iOS 9.3.2: Apple beseitigt mit Update 39 Schwachstellen

Eine Anfälligkeit in Siri erlaubt unter Umständen das Umgehen der Gerätesperre. Weitere Lücken könnten das Einschleusen und Ausführen von Schadcode ermöglichen. Die Aktualisierung auf iOS 9.3.2 behebt aber auch Schwierigkeiten mit Bluetooth-Zubehör beim iPhone SE.

Die aktuellste Version 9.3.2 von Apples mobilem Betriebssystem iOS schließt nicht nur 39 Sicherheitslücken, sondern beseitigt auch Fehler im Zusammenhang mit Bluetooth-Zubehör und Mobile-Device-Management-Lösungen.

Apple verteilt iOS 9.3.2 Over-the-Air über die Softwareaktualisierung seines Mobilbetriebssystems. Es kann aber auch über die iTunes-Software geladen werden. Das Update steht für iPhone 4S und später, iPad 2 und später und iPod Touch der fünften Generation zur Verfügung.

Unter den Anfälligkeiten befindet sich auch eine Schwachstelle in Siri, die einen unberechtigten Zugriff auf Kontakte und Fotos erlaubt.

Entdeckt wurde die Schwachstelle von dem Sicherheitsforscher Jose Rodriguez, der bereits im September 2013 und im September 2015 auf ähnliche Sicherheitslecks in iOS 7 beziehungsweise iOS 9 aufmerksam gemacht hatte. Es war möglich, die Gerätesperre zu umgehen, wenn Siri bei gesperrtem Gerät aktiv war. Da dafür auch 3D-Touch erforderlich ist, sind jedoch nur iPhone 6S und 6S Plus betroffen.

iOS 9.3.2 (Screenshot: ZDNet.de)

iOS 9.3.2 (Screenshot: ZDNet.de)

Apple fügte als Behelfslösung nur einen Tag später serverseitig eine zusätzliche Sicherheitsabfrage ein. Bevor Nutzer Siri vom Sperrbildschirm aus für eine Suche auf Twitter verwenden können, müssen sie seitdem zunächst ihr iPhone entsperren. Nach der Installation von iOS 9.3.2 werden jetzt zudem bestimmte „Daten-Detektoren“ in Twitter deaktiviert, wenn die Gerätesperre aktiv ist.

In den Komponenten Accessibility, CommonCrypto, CoreCapture, Disk Images, ImageIO, Kernel, libc, libxml2, MapKit, OpenGL, Safari und WebKit befinden sich weitere Schwachstellen. Sie ermöglichen unter anderem das Einschleusen und Ausführen von Schadcode – unter Umständen sogar mit Kernel-Rechten. Ein Anwender muss im Fall von WebKit dazu nur eine speziell präparierte Website aufrufen. MapKit leitet außerdem jetzt Links standardmäßig per HTTPS, sprich über eine verschlüsselte Verbindung weiter.

Die Entwickler haben den Versionshinweisen zufolge auch Schwierigkeiten mit Bluetooth-Zubehör beseitigt, das mit einem iPhone SE gekoppelt wurde. Auch sollen eigene B2B-Apps jetzt beim Einsatz von MDM-Servern fehlerfrei installiert werden. iOS-Geräte, die die VoiceOver-Stimme Alex nutzen, sollen außerdem nicht mehr zu einer anderen Stimme wechseln, wenn sie Satzeichen oder Leerzeichen vorlesen.

Nutzern des iPad Pro mit 9,7-Zoll-Display rät MacRumors ab, die Aktualisierung durchzuführen. Leser des Blogs und auch Twitter-Nutzer haben sich demnach über eine Fehlermeldung „Error 56“ beschwert, die sie auffordert, ihr Gerät mit iTunes zu verbinden. Betroffene Geräte lassen sich offenbar nicht über die iTunes-Software wiederherstellen. Apples Support-Website zufolge deutet Error 56 auf einen Hardwarefehler hin. Sie empfiehlt betroffenen Nutzern, den Apple-Support zu kontaktieren.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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Anja Schmoll-Trautmann
Autor: Anja Schmoll-Trautmann
Redakteurin
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