Putin: Cyberattacke auf deutsche Politiker?

Deutsche Politiker mehrerer Parteien wurden im August dieses Jahres gehackt. Die Täter konnten bisher nicht identifiziert worden. Laut Berichten deutscher Medien, darunter die Süddeutscher Zeitung, nehmen Sicherheitsexperten der Bundesregierung den Vorfall ernst. Hinter dem Cyberattacke soll eine „ausländische Macht“ stecken, deren Ziel es sei, Einfluss auf die Bundestagswahl im kommenden Jahr zu nehmen.

Am 15. und 24. August erhielten mehrere Politiker E-Mails mit einem Link zu einer Spähsoftware. Als Absender der Nachrichten wurde das Hauptquartier der Nato in Brüssel ausgegeben. Zu den Opfern des Hackangriffs zählen die Bundestagsfraktion der SPD, die Junge Union, die Bundesgeschäftsstelle der Linke und die saarländische CDU.

War auch CDU-Generalsekretärs Peter Tauber Ziel der Cyberattacke?

Ob CDU-Generalsekretärs Peter Tauber auch Ziel der Cyberattacke wurde, ist nicht bekannt. (Foto: CDU / Tobias Koch)

Der Umfang des Angriffs ist noch Gegenstand der Ermittlung. Aufgefallen war die Ausspähaktion, als mindestens 70 E-Mails entdeckt wurden, welche die Hacker an inaktive E-Mail-Adressen gesendet hatten. Im Bundestag sollen keine Computer infiziert worden sein. Die Schadsoftware wurde offenbar von Servern angeboten, die nach früheren Angriffe auf den Bundestag bereits gesperrt waren.

Die Empfänger sollten mit vermeintlichen Informationen über das Erdbeben in Italien am 24. August sowie den Putschversuch in der Türkei am 15. Juli zum Klick auf den schädlichen Link verleitet werden. Der Angriff sei jedoch der Nato und auch dem Bundesnachrichtendienst aufgefallen. Das Nationale Cyber-Abwehrzentrum sei am 7. September eingeschaltet worden. „Dort nahm man die Sache so ernst“, dass der Präsident der Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) Arne Schönbohm die im Bundestag vertretenen Fraktionen zwei Tage darauf persönlich informiert habe, heißt es weiter in dem Bericht.

Steckt Putin hinter dem Cyberangriff?

Das BSI vermutet, dass die Angreifer aus Russland stammen. „Es gibt Indikatoren, die auf Apt28 hindeuten“, bestätigte Schönbohm den drei Publikationen. Nach Einschätzung westlicher Sicherheitsbehörden arbeite die auch als Sofacy Group bekannte Gruppe mit den russischen Geheimdiensten GRU und FSB zusammen. Auch der Angriff auf den Bundestag im vergangenen Jahr wird der Gruppe Apt28 zugerechnet.

Steckt Russlands Geheimdienst hinter der Cyberattacke? (Bild: Shutterstock)

Steckt Russlands Geheimdienst hinter der Cyberattacke? (Bild: Shutterstock)

Die Bundesregierung sieht laut WDR und NDR zudem Parallelen zu den jüngsten Angriffen in den USA. Dort waren sensible Daten der Demokratischen Datei durchgesickert, möglicherweise mit dem Ziel, die öffentliche Meinung zu manipulieren und damit auch das Ergebnis der Präsidentschaftswahl im November. „Vor dem Hintergrund der amerikanischen Ereignisse war es mir wichtig, dass sich die Parteien vor Ausspähung schützen“, ergänzte BSI-Chef Schönbohm.

[Mit Material von Stefan Beiersmann, zdnet.de]

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