AMD Sulon Q: Erstes kabelloses VR-Headset vorgestellt

Das VR/AR-Headset Sulon Q bietet eine Auflösung von 2560 mal 1440 Pixel und verfügt über den AMD-Prozessor FX-8800P, eine Radeon-R7-GPU und 8 GByte RAM. Das Positionstracking übernehmen zwei eingebaute Kameras. Es soll im „späten Frühjahr“ in den Handel kommen.

Mit der Sulon Q haben AMD und Sulon auf der Game Developers Conference (GDC) in San Francisco die erste kabellose Virutal-Reality-Brille der Welt präsentiert. Als Herzstück des auch für AR-Inhalte und räumliches Computing ausgelegten Headsets kommt eine AMD-Corrizo-APU zum Einsatz. Mit 2560 mal 1440 Pixel bietet die Sulon Q noch eine etwas höhere Auflösung als die VR-Brillen Oculus Rift und HTC Vive. Diese lösen jeweils mit 2160 mal 1200 Bildpunkten auf. Das Virtual-Reality-Headset wird voraussichtlich im „späten Frühjahr“ in den Handel kommen. Ein Preis wurde noch nicht genannt.

(Bild: AMD)

Das VR/AR-Headset Sulon Q bietet eine Auflösung von 2560 mal 1440 Pixel und verfügt über den AMD-Prozessor FX-8800P, eine Radeon-R7-GPU und 8 GByte RAM (Bild: AMD).

Das  Sulon Q ist mit dem AMD-Prozessor FX-8800P ausgestattet, der in der Regel in Notebooks verwendet wird. Für die Grafik sorgt eine integrierte Radeon-R7-GPU. Der Grafikchip verfügt über vier CPU- und acht GPU-Kerne und einen Basistakt von 2,1 GHz. An RAM sind 8 GByte integriert. Angaben zum Gewicht und der Akkulaufzeit des VR/AR-Headsets haben AMD und Sulon noch nicht preisgegeben.

Von der direkten Konkurrenz hebt sich das Sulon Q auch dadurch ab, dass für das Positionstracking keine externen Sensoren benötigt werden. Stattdessen nutzt das Headset dafür zwei eingebaute Kameras. Die zugehörige „Spatial Processing Unit“ erkennt nicht nur die Umgebung und Bewegungen im Raum, sondern auch die Handbewegungen des Trägers. Auf diese Weise soll eine Bedienung mit Wischgesten in der Luft möglich sein. Zusätzlich wird im Lieferumfang aber auch eine drahtlose Tastatur sowie eine Funkmaus enthalten sein, um damit in den Raum projizierte Windows-10-Anwendungen zu steuern.

Außerdem kann sich der Träger des Sulon Q ähnlich wie bei der HTC Vive dank des Tracking- und Mapping-Systems nicht nur in der virtuellen Realität bewegen, sondern auch begrenzt im physischen Raum herumlaufen. Bei anderen Systemen wie der Oculus Rift, Sonys Playstation VR oder Samsungs Gear VR muss man hingegen sitzen oder stehen.

Da sämtliche benötigte Hardware beim Sulon Q direkt an Bord ist, wird anders als bei Oculus Rift und HTC Vive kein zusätzlicher PC benötigt. Ein ausreichend leistungsstarker Rechner kostet rund 1000 Euro – zusätzlich zum Anschaffungspreis der Brillen von 599 Dollar zuzüglich Steuern und Versand respektive 899 Euro. Dafür dürften Rift und Vive aber aufwendigere Grafik erlauben, da der externe Rechner mehr Leistung bietet und sich bei Bedarf noch anpassen lässt. Die Sulon Q liefert laut Hersteller Grafik auf dem Niveau von Videospielkonsolen.

Für die Audioausgabe lassen sich an die Brille mitgelieferte In-Ear-Kopfhörer anschließen, die mit dem 3,5-Millimeter-Klinkenbuchse verbunden werden. Ganz kabellos ist die das Headset also doch nicht. Es soll virtuellen Raumklang auf Basis der Audiotechnik AstoundSound liefern. Zwei integrierte Mikrofone mit Rauschunterdrückung ermöglichen auch Sprachkommunikation.

Die Oculus Rift kann seit 6. Januar in 20 Ländern – darunter auch Deutschland – vorbestellt werden und soll ab 28. März ausgeliefert werden. Aktuell gibt Oculus in seinem Onlineshop für neue Bestellungen als Liefertermin „Juli 2016“ an. Der Lieferumfang umfasst neben der Brille mit Kopfhörer und Mikrofon, eine Tischkamera zur Erfassung der Kopfbewegungen, ein Xbox-One-Controller, das Spiel Lucky’s Tale sowie eine Fernbedienung. Außerdem erhalten Vorbesteller das Weltraumspiel EVE: Valkyrie.

Die HTC Vive ist seit 29. Februar vorbestellbar. Hier sind neben der Brille zwei kabellose Bewegungs-Controller und zwei Lichtfeldsensoren zur Positionsbestimmung des Nutzers im Raum enthalten sowie die VR-Anwendungen „Job Simulator: The 2050 Archives“, „Fantastic Contraption“ und „Tilt Brush“. Mit ihnen können Nutzer diverse Berufe nachahmen, eine Fantasiemaschine bauen oder im virtuellen Raum malen. Durch Integration von Valves Steam VR sollen sie immer auf dem neuesten Stand bleiben.

[Mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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Autor: Christian Schartel
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