MWC: LG zeigt modulares Metall-Smartphone G5

Zu den Besonderheiten des 5,3-Zoll-Smartphones im Metallgehäuse zählen das energieeffiziente Always-On-Display und das sanft gekrümmte Display. G5 ermöglicht zudem einen problemlosen Akkuwechsel. Mithilfe des „LG Friends“-Systems lässt sich Zubehör einfach einsetzen.

Das 5,3-Zoll-Smartphone, das LG auf dem Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt hat, präsentiert sich in einem völlig neu entwickelten Design. Der Akku lässt sich einfach auswechseln und in den Einschub lassen sich zudem alternativ eine Reihe komplementärer Geräte einzusetzen. Zunächst gibt es dafür ein Kamera- und ein HiFi-Modul. Dieses Zubehör wird als LG Friends bezeichnet und künftig vermutlich noch ausgebaut. Termine für den Verkaufsstart und Preise hat LG noch nicht genannt.

LG bietet für das G5 ein eigenes Ökosystem an (Bild: LG)

LG bietet für das G5 ein eigenes Ökosystem an (Bild: LG)

Das sogenannte Always-On-Display zeigt im oberen Drittel des Bildschirms Benachrichtigungen, Uhrzeit, Datum und weitere Details an, ohne das Nutzer das Gerät einschalten müssen. Es ist weniger hell als im normalen, eingeschalteten Zustand, benötigt dafür pro Stunde aber auch nur 0,8 Prozent des Akkus. Das gesamte Display besteht aus 3D Arc Glas und ist leicht gewölbt. Es löst 2560 mal 1440 Pixel auf und erreicht eine Pixeldichte von 554 ppi.

Das Kameramodul „Cam Plus“ ist eine 360-Grad-Kamera. Sie besitzt zwei Weitwinkelobjektive mit jeweils 13 Megapixeln und 4 Gigabyte Speicherplatz. Außerdem nehmen drei Mikrofone den passenden 5.1-Surround-Sound auf. Das LG Cam Plus weist physische Tasten zum Ein- und Ausschalten sowie für Verschluss, Aufnahme und Zoom auf.

Mit der Kamera lassen sich nicht nur Bilder, sondern auch 360-Grad-Videos aufnehmen. Durch eine Kooperation mit Google können die dann auch bei Street View oder YouTube 360 hochgeladen. Das Modul bringt zudem einen 1200-mAh-Akku mit. Somit erweitert sich die Gesamtkapazität des LG G5 damit auf 4000 mAh.

LG G5 mit ausgezogenem Akku (Bild: Übergizmo.de)

Beim HiFi Plus-Modul mit B&O Play handelt es sich um einen portablen HiFi DAC Audio Player, den LG zusammen mit Bang & Olufsen Play entwickelt hat. Das Modul bietet die Up-Sampling-Technologie des 32-Bit HiFi DAC und ermöglicht die Wiedergabe von nativem 32-Bit-, 384-KHz-High-Definition-Audio. Das LG HiFi Plus mit B&O Play kann zudem auch als separater HiFi DAC an ein beliebiges Smartphone oder einen beliebigen PC angeschlossen werden.

Das für das LG G5 gedachte Kameramodul LG Cam Plus (Bild: LG Electronics).

Das für das LG G5 gedachte Kameramodul LG Cam Plus (Bild: LG Electronics).

Noch eine Besonderheit sind zwei in der Rückseite verbaute Kameras. Eine davon ist mit einem 135-Grad-Weitwinkelobjektiv ausgerüstet, die andere mit 78-Grad-Standardblende. Beim Fotografieren schaltet das G5 in Abhängigkeit vom gewählten Modus automatisch auf die jeweils passende Kamera um. Zusätzlich ist in der Vorderseite eine weitere 8 Megapixel-Kamera verbaut.

Das LG G5 wird vom Qualcomm-Prozessor Snapdragon 820 angetrieben und nutzt den Adreno-530-Grafikprozessor. Der ebenfalls von Qualcomm stammende Dual-Image-Signalprozessor Spectra unterstützt die Kamerafunktionen des LG G5. Der CPU stehen 4 GByte LPDDR4-RAM zur Seite. Außerdem sind 32 GByte interner Speicher verbaut, der sich über einen microSD-Karteneinschub um theoretisch bis zu 2 TByte erweitern lässt. Allerdings gibt es aktuell maximal Karten mit 200 GByte.

Die Datenkommunikation kann per LTE Cat. 6 mit bis zu 300 MBit/s beim Download und bis zu 50 MBit/s im Upload, WLAN (802.11a/b/g/n und ac), NFC sowie Bluetooth 4.2 erfolgen. Beim USB-Anschluss setzt LG auf den neuen USB-Typ-C-Anschluss. Als Betriebssystem kommt Android 6.0 zum Einsatz. Der Home-Button ist gleichzeitig Fingerabdrucksensor und wie von LG schon bekannt wieder auf der Rückseite des 14,9 mal 7,4 Zentimeter großen, zwischen 7,7 und 8,6 Millimeter dicken und 159 Gramm schweren Smartphones angebracht.

LG G5 (Bild: Übergizmo)

LG G5 (Bild: Übergizmo)

Das LG G5 unterstützt Qualcomm Quick Charge 3.0. Damit soll es in einem Viertel der bei herkömmlichen Ladevorgänge benötigten Zeit aufgeladen sein und zudem wesentlich effizienter als frühere Schnellladetechniken arbeiten. Um die Autonomiezeit des Akkus zu verlängern ist zudem eine LPLE (Low Power Location Estimation) genannte Technologie integriert. Sie kann die Laufzeit laut LG um bis zu 42 Prozent verlängern, indem sie den Energieverbrauch von standortbezogenen Apps optimiert.

Neben den beiden als Einschubmodulen angebotenen LG Friends bietet der Hersteller eine Reihe externer Gerate an, die den Funktionsumfang erweitern sollen. Dazugehört die Virtual-Reality-Brille LG 360 VR, die mit einem Spezialkabel an das G5 angeschlossen wird können. Sie funktioniert ausschließlich zusammen mit dem neuen Smartphone.

Die mit dem LG G5 steuerbare, autonom bewegliche 8-Megapixel-Kamera "Rolling Bot" im Eisnatz (Bild: Übergizmo).

Die mit dem LG G5 steuerbare, autonom bewegliche 8-Megapixel-Kamera „Rolling Bot“ im Eisnatz (Bild: Übergizmo).

Ein weiteres „LG Friends“-Zubehör sind der Bluetooth-Kopfhörer LG Tone Platinum (Modell HBS-1100), laut Anbieter der erste Bluetooth-Kopfhörer, der den aptX HD Codec verwendet und verlustfreie 24-Bit-Audioqualität bietet. Mit dem Rolling Bot gibt es eine mobile 8-Megapixel-Kamera, die LG etwa als Sicherheitssystem für zuhause oder für die Fernsteuerung kompatibler Haushaltsgeräte empfiehlt. Die IP-Kamera kommuniziert via WLAN. Der LG Smart Controller dient dagegen der Steuerung von Drohnen und anderen Geräten. Der Video-Stream der Drohne wird dabei auf dem Bildschirm des LG G5 angezeigt. Die App „Friends Manager“, die zunächst nur für das G5 angeboten wird, erkennt passende Geräte in der Nähe automatisch und hilft Nutzern, das Smartphone einfach mit ihnen zu verbinden.


Die Kollegen der CNET.de-Schwesterseite Übergizmo.de haben ihre ersten Eindrücke vom LG G5 auf dem MWC in Barcelona in einem Video zusammengefasst.

[mit Material von Peter Marwan, ITespresso.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
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