Hackangriff: 200 GByte Daten von US-Justizministerium gestohlen

Der Hacker verschaffte sich über ein geknacktes E-Mail-Konto eines Mitarbeiters des Department of Justice Zugang zu einer Datenbank des US-Justizministerium. Ein Teil der erbeuteten Daten wurde bereits im Internet veröffentlicht.

Das US-Justizministerium ist offenbar einer Hackattacke zum Opfer gefallen. Der Angreifer hatte Zugriff auf knapp 1 Terabyte an Daten, wovon er rund 200 GByte herunterladen konnte. In der geknackten Datenbank befanden sich Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern und andere Informationen von rund 20.000 FBI- und 9000 Homeland-Security-Mitarbeitern. Das berichtet die Webseite Motherboard.

(Bild: Shutterstock)

Bei einem Hackangriff wurden dem US-Justizministerium rund 200 GByte an Daten gestohlen (Bild: Shutterstock).

Laut dem Bericht behauptet der anonyme Hacker, dass er sich durch ein gehacktes E-Mail-Konto eines Mitarbeiters des Department of Justice die Anmeldedaten für das Webportal des Ministeriums verschaffen konnte. Zudem benötigte er für den Log-in einen Token-Code, den er sich durch einen Anruf bei der zuständigen Abteilung des Justizministeriums erschlichen habe. Anschließend konnte er sich anmelden und auf den Rechner des Mitarbeiters zugreifen.

Dadurch erhielt der Hacker nach eigenen Angaben nicht nur Zugang zu den Daten des PC-Besitzers, sondern auch auf das lokale Intranet des Department of Justice. „Ich hatte Zugang, konnte aber nicht das gesamte Terabyte an Daten entwenden“, wird er in dem Bericht zitiert. Einige der Dateien hätten auch E-Mails mit militärischen Details und Kreditkartendaten enthalten.

Die Liste mit den Kontaktdaten von FBI- und Homeland-Security-Mitarbeitern stellte der Hacker dem Blog zur Verfügung. Stichprobenartige Kontrollen ergaben, dass einige Telefonnummern gültig waren und den angegebenen Personen gehörten, andere jedoch nicht mehr aktuell waren. Ein Mitarbeiter des National Operations Centre teilte Motherboard schließlich mit, man habe erst durch die Anrufe des Blogs von dem Datenverlust erfahren.

Der Hacker kündigte an, einen Teil der Daten zu einem späteren Zeitpunkt im Internet zu veröffentlichen, ohne jedoch einen Zeitplan zu nennen. Inzwischen hat ein Twitter-Konto, über das pro-palästinensische Nachrichten verbreitet werden, die Liste mit Details von 9000 Heimatschutzmitarbeitern sowie Screenshots des gehackten Computers veröffentlicht.

„Wir prüfen Berichte über die angebliche Veröffentlichung von Kontaktinformationen von Mitarbeitern des Department of Homeland Security“, teilte ein Sprecher des Heimatschutzministeriums mit. „Wir nehmen diese Berichte sehr ernst, allerdings gibt es derzeit keine Hinweise auf einen Diebstahl vertraulicher oder persönlicher Informationen.“

Im vergangenen Jahr hatte ein Hackerangriff auf die Behörde Office of Personnel Management für Schlagzeilen gesorgt. Die bis heute unbekannten Täter erbeuteten Sozialversicherungsnummern und andere persönliche Daten sowie Fingerabdrücke von insgesamt rund 22 Millionen US-Bürgern. Die Betroffenen hatten sich seit dem Jahr 2000 für einen Job bei einer US-Behörde beworben und deswegen eine Sicherheitsüberprüfung des Office of Personnel Management durchlaufen.

[Mit Material Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

Tipp: Kennen Sie die berühmtesten Hacker? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de.

Christian Schartel
Autor: Christian Schartel
Redakteur
Christian Schartel Christian Schartel Christian Schartel

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Hackangriff: 200 GByte Daten von US-Justizministerium gestohlen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *