deutlich weniger Geräte betroffen als die von Perception Point gemeldeten 66 Prozent aller Android-Smartphones und –Tablets.

Android-Logo (Bild: Google)

Android-Logo (Bild: Google)

„Wir glauben, dass keine Nexus-Geräte anfällig sind für eine Ausnutzung durch Apps Dritter“, schreibt Ludwig auf Google+. „Außerdem sind Geräte mit Android 5.0 und höher geschützt, da die Android-SELinux-Richtlinie verhindert, dass Drittanbieteranwendungen den betroffenen Code erreichen.“ Vor allem aber enthielten viele Geräte mit Android 4.4 und älteren OS-Versionen den mit Linux-Kernel 3.8 eingeführten fehlerhaften Code gar nicht, so Ludwig weiter.

Diese neueren Kernel-Versionen seien bei älteren Android-Version nicht üblich. Auf welcher Kernel-Version ihr Gerät basiert, können Nutzer in den Systemeinstellungen unter „Über das Telefon/Tablet“ kontrollieren. Bei Android 6.0.1 ist es beispielsweise 3.10, also eine grundsätzlich anfällige Version.

Google hat seinen Patch inzwischen dem Android Open Source Project und auch seinen Partnern übergeben. Wann die Gerätehersteller das Update an ihre Kunden ausliefern werden, ist indes unklar. Google schreibt Ludwig zufolge lediglich vor, dass der Patch für alle Geräte mit Android-Sicherheitspatch-Ebene 1. März 2016 oder neuer benötigt wird.

Computerworld weist darauf hin, dass das aber nicht automatisch bedeutet, dass Hersteller den Patch auch im März zur Verfügung stellen. Die Vorgabe bedeute lediglich, dass Geräte ohne den Patch für die Kernellücke diese Patch-Ebene nicht erreichen, also bei Patch-Ebene 1. Februar 2016 oder früher bleiben.

Der fragliche Zero-Day-Bug mit der Kennung CVE-2016-0728 steckt in der Schlüsselbund-Komponente des Linux-Kernels, die es Linux-Treibern erlaubt, Sicherheitsdaten, Authentifizierungsschlüssel, Verschlüsselungsschlüssel und andere Daten zu verwalten. Allerdings lässt sich der Fehler nur lokal ausnutzen – ein Hacker muss also bereits Zugriff auf ein anfälliges System haben.

Obwohl der Fehler auch Android betrifft, hatte Perception Point vor der Offenlegung der Schwachstelle Google nicht informiert. Allerdings holte das Sicherheitsunternehmen den Linux-Anbieter Red Hat mit ins Boot. In seinem Advisory widerspricht Red Hat Ludwigs Aussage, wonach SELinux vor Angriffen auf die Lücke schützen soll. Die Frage, ob SELinux das Problem entschärfe, wird dort klar mit „Nein“ beantwortet.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

Tipp: Sind Sie ein Android-Kenner? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Google hat Linux-Kernellücke in Android geschlossen

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *