Google Chrome für iOS: neue Rendering-Engine ist schneller und stabiler

Wichtigste Neuerung ist die Umstellung auf Apples aktuelle Rendering-Engine WKWebView, die Out-of-Process-Rendering unterstützt. So stürzt nicht mehr der gesamte Browser ab, sondern nur noch einzelne Tabs.

Die wichtigste Neuerung bei der Aktualisierung von Chrome für iOS auf die Version 48.0.2564.87 ist die Umstellung auf Apples aktuelle Rendering-Engine WKWebView, die laut Google „schneller und stabiler“ ist als das bisher verwendete UIWebView. Allein die Zahl der Browserabstürze soll mit WKWebView um 70 Prozent zurückgehen.

Logo Chrome (Bild: Google)

„Mit Chrome 48 haben wir den Wechsel von UIWebView zu WKWebView vollzogen, was zu dramatischen Verbesserungen bei der Stabilität, Geschwindigkeit und Webkompatibilität führt“, schreibt Stuart Morgan, Software Engineer bei Google, in einem Blogeintrag. Die höhere Stabilität werde durch das Out-of-Process-Rendering von WKWebView erreicht. „Wenn die Webansicht abstürzt oder ihr der Speicher ausgeht, dann reißt sie nicht den gesamten Browser mit sich.“

Ein Test mit crashsafari.com bestätigt dies. Während Safari und Firefox beim Versuch, die Prank-Website zu laden, komplett abstürzen, bleibt Chrome verfügbar und meldet, dass die Seite nicht geladen werden könne. Die neue Rendering-Engine verbessert zudem die Kompatibilität zu gängigen Web-Standards und unterstützt neue Funktionen wie IndexedDB. Das Ergebnis des HTML5-Tests steigt Morgan zufolge von 391 auf 409 Punkte. Zudem müsse der Browser beim Wechsel zu Hintergrund-Tabs Seiten seltener neu laden.

Der Umstieg auf WKWebView verbessert auch die JavaScript-Leistung von Chrome für iOS deutlich (Bild: Google).

Der Umstieg auf WKWebView verbessert auch die JavaScript-Leistung von Chrome für iOS deutlich (Bild: Google).

Auch der JavaScript-Benchmark Octane zeigt die Vorteile von WKWebView. Laut Google erzielt Chrome 48 auf einem iPhone 6S nun 17.471 Punkte. Die Vorgängerversion mit UIWebView erreichte auf demselben Gerät indes nur 1583 Punkte. Auf einem iPad der vierten Generation fällt der Unterschied etwas geringer aus. Hier verbessert sich der Browser von 433 auf 3323 Punkte.

Den Versionshinweisen zufolge hat Google auch die Symbole auf der Seite „Neuer Tab“ neu gestaltet, um den Zugriff auf die am häufigsten genutzten Websites zu vereinfachen. Neu ist auch die Spotlight-Integration. Nutzer können auf dem Startbildschirm durch Wischen nach unten oder nach rechts nach ihren Chrome-Lesezeichen suchen.

Apple erlaubt Google und anderen Browseranbietern nicht, ihre eigenen Rendering-Engines unter iOS zu verwenden. WKWebView hatte Apple mit iOS 8 eingeführt. Die Komponente erlaubt es, interaktive Webinhalte in Apps anzuzeigen. Firefox für iOS nutzt WKWebView sowie die in iOS integrierte JavaScript-Engine Nitro schon seit November 2015. Bei Tests von ZDNet kam Chrome 46 zu dem Zeitpunkt im Octane-Benchmark lediglich auf 300 Punkte, während Firefox 1.11 und Safari 9 auf einem iPad 4 jeweils über 3000 Punkte erzielten.

[Mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann Anja Schmoll-Trautmann

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