Samsung UBD-K8500: Der erste 4K-Blu-ray-Player der Welt im Hands-On

Der erste 4K-Blu-ray-Player Samsung UBD-K8500 wird im März in Europa erhältlich sein. Zu den neuen Features zählen sich eine 4K-Auflösung, High Dynamic Range (HDR) und bessere Farben. Folgender Artikel vermittelt einen ersten Eindruck des Gerätes.

Der Samsung UBD-K8500 ist der erste Blu-ray-Player, der den Ultra-HD-Blu-ray-Standard unterstützt und 4K-Blu-rays abspielen kann. In Europa wird das Gerät ab März 2016 im Handel erhältlich sein. Die Ultra-HD-Blu-ray „Der Marsianer“ von Fox gibt es laut Samsung gratis dazu. Ein Euro-Preis liegt für den UBD-K8500 noch nicht vor. In den USA verkauft Samsung den Blu-ray-Player für rund 400 Dollar. Unsere US-Kollegen von CNET.com hatten die Möglichkeit, sich einen ersten Eindruck des ersten 4K-Blu-ray-Players der Welt zu verschaffen.

(Foto: CNET.com).

Der 4K-Blu-ray-Player Samsung UBD-K8500 kommt im März in den Handel (Foto: CNET.com).

Fast 10 Jahre nach dem Erscheinen des ersten Blue-ray-Players, dem Samsung BD-P1000, kommt der erste 4K-Blu-ray-Player in den Handel – und er stammt ebenfalls von Samsung. Mit 400 Dollar kostet er aber deutlich weniger als sein Vorgänger im Jahr 2006. Damals musste man gut 1000 Dollar in die Hand nehmen. Das Format sieht sich heute allerdings auch einer viel unsichereren Zukunft gegenüber. Im Jahr 2006 war der große Feind des Blu-ray-Disc-Formats die so genannte HD-DVD. Heute muss es mit einer ganzen Reihe an Video-Streaminganbietern wie Netflix, Amazon, Hulu oder YouTube konkurrieren.

(Foto: CNET.com).

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Das Hauptverkaufsargument von 4K-Blu-ray ist die potentiell überlegene Videoqualität. Die 3840 mal 2160 Pixel entsprechen der vierfachen Auflösung des „normalen“ 1080p-HDTV. Zudem bietet das Format Support für HDR (High Dynamic Range), das weit bessere Kontrastverhältnisse ermöglicht und das noch hervorragendere Feature ist. Der Samsung UBD-K8500 kann zwar auch 4K-Inhalte über Online-Videostreaming-Dienste beziehen (wie Roku 4 oder Amazon Fire TV), den großen Sprung in Sachen Bildqualität gegenüber HDTV wird man per Streaming aber wohl noch nicht so schnell erleben. Zumindest nicht durch die bisher erhältlichen 4K-Streaming-Inhalte. Die spürbaren Verbesserungen werden 4K-Blu-ray-Discs bringen.

Bislang gibt es allerdings noch keine 4K-Blu-ray-Filme zu kaufen. Deshalb waren wir auch nocht nicht in der Lage, diese auf dem Samsung UBD-K8500 zu testen. Die ersten Ultra-HD-Blu-ray-Discs werden im März verfügbar sein. Für einen ersten Eindruck des Gerätes mussten Standard-Blu-ray-Discs und einige Videos genügen, darunter aber auch welche mit großartig aussehenden HDR-Inhalten.

Design

Für einen Blu-ray-Player sieht der Samsung UBD-K8500 sehr schick aus. Die  Oberfläche kommt mit einem gebürsteten Finish und das schwarze Gehäuse mit einem Curved-Design. Damit fügt sich der UBD-K8500 gut in jedes AV-System ein und passt vor allem auch hervorragend zu Samsungs Curved-TVs.

(Foto: CNET.com).

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Die Bedienelemente des Players fallen allerdings etwas dürftig aus. Überraschend für ein derart teueres Gerät ist, dass es kein Display gibt. Der frontseitige USB-Anschluss wird durch einen sich billig anfühlenden Gummistopfen abgedeckt.

(Foto: CNET.com).

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Bedient wird der Samsung-Player über eine kleine Fernbedienung, die ihren Zweck erfüllt. Im Grunde bietet sie alle Tasten, die man benötigt, allerdings fehlten uns eigene Buttons zum Vor- und Zurückspulen. Dafür muss man länger auf die Tasten zum Vor- beziehungsweise Zurückspringen drücken.

(Foto: CNET.com).

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Die Anschlüsse auf der Rückseite fallen ebenfalls eher spärlich aus, allerdings dürften viele Anwender die zwei HDMI-Ausgänge zu schätzen wissen. Wenn der Receiver keine 4K-Signale unterstützt, lässt er sich an den zweiten HDMI-Port anschließen, um das Audio-Signal zu übertragen. Über den ersten HDMI-Port wird dann das Videosignal an den 4K-TV gesendet. Erwartungsgemäß unterstützt der Hauptvideoausgang HDMI 2.0a für HDR und erfordert eine HDCP-2.2-Verbindung, um kopiergeschützte Inhalte abzuspielen.

(Foto: CNET.com).

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Über den USB-Anschluss in der Front können Dateien von USB-Sticks und externen Festplatten wie beispielsweise Timescapes des US-amerikanischen Filmemachers Tom Lowe eingespeißt werden. Bei dem Naturfilm aus dem Jahr 2012 handelte es sich um den ersten frei erhältlichen Film in 4K. Die einzigen anderen Anschlüsse sind ein optisch-digitaler Audioausgang und ein kabelgebundener Ethernet-Port. Wie den meisten modernen Video-Playern fehlen auch dem Samsung UBD-K8500 analoge Videoausgänge.

4K-Blu-ray-Features

Zu den Features des neuen Blu-ray-Formats zählen sich die 4K-Auflösung, die viermal so hoch ist wie 1080p, bessere Kontraste dank High Dynamic Range (HDR) und bessere Farben als bei Standard-Blu-ray-Discs. Die herrausragenden Neuerungen sind allerdings die letzteren beiden. Glücklicherweise werden auch die ersten angekündigten Discs HDR und den Wide-Color-Farbraum unterstützen.

Außerdem bieten 4K-Blu-rays noch Support für Dolby Atmos und DTS: X, die Surround-Sound-Audio-Formate der nächsten Generation. Die ersten Blu-rays von 20th Century Fox Home Entertainment scheinen allerdings noch keinen Support für die neuen Rundum-Sound-Formate zu bieten, wie Heise berichtet. Die Ultra-HD-Blu-rays Der Marsianer, Hitman: Agent 47 und Fantastic Four sollen wie die Standard-Blu-rays von Fox noch keinen Support für Dolby Atmos oder DTS: X bieten.

(Foto: CNET.com).

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Die unterstützten Features können also je nach Disc varrieren. Manche werden eventuell auch Dolby Visions HDR-Format unterstützten, die ersten Titel aber noch nicht.

(Foto: CNET.com).

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Die Ergänzung von Streaming-Diensten ist für einen Blu-ray-Player praktisch, das Angebot ist aber nicht so umfassend,wie man es von den meisten 4K-TVs – einschließlich der von Samsung – oder Streaming-Boxen wie Roku 4 gewohnt ist. Zumindest in den USA können Nutzer mit dem Samsung UBD-K8500 4K-Inhalte via Netflix, YouTube, Amazon Instant Video und M-Go streamen. Die Vudu-App untersützt kein 4K (nur exklusiv auf der Roku 4) und es fehlt eine UltraFlilx-Anwendung, die beispielsweise auf Samsungs 4K-TVs vorhanden ist. Außerdem hat die M-Go-Applikation die angesteckte Festplatte mit 4k-HDR-Filmmaterial nicht erkannt. Auf diese Weise hätten auch Anwender, die keinen Samsung-TV besitzen, die 4K-HDR-Filme von M-Go anschauen können.

(Bild: Amazon)

(Bild: Amazon)

Obwohl der Player HDR-Inhalte von 4K-Blu-ray-Discs unterstützt, bietet die Amazon-Video-App noch keinen Support dafür. Wer allerdings bereits einen zu HDR kompatiblen 4K TV besitzt, der dürfte wahrscheinlich auch schon eine Amazon-App mit HDR-Support vorfinden. Natürlich, wird sich auch niemand den Samsung UBD-K8500 wegen seiner Streaming-Funktion kaufen, sondern der Möglichkeit, 4K Blu-rays wiederzugeben.

Erster Eindruck

Da noch keine 4K-Blu-ray-Discs vorlagen, konnten diese leider auch noch nicht getestet werden. Die neuen Ultra-HD-Blu-ray-Discs kosten rund 30 Dollar. Warner will bis Ende 2016 beispielsweise über 35 Titel in dem neuen Format herausbringen. Darunter Mad Max: Fury Road, The LEGO Movie, Pan, San Andreas, Man of Steel oder Pacific Rim. Sony hat für dieses Jahr The Amazing Spider-Man 2, Hancock, Chappie, The Smurfs 2 und Pineapple Express angekündigt. Fox will auch noch Kingsman: The Secret Service, X-Men: Days of Future Past, Life of Pi, Exodus: Gods & Kings und Fantastic Four in 4K anbieten.

Bis dahin musste sich der Samsung UBD-K8500 beim Abspielen von Standard-Blu-ray-Discs, Video-Dateien und Streaming beweisen. Es werden auch 3D-Blu-rays, DVDs und CDs unterstützt. Die meisten Blu-ray-Player benötigen etwa 15 Sekunden um Netflix zu starten, der Samsung UBD-K8500 benötigte etwa die Hälfte, womit er genau so schnell wie dedizierte Streaming-Player wie Roku ist. Im Test wurde „Narcos“ in 4K auf einen UHD-OLED-TV von LG und parallel auf einen mit nur Full-HD-Auflösung gestreamt. Trotz kleiner Unterschiede aufgrund der Panels selbst, sahen die Streams weitgehend identisch aus. Mit anderen Worten: Wie bereits frühere Tests gezeigt haben, bietet 4K-Streaming keine merkliche bessere Bildqualität als 1080p-Streaming.

(Foto: CNET.com).

(Foto: CNET.com).

Beeindruckender war die Darstellung von einigen 4K-HDR-Dateien, die TV-Hersteller unseren Kollegen zur Verfügung gestellt hatten. Sie wurden von einer angeschlossenen USB-Festplatte abgespielt. In dem Clip des Films „A Million Ways to Die in the West“ waren merkliche Unterschiede zu Standard-Dynamic-Range-Blu-rays zusehen.

Die Disc-Wiedergabe war meist ausgezeichnet. Dennoch machten sich einige Signalanalyse Fehler wie Alias- und Moiré-Effekte in den synthetischen Blu-ray- und DVD-Tests unsere US-Kollegen bemerkbar. Allerdings sind diese nicht der Rede wert und werden in dem meisten Programmmaterial nicht bemerkbar sein.

Fazit

Die Aussichten für die 4K-Blu-ray sind in diesem Stadium ungewiss. Nur drei andere Hersteller haben für das Jahr 2016 bestätigt, einen Player herauszubringen. Neben Samsung sind das Panasonic und Philips. Sonys eigenes Abspielgerät wird wahrscheinlich erst 2017 erscheinen, auch wenn Sony Pictures zu den ersten Studios gehöhrt, die Blu-rays in 4K anbieten werden.

DVDs verkaufen sich aktuell immer noch besser als Blu-rays. Daher ist es anzunehmen, dass die Auswahl auch noch in der nächsten Zeit begrenzt sein wird. Es gibt zwei Gründe dafür. 4K-Streaming hat sich bereits etabliert und ist sehr bequem. Zudem benötigt man einen 4K-TV, damit sich die Vorteile des neuen Ultra-HD-Blu-ray-Formats überhaupt bemerkbar machen. Die meisten Anwender besitzen immer noch einen 1080p-Fernseher – oder sogar noch ältere 720p-Modelle.

Dennoch freuen wir uns, dass das neue Disc-Format endlich da ist, auch wenn es eher nur dazu dient, den aktuellen Stand der Technik in Sachen Audio- und Video-Qualität für das Heimkino zu demonstrieren.

[Mit Material von David Katzmaier, CNET.com]

Autor: Christian Schartel
Christian Schartel Christian Schartel Christian Schartel

Neueste Kommentare 

5 Kommentare zu Samsung UBD-K8500: Der erste 4K-Blu-ray-Player der Welt im Hands-On

  • Am 16. Februar 2016 um 08:02 von Dirk Fink

    Ich finde es enttäuschend,(da nun eh schon wieder Neue Geräte fällig werden) das Neue Format auf ein Disc-Medium zu bringen. Warum kein Chipbasiertes ? Ohne den Brennvorgang dürften noch weniger Fehler im Datenpool vorkommen, ohne mechanisches Laufwerk dürften die Player noch energiesparender werden, eine optische Abtastung entfällt(noch weniger Fehler,eigentlich könnte der Player auch ganz wegfallen da im Fernseher ein Platz für einen Chipkartenschlitz sicher noch möglich ist).Von der Hardware-Seite her ist dieses neue System für mich eher ein Flop.

  • Am 16. Februar 2016 um 08:48 von bert

    Kein Wort darüber, dass fast alle der angekündigten Discs lediglich 2k Upscales sind?

  • Am 21. Februar 2016 um 22:08 von Dennis

    Ich habe mir Blu Rays immer original gekauft. 30€ für eine UHD Blu Ray? 400 € für ein uhd blu ray player? Wer unterstützt das bitte? Ich denke das wird der Industrie eher Schaden als dass es gewinnbringend sein wird. Hatte auf ein 4k Oled gespart, das lasse ich jetzt erstmal außen vor und wenn es dann 4k Beamer für ~2500 € gibt, werde ich mein Full HD Beamer gegen den austauschen 😉

    Ich hoffe, die UHD wird aufgrund ihres Preises extrem floppen

    • Am 27. Februar 2016 um 23:56 von Georg

      Also mich reißen jetzt die Preise jetzt nicht vom Hocker. BD und Player waren am Anfang um etliches teurer. BT um 30€ findet man immernoch problemlos.
      Wo ich ein Problem sehe ist das Material. Material das in 2k aufgenommen wurde wird durch ein hochrechnen bei den Studios nicht so viel gewinnen gegenüber dem upscale in den Playern bzw. Fernsehern. Und neues Material wird auf sich warten lassen.

  • Am 13. Mai 2016 um 22:42 von Holger Hansen

    Wo soll das Datenformatchaos noch enden?
    Ich schätze mal, das das ganze digitale Chaos dieses Jahrhundert nicht über leben wird.
    Alles ist nur noch kurzfristig ausgelegt, wie in
    der Wirtschaft. Weiter so. Ich Kauf mir nichts mehr. Mir langts

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