Sony: Hackergruppe ist offenbar schon seit 2009 aktiv

Erste Spuren hinterließen die Hacker der Lazarus genannten Gruppe einem Untersuchungsbericht des Sicherheitsanbieters Novetta zufolge 2009 bei Denial-of-Service-Angriffen auf Websites in den USA und Südkorea. Symantec entdeckte die jüngsten Aktivitäten im vergangenen Jahr.

Wie aus einem Untersuchungsbericht hervorgeht, den der Sicherheitsanbieter Novetta zusammen mit Symantec, Kaspersky und mehr als 10 weiteren Institutionen zusammengestellt hat, ist die Hackergruppe, die für den Angriff auf Sony Pictures Ende 2014 verantwortlich war, wohl bereits seit 2009 aktiv. Der Bericht enthält allerdings keine Beweise für die vermutete Beteiligung Nordkoreas. Novetta stuft die als Lazarus Group bezeichneten Hacker weder als Aktivisten noch als verärgerte Mitarbeiter ein.

Motivfoto Hacker (Bild: Shutterstock)

Erste Spuren hinterließen die Hacker dem Bericht zufolge 2009 bei Denial-of-Service-Angriffen auf Websites in den USA und Südkorea. Die Forscher fanden Überschneidungen beim verwendeten Code, der Taktik und auch der Infrastruktur. Der Symantec-Forscher Val Saengphaibul bringt die Lazarus Group zudem in Verbindung mit Angriffen im vergangenen Jahr. Er geht davon aus, dass die Offenlegung des Einbruchs bei Sony und auch die von den USA angedrohten Vergeltungsmaßnahmen keinen Einfluss auf die Aktivitäten der Gruppe hatten.

Die beteiligten Sicherheitsfirmen stellten darüber hinaus verschiedene technische Indikatoren zusammen. Sie sollen Unternehmen und Organisationen helfen herauszufinden, ob auch sie von den Hackern angegriffen wurden.

Die Regierung Obama hatte für den Einbruch, bei dem unveröffentlichte Spielfilme und auch E-Mail-Postfächer von Sony-Top-Managern entwendet wurden, die nordkoreanische Regierung verantwortlich gemacht. Auslöser soll die Komödie „The Interview“ gewesen sein, die ein fiktives Attentat auf den nordkoreanischen Staatschef Kim Jong-Un beschreibt. Einige Kinos sagten daraufhin die Premiere des Films im Dezember 2014 ab.

Nordkorea dementierte indes jegliche Beteiligung an dem Angriff. „Wir wissen nicht, wo sich Sony Pictures in Amerika befindet und warum es das Ziel des Angriffs wurde“, sagte ein Sprecher der National Defense Commission im Dezember 2014 der staatlichen Nachrichtenagentur Korean Central News Agency. Der Angriff sei aber möglicherweise eine „gerechte Tat“ von Unterstützern und Sympathisanten Nordkoreas gewesen und eine Reaktion auf die Forderung, den „US-Imperialismus“ zu beenden.

Für Sony hatte der Einbruch in seine Server verheerende Folgen. Unter anderem tauchten Sozialversicherungsnummern von 47.000 Angestellten und Mitarbeitern im Internet auf, darunter auch die Daten von Schauspielern wie Sylvester Stallone und Rebel Wilson. Allein für die „Erforschung und Behebung“ des Vorfalls plante Sony im Februar 2015 Ausgaben in Höhe von 15 Millionen Dollar ein.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
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