HTC Vive: Über 15.000 Bestellungen in weniger als 10 Minuten

Die Virtual-Reality-Brille HTC Vive kostet in den USA 799 Dollar. Dies entspricht einem Umsatz von knapp 12 Millionen Dollar in weniger als 10 Minuten. Ausgeliefert wird das VR-Headset ab dem 5. April. Zum Lieferumfang gehören neben der Brille, zwei Controller, ein Tracking-System und drei Spiele.

Seit wenigen Tagen kann die Virtual-Reality-Brille HTC Vive vorbestellt werden. Der Vorverkauf war für den taiwanischen Smartphone-Hersteller offenbar ein Erfolg. Trotz des vergleichsweise höheren Preises der HTC-Brille gegenüber anderen Mitbewerbern wie der von Facebook unterstützten Oculus Rift verzeichnete die HTC Corporation laut einem Tweet von Sher Wang, der für die Koordination der VR-Sparte zuständig ist, über 15.000 Vorbestellungen innerhalb der ersten 10 Minuten. Bei einem Preis von 799 Dollar entspricht dies einem Umsatz von knapp 12 Millionen Dollar.

(Foto: CNET.com).

HTC verzeichnete über 15.000 Vorbestellungen in den ersten 10 Minuten für seine VR-Brill HTC Vive (Foto: CNET.com).

Der Vorverkauf der in Zusammenarbeit mit dem Spielepublisher Valve entwickelten Virtual-Reality-Brille hatte am 29. Februar um 16 Uhr begonnen. In Deutschland kostet die HTC Vive 899 Euro. Der Lieferumfang enthält neben dem Headset zwei kabellose Bewegungscontrollern zur Bedienung, zwei Lichtfeldsensoren zur Erfassung der Positions des Nutzers im Raum sowie die drei Virtual-Reality-Applikationen „Job Simulator: The 2050 Archives“ von Owlchemy Labs und „Fantastic Contraption“ von Northway Games und „Tilt Brush“ von Google. Für den Betrieb wird ein rund 1000 Euro teurer PC benötigt, der die Hardware-Anforderungen der VR-Brille erfüllt.

Ein Vorteil der HTC Vive gegenüber der für nur 599 Dollar vorbestellbaren Oculus Rift, die einen vergleichbaren Funktionumfang bietet, ist, dass sich Anwender dank des Tracking-Systems nicht nur in der virtuellen Realität bewegen, sondern auch begrenzt im physischen Raum herumlaufen können. Bei Systemen wie der Oculus Rift, aber auch Sonys Playstation VR oder Samsungs Gear VR müssen Nutzer hingegen sitzen oder stehen.

HTC hatte vergangene Woche auf dem Mobile World Congress in Barcelona noch eine neue Zusatzfunktion der Vive vorgestellt: Mit Vive Phone Service kann der Nutzer über das VR-Headset Telefonate annehmen, entgangene Anrufe beantworten, SMS empfangen und versenden sowie Kalendereinträge abrufen. Weitere Verbesserungen der Endkundenversion gegenüber des Vorabmodells Vive Pre sind laut der HTC Corporation optimierte Controller mit kabellosem Tracking und haptischem Feedback sowie ein stabileres und nun mit Hinterkopfstütze besser ausbalanciertes Befestigungssystem. Auch das Display mit 2160 mal 1200 Bildpunkten Auflösung bei 90 Hz und 110-Grad-Sichtfeld wurde nochmals optimiert und bietet nun unter anderem eine größere Helligkeit. Eine Frontkamera liefert ein kleines Bild der realen Umgebung, um beim Tragen der Brille Kollisionen mit einer Wand oder anderen Hindernissen zu vermeiden.

Auch wenn die Vive in erster Linie als Spielgerät vermarktet wird, betont die HTC Corporation auch die Einsatzmöglichkeiten im Bildungs- oder Gesundheitssektor. Zugleich lasse sich das Headset zum Erzählen interaktiver Geschichten einsetzen, sagte HTCs Chief Content Officer Phil Chen Anfang November auf dem TechCrunch Summit in Peking. Nach eigenen Angaben arbeitet HTC zusammen mit Softwareentwicklern an Inhalten für Unterhaltung, Handel, Bildung, Design, Gesundheitswesen und Automobilindustrie.

HTC will sich künftig mehr auf VR-Produkte als auf Smartphones konzentrieren und hofft damit den fortlaufenden Verlusten des Unternehmens entgegenzuwirken. Im vierten Quartal 2015 schrieb der taiwanische Hersteller zum dritten Mal in Folge rote Zahlen. Der operative Verlust belief sich auf 4,1 Milliarden Taiwan-Dollar (110 Millionen Euro), die operative Marge liegt bei minus 16,1 Prozent. Unterm Strich steht ein Nettoverlust von 3,4 Milliarden Taiwan-Dollar (91,5 Millionen Euro) oder 4,10 Taiwan-Dollar je Aktie. Im laufenden ersten Quartal will der Hersteller auch seine Marketing-Aktivitäten rund um UA Healthbox, ein in Kooperation mit Under Armour entwickeltes und auf der Consumer Electronics Show im Januar vorgestelltes All-in-One-Fitnesssystem, verstärken.

Autor: Christian Schartel
Christian Schartel Christian Schartel Christian Schartel

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu HTC Vive: Über 15.000 Bestellungen in weniger als 10 Minuten

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *