Google soll Nexus-Smartphones und -Tablets künftig selbst entwickeln

Google will angeblich den den Einfluss von Huawei, LG, Motorola, Samsung & Co. auf seine Nexus-Smartphones und -Tablets reduzieren und seine Geräte womöglich künftig selbst entwickeln. Dadurch hofft es, die Marke Android zu stärken.

Google soll darüber nachdenken, seine Nexus-Smartphones und -Tablets künftig nicht mehr von Herstellern wie zuletzt HTC, Huawei oder LG entwickeln zu lassen, sondern dies wie erstmals beim Android-Tablet Pixel C selbst zu übernehmen. Das schreibt The Information unter Berufung auf den Google-CEO Sundar Pichai.

Nexus 6P (Foto: CNET.com)

Zuletzt hatte Google neben LG Huawei mit der Fertigung des Nexus 6P beauftragt (Foto: CNET.com)

In Gesprächen mit Externen und Kollegen haben Pichai und seine Gefolgsleute laut dem Artikel angedeutet, dass sie das Nexus-Programm künftiger stärker kontrollieren wollen. Mit der Umstellung soll Google den Einfluss seiner Hardwarepartner auf die Nexus-Reihe reduzieren. Huawei, LG, Motorola, Samsung & Co. dürften wohl weiterhin die Komponenten für die Nexus-Geräte fertigen, würden von Google dann aber wahrscheinlich ähnlich behandelt wie der Auftragshersteller Foxconn von Apple. An der Entwicklung und dem Design der Geräte werden sie dann nicht mehr beteiligt sein. Zudem dürfte auch ihr Logo verschwinden, das bislang noch neben dem von Google auf den Geräten abgedruckt ist.

Den Bericht verfasst hat Amir Efrati, ein früherer Reporter des Wall Street Journal. In der anstehenden Umstellung sieht er einen weiteren Schritt, die Nexus-Smartphones mehr wie das iPhone zu machen, deren Entwicklung und Herstellung Apple vollständig kontrolliert. Dahinter stehe die Absicht, die Marke Android zu stärken, um einen größeren Anteil in dem von Apple dominierten High-End-Markt zu holen.

Google will demnach seine Abhängigkeit von Apple verringern, wenn es um Einnahmen durch seine Services geht. Wie kürzlich enthüllt wurde, zahlte Google 2014 eine Milliarde Dollar, um weiterhin die voreingestellte Suchmaschine in iOS zu bleiben. In etwa diese Summe hat Apple 2014 als Anteil an Googles Einnahmen mit Suchwerbung auf iPhones und iPads erhalten. Das geht aus einem Gerichtsprotokoll aus dem laufenden Urheberrechtsprozess zwischen dem Android-Entwickler und Oracle hervor.

Tech Insider erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass Apple im letzten Jahr Werbeblocker erlaubte und damit Googles Werbeeinnahmen bedrohte. Google müsse daher Apples Beinahe-Monopol im Premiumbereich des Smartphonemarkts brechen.

Die Zulassung von Werbeblockern auf iOS-Geräten bedeutete eine ernste Gefahr für Google, das als Apples größter Konkurrent im Mobilbereich von Werbeeinnahmen abhängig ist. Laut einer Analyse der Investmentbank Goldman Sachs erhält der Internetkonzern sogar 75 Prozent seiner mobilen Werbeeinnahmen von iOS-Geräten. Die Hälfte davon geht jedoch auf die Vereinbarung zwischen Apple und Google zurück, die Google zur in Safari voreingestellten Suchmaschine macht.

Aufgrund stagnierender iPhone-Verkäufe will Apple wiederum in Zukunft selbst mehr Einnahmen durch Services generieren – und käme hier in direkte Konkurrenz zu Google. Laut CEO Tim Cook hat sich das Wachstum von Apples Service-Sparte im Verlauf des letzten Quartals beschleunigt und zu Rekordergebnissen geführt. Er wies dazu auf die Installationsbasis von über einer Milliarde aktiven iOS-Geräten hin.

[Mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

Autor: Christian Schartel
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