Großer Dual-Kameravergleich! Huawei P9 vs LG G5 [Video]

Das Huawei P9 zählt dank der Leica-Kameras in puncto Fotografie und Videoaufnahme zu den allerbesten seiner Art. Doch wie schlägt sich die Knipse im Vergleich zum neuen LG G5, das das erste Smartphone mit 135-Grad-Weitwinkel-Kamera ist und auf dem Mobile World Congress in Barcelona sogar zum besten Mobilgerät des MWC gewählt wurde? Wir machen den direkten Vergleich der Videoqualität beider Dual-Kameras.

Das folgende Video zeigt euch links die Aufnahme, die die Kamera vom Huawei P9 zustandebrachte sowie rechts das Bild der Kamera des LG G5 (Edge). Von welcher Kamera dabei der Ton stammt, erkennt ihr am Lautsprechersymbol – zunächst aufseiten des P9.

Smartphone-Kameras sind mittlerweile mehr als nur ein sporadischer Ersatz für Camcorder. Manch professioneller Filmemacher nutzt das Smartphone sogar für berufliche Aufnahmen – und dies nicht nur wegen der handlichen Größe der Smartphones. Trotz der technischen Möglichkeiten sind aber freilich nicht alle Kameras high-end und auch zwischen den einzelnen Smartphone-Kameras der Spitzenklasse gibt es deutliche Unterschiede. Perfekt sind auch die Kameras des Huawei P9 sowie des LG G5 nicht – aber einzigartig und echt nicht schlecht.

Beide Smartphones verfügen nämlich über eine Dual-Kamera. Damit können beispielsweise Bilder mit Tiefenunschärfe geschossen werden, um schöne Bokehs zu erzeugen, die man von Spiegelreflexkameras mit lichtstarken Objektiven und großen Brennweiten kennt. Physikalisch ist das bei Smartphones aber kaum möglich, weshalb der Effekt mithilfe einer zweiten Kamera erzeugt werden soll. Neu ist das Prinzip zwar nicht, doch es besteht Hoffnung, dass die Kameras im P9 sowie dem G5 bessere Ergebnisse erzielen als die entsprechenden Dual-Kamera-Geräte der Vergangenheit.

Die technischen Details zur Kamera des LG G5

Das LG G5 wartet mit diversen Highlights auf – etwa der modularen Bauweise, aber auch zwei rückseitigen Kameras samt Laserautofokus. Die duale Linse beherbergt einerseits eine 16-Megapixel- sowie andererseits eine weitere 8-Megapixel-Kamera. Die lichtstarke f/1.8-Blende prädestiniert die 16-Megapixel-Hauptkamera des G5 auch für Nachtaufnahmen. Videos lassen sich in 4K aufzeichnen. Als Sensor verbaute LG den eigenen Innotek mit einer Größe von 1/2.6 Zoll und 1,12 µm Pixelgröße. Die Kamera mit 8 Megapixel Auflösung hat einen Blendenwert von f/2.4.

Außerdem ist das G5 das erste Smartphone der Welt, das Bilder im 135-Grad-Weitwinkel aufnehmen kann. Das bedeutet: Fischaugenoptik durch die 8-Megapixel-Kamera, wie man sie vor allem von Action-Cams kennt. Der Vorteil der verzerrten Darstellung ist der erweiterte Raum, der von einem Bild eingefangen werden kann, schließlich haben gewöhnliche Smartphone-Kameras nur einen Winkel von 70 bis 75 Grad und selbst das menschliche Auge erreicht nur etwa 120 bis 124 Grad. Wer also eine Weitwinkelaufnahme machen möchte, muss einfach nur auf die entsprechende Kamera schalten.

Die 16-Megapixel-Kamera deckt hingegen einen Blickwinkel von 75 Grad ab. Hinzu kommt ein LED-Blitz, ein optischer Bildstabilisator sowie ein Farbspektrumsensor. Das G5 besitzt vorderseitig auch eine dritte Kamera – ebenfalls mit 8 Megapixel. Als Frontblitz wird das Display genutzt.

Die technischen Details zur Kamera des Huawei P9

Huawei überrascht beim P9 sowie P9 Plus mit Kamera-Modulen des deutschen Herstellers Leica – und wie beim LG G5 kommt eine Dual-Kamera zum Einsatz. Rückseitig ist eine 12-Megapixel-Doppel-Kamera mit f/2.2-Blende und doppeltem LED-Blitz verbaut. Im Vergleich zum G5 wird also nicht mit zwei unterschiedlichen auflösenden Kameras samt verschiedener Brennweiten gearbeitet, sondern vielmehr mit den Sensoren selbst. So kann ein Sensor nur monochrome, also schwarz-weiße Bilder aufzeichnen, während der andere Sensor auch Farben erkennt. Die beiden Bilder werden dabei zu einem Farbfoto zusammengefasst, wobei auch schöne Schwarz-Weiß-Aufnahmen möglich sein sollen.

Sind damit ebenfalls Bilder mit Bokeh möglich? Tatsächlich war genau dies angedacht, so soll der Schwarz-Weiß-Sensor lichtempfindlicher im Vergleich zum RGB-Sensor sein, da auf dem Schwarz-Weiß-Sensor kein RGB-Filter angebracht ist, welcher die Lichtmenge reduzieren würde. Durch den zweiten Bildsensor soll nicht nur mehr Licht aufgenommen werden können, sondern auch eine verbesserte Tiefenmessung, parallel zu Laserfokus und Kontrastmessung, stattfinden. Dadurch verspricht sich Huawei schnelleres Scharfstellen von Motiven, aber auch dezidierte Schärfe- und Unschärfeeffekte, die angewendet werden können.

Einen optischen Bildstabilisator haben die beiden Kameras jedoch nicht erhalten. Ach ja: an der Front sitzt noch eine einfache 8-Megapixel-Kamera mit einem Blendenwert von f/2.4.

Der Vergleich

Insgesamt scheint man es mit zwei spannenden Kameravarianten zu tun zu haben. Im Testvideo fällt dabei zunächst auf, dass die Frontkamera des LG G5 eine kältere Lichtstimmung festhält, als die des P9. Dafür macht das LG-Gerät mit der Frontkamera bei dunklen Lichtverhältnissen deutlich bessere Aufnahmen und kann das Gesicht gut erkennbar darstellen. Dass das Bild des G5 deutlich schärfer wirkt liegt daran, dass dessen Video-Auflösung Full-HD beträgt, während die kleinere HD-Auflösung der Frontkamera des Huawei P9 für den Videovergleich auf Full-HD, also von 1080p auf 720p, skaliert wurde.

Bei Makroaufnahmen mit der rückseitigen Kamera schienen beide Smartphones nicht allzu stark, siehe Minute 2:25. Besonders gut gefällt mir dafür die Weitwinkel-Kamera des LG G5 – nicht nur, weil das Bild damit deutlich schärfer als das Bild des Huawei P9 wirkte (obwohl in beiden Fällen mit einer Auflösung von 1080p gefilmt wurde), sondern weil die Bewegung angenehm und geschmeidig eingefangen wurde, siehe 2:50. Beim Huawei P9 sind dagegen alle Wackler, die beim Tragen eines Smartphones entstehen, auch auf das Bewegtbild übertragen worden.

Bei Minute 3:05 wird offensichtlich, dass auch die rückseitige Dual-Kamera des LG G5 deutlich bessere Aufnahmen bei schlechter Belichtung macht, als die Kamera des P9. Auch die Konturen dunklerer Bereiche sind sehr gut erkennbar, ohne dass störendes Bildrauschen erkennbar wäre. Die hellsten Bereiche sind für manch beobachtende Person aber vielleicht ein wenig überbelichtet. Bei der unappetitlichen Nahaufnahme (3:50) wird deutlich, dass das LG G5 auch hier eine beeindruckende Qualität erreicht, wenngleich auch dunkler als das Huawei P9. Da das Huawei keine Weitwinkelkamera besitzt, ist ein deutlich kleinerer Bildausschnitt zu sehen. Gleichzeitig fiel auf, dass der Fokus des P9 ein ganzes Stück länger brauchte, um das Skelett scharf zu stellen.

Das liegt aber sehr wahrscheinlich ebenfalls an der Weitwinkelkamera. Die nachfolgenden Aufnahmen (ca 4:20) zeigen, dass die jeweils hochauflösendere Rückkamera – beim G5 kann schließlich auch „nur“ die 8-Megapixel-Weitwinkelkamera gewählt werden – beim P9 ein klein wenig schneller zu fokussieren scheint, also beim LG-Smartphone. Dafür ist der Hintergrund bei der Aufnahme mit dem LG G5 etwas verschwommener, als beim Huawei P9 – edle Bokehs wie bei Spiegelreflexkameras konnten aber beide nicht erzeugen. Für Slow-Motion-Fans: Zum Ende des Videos könnt ihr auch SloMo-Aufnahmen von Bienen vergleichen.

Fazit

Insgesamt bringen beide Sensoren sehr schöne Farben und gute Kontraste aufs Display. Das LG-Smartphone hat bei schlechter Belichtung sowie Bewegung der Kamera in meinen Augen klar die Nase vorn. Die Fokussierung der Dual-Kamera scheint hingegen beim Huawei P9 ein wenig zügiger zu sein. Das Bokeh gefällt mir persönlich beim LG G5 minimal besser. Welche Videoaufnahme gefällt euch besser? Schreibt es einfach in den Kommentarbereich.

Autor: Christian Schartel
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