Intel Compute Stick (2016) im Kurztest: Größer und etwas besser

Die zweite Generation des Intel Compute Stick (2016) mit Intel-Atom-x5-Prozessor ist ab sofort im deutschen Handel für 190 Euro erhältlich. CNET hat den PC im HDMI-Stick-Format getestet.

Mit dem Intel Compute Stick lässt sich fasst jeder Fernseher, Computer-Monitor oder gar Projektor mit einem HDMI-Anschluss in einen PC mit Microsoft Windows verwandeln. Anfang Januar 2016 hat Intel die zweite Generation seines Compute-Sticks mit dem neuen Windows 10 vorgestellt. Der PC im USB-Stick-Format ist ab sofort im deutschen Handel in ersten Versionen für rund 190 Euro erhältlich. CNET hat den Intel Compute Stick (2016) mit dem etwas schnelleren Intel-Atom-x5-Prozessor einem kurzen Test unterzogen.

(Foto: CNET.com)

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Design und Einrichtung

Das Design des neuen Compute-Sticks ist wie bei der ersten Generation minimalistisch gehalten, kommt nun aber mit einem matten Finish. Das Gehäues ist weiterhin aus Kunststoff und die Verarbeitung wie gewohnt ordentlich. Der HDMI-Stick misst jeweils in all seinen neuen Ausführungen 11,4 mal 3,8 mal 1,2 Zentimeter und ist damit rund einen Zentimeter länger als der Vorgänger. Dafür bietet er nun einen zweiten USB-Port für den Anschluss von Peripherie.

(Foto: CNET.com)

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Die Einrichtung benötigt etwas mehr Handgriffe, als den Stick einfach in den HDMI-Port des Fernsehers oder Monitors zu stecken, dauert insgesamt allerdings nicht länger als 15 Minuten. Als erstes muss das Gerät natürlich mit Strom versorgt werden. Dazu dienen ein mitgelifertes microUSB-Ladekabel und ein verhältnismäßig großes Netzteil. Das Kabel ist bei der zweiten Generation des Compute Sticks etwas länger und kommt auf gut einen Meter. Neuere HDMI-Standards, die genügend Strom liefern können, um den Compute Stick ohne externe Stromversorgung zu betrieben, sind leider noch Zukunftsmusik. Bis dahin muss man mit dem Kabelsalat leben.

(Foto: CNET.com)

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Möglicherweise ist am Fernseher nicht genügend Freiraum, um den Intel Compute Stick direkt in den HDMI-Eingang zu stecken. Dafür ist aber ein kurzes HDMI-Verlängerungskabel dabei, das diesbezügliche Platzprobleme aus dem Weg räumen dürfte.

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Darüber hinaus benötigt man noch Eingabegeräte zur Bedienung. Eine Tastatur oder eine Maus lassen sich drahtlos via Bluetooth oder dank des zweiten USB-Ports nun auch gleichzeitig kabelgebunden mit dem Intel Compute Stick verbinden. Auch drahtlose Eingabegeräte mit USB-Dongle funktionieren. Allerdings ist Bluetooth die komfortabelste Option, da keine zusätzlichen Kabel hinzukommen, was der Handlichkeit zuträglich ist.

(Foto: CNET.com)

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Eine weitere Möglichkeit ist die Bedienung über das Smartphone oder Tablet. Intel bietet eine Remote-Keyboard-App für Android und iOS an, die auf dem Bildschirm des Mobilgerätes eine Tastatur und ein Touchpad anzeigt. Das ist praktisch, wenn man nur kurz auf das System zuzugreifen oder einfach nur eine Maus für die Navigation verwenden möchte. Die On-Screen-Tastatur kann dann zur gelegentlichen Eingabe eines Passworts oder einer URL verwendet werden. Anschließend muss nur noch Windows 10 eingerichtet werdet.

Ausstattung und Leistung

Die erste Generation mit Atom-Prozessoren kam im April 2015 mit Windows 8 und im Juli dann mit Ubuntu auf den Markt. Dem aktualisierten Intel Compute Stick (2016) hat Intel einen etwas schnelleren Atom-x5-Z8300-Chip der neueren Cherry-Trail-Reihe spendiert. Das Quadcore-SoC läuft mit 1,44 GHz Basistakt und bis zu 1,84 GHz im TurboBoost-Modus. Die Graphik übernimmt Intels integrierter HD-Graphics-Chip mit 200 MHz Grundtakt.

(Foto: CNET.com)

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An Arbeitsspeicher stehen dem Prozessor 2 GByte zur Seite. Der interne Speicher ist 32 GByte groß. Über einen microSD-Karteneinschub kann der Speicher aber um bis zu 128 GByte erweitert werden. Zur Kommunikation steht nun das schnellere Dual-Band-WiFi nach dem Standard WLAN 802.11ac zur Verfügung. Bluetooth ist in Version 4.0 an Bord.

Die erste Generation des Intel Compute aus dem letzten Jahr bietet genügend Leistung, für grundlegende Anwendungen wie dem Surfen im Web oder der Wiedergabe von Medien, das System war aber gelegentlich etwas träge. Die neuere CPU der Cherry-Trail-Serie bietet ein Leistungsplus wie bei der Javascript-Verarbeitung im Browser, auch wenn es in einigen der Benchmarks etwas langsamer war. Insgesamt liegt die Performance den Tests zufolge aber bestenfalls auf dem Niveau eines Einsteiger-Notebooks wie dem Lenovo 100S.

(Grafik: CNET.com)

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Ein Vorteil der neuen Generation ist neben der CPU noch das vorinstallierte Windows 10. Es ist besser für Low-End-Geräte optimiert als das vorher verwendete Windows 8 und weniger störend bei der Bedienung.

Im Alltagseinsatz fühlte sich das System dank Windows 10 und Edge-Browser weniger träge als noch auf dem ursprünglichen Intel Compute Stick an. Beim Multitasking und dem Ausführen mehrerer Aufgaben gleichzeitig hat das System aber immer noch etwas zu kämpfen, allerdings kommt es auch mit mehreren geöffneten Browsers-Tabs mit kleineren Rucklern beim Fensterwechsel zurecht. Einfache Anwendungen wie das HD-Streaming via Netflix oder Anschauen von HD-YouTube-Videos bewerkstelligte der PC-Stick reibungslos, wenn die Streams einmal liefen. Auch das Streaming von Full-HD- oder gar 4K-Videos war dank der schnelleren WLAN-Verbindung noch möglich. Man muss aber mit Leistungseinbußen rechnen, denn die CPU stößt hierbei an ihre Grenze.

Auch einige ältere Spiele wie Torchlight oder Amnesia: The Dark Descent laufen auf dem Stick. Diese sind allerdings auch dafür bekannt, dass sie auf nahezu jeder Hardware laufen. Wer größere Spiele zocken möchte stößt schnell an die Leistungs- und auch Speichergrenze des Sticks, sofern keine microSD-Karte zur Erweiterung vorhanden ist.

Fazit

Die Preise für ähnliche PC-Sticks sind bereits am Fallen, womit der Intel Compute Stick für seine gut 190 Euro etwas zu teuer wirkt. Die Hardware reicht aber für grundlegende Anwendungen wie das Surfen im Web oder das Videostreaming aus, was vielen Anwender schon reichen dürfte. Das System läuft dank Windows 10 gefühlt etwas besser als zuvor und ein zweiter USB-Anschluss ist möglicherweise auch praktisch, doch viel mehr sollte man auch nicht erwarten. Sollte der Preis noch etwas fallen, könnte der Intel Compute Stick das passende Gerät sein, um den alten Fernseher oder einen Monitor grundlegende Smart-TV-Funktionen einzuhauchen oder es mit auf Reisen zu nehmen.

Wer sich allerdings etwas mehr Leistung wünscht, der sollte auf die weiteren neuen Modelle des Intel Compute Stick (2016) mit Core-m-Prozessoren warten. Es wird Modelle mit einem Core-m5-vPro-Prozessor (m5-6Y57) sowie mit Core-m3-CPUs (m3-6Y30) geben. Diese kommen dann auch mit 4 GByte RAM und 64 GByte internem Speicher und versprechen mehr Leistung und eine bessere Performance bei der 4K-Wiedergabe. Die Core-m-Versionen sollen Anfang Februar zu einem Preis von 370 Euro in den Handel kommen.

[Mit Material von Dan Ackerman, CNET.com]

Autor: Christian Schartel
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