Project Blaid: Toyota arbeitet an Wearable für Blinde

Es handelt sich um eine Art Schultergürtel mit Kameras, Lautsprechern und Vibrationsmotoren, der Blinden mehr Mobilität und Unabhängigkeit ermöglichen soll. Die Kommunikation ist per Sprachsteuerung sowie über Knöpfe möglich.

Der „Project Blaid“ genannte Schultergürtel ist mit Kameras, Lautsprechern und Vibrationsmotoren ausgestattet, um die Umgebung aufzunehmen und mit dem Anwender zu kommunizieren. Der Anwender kann Sprachbefehle geben und auch eine Reihe Knöpfe drücken, um Einstellungen zu treffen und der Elektronik seine Wünsche zu übermitteln. Dieses Wearable, das von der auf Roboter und Automatisierung fokussierten Tochter der Toyota Motor Corporation derzeit entwickelt wird, soll Blinden mehr Mobilität und Unabhängigkeit ermöglichen.

Project Blaid (Bild: Toyota)

Project Blaid (Bild: Toyota)

Blaid ist laut der Toyota Partner Robotics Group noch in einem frühen Teststadium. Im Lauf der Zeit sollen Kartografierung, Erkennung von Objekten und Gesichtserkennung hinzukommen, um eine intuitivere Bedienung zu erlauben.

Ein Toyota-Sprecher betonte, das Projekt habe nichts mit dem Toyota Research Institute (TRI) zu tun, das für den Autohersteller Technik für Fahrerunterstützung und sicheres Fahren entwickelt. Im vergangenen Jahr hatte Toyota ihr eine Milliarde Dollar Forschungsbudget in Aussicht gestellt, die es über die nächsten fünf Jahre verfügbar macht. Beide Projekte stünden aber für Toyotas Entwicklung weg vom reinen Autobauer, hin zu einem Unternehmen für Mobilität, heißt es.

Das japanische Unternehmen arbeitet seit Jahren auch an Helferrobotern für die alternde Bevölkerung. Sie sollen Senioren ein eigenständiges Leben ermöglichen. 2009 stellt ein Androide von Toyota mit 7 km/h einen Laufrekord auf.

Der für Partner Robotics zuständige Manager Doug Moore kommentiert: „Toyota ist mehr als die großartigen Autos und Lkws, die wir bauen; wir glauben, dass wir eine Rolle spielen werden, wenn es darum geht, Probleme der Mobilität zu lösen, worunter auch fällt, Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit zu unterstützen. Wir glauben, dass dieses Projekt das Potenzial hat, das Leben vieler Sehbehinderter zu verbessern.“ Ein Betatest soll in naher Zukunft folgen.

Eine Kopfhörer-Navigation für Sehbehinderte hat auch schon Microsoft vorgestellt und Ende 2015 überarbeitet. Zu diesem Zeitpunkt führte es Umgebungsbeschreibungen ein, ergänzend zu den reinen Navigationsanweisungen. Auch können die Nutzer erweiterte Informationen durch Sprachbefehle anfordern. Das System besteht aus Bluetooth-Kopfhörern samt Mikrofon, einem Smartphone und der Microsoft-Software.

Ursprünglich für Sehbehinderte war zudem ein Navigationssystem von Ducere Technologies gedacht. Es handelt sich um ein Schuhmodell, das mit vibrierender Sohle Abbiegeanweisungen kommuniziert. Es bezieht seine Daten von einer Smartphone-App. Der Akku wird in die Sohle beziehungsweise den Schuh eingeschoben.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
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