Streit um Tintenpatronen: HP macht nach Fauxpas kleinen Rückzieher

HP macht bei seinem Tintengate einen Rückzieher. Die Amerikaner bleiben aber bei ihrer Position, alles richtig gemacht zu haben. Seit dem 13. September funktionieren die Tintenpatronen von günstigeren Drittherstellern bei einigen Modellen nicht mehr. Das hat bei HP-Kunden für großen Unmut gesorgt.

Der Druckerhersteller behauptet weiter, es handele sich lediglich um eine Sicherheitsfunktion. Trotzdem soll ein optionales Firmware-Update die Tintenpatronen wieder entsperren. Die Aktion hatte HP-Kunden völlig unvorbereitet getroffen. Ob der Druckerhersteller mit solch rüden Methoden seine Kunden auch beim Neukauf von Druckern halten kann, wird die Zukunft zeigen.

HP Deskjet 3720 (Bild HP)

HP Deskjet 3720 (Bild HP)

HP-COO Jon Flaxman erklärt in einem Blog, dass man die Nutzer vor qualitativ minderwertigen Druckerpatronen schützen wollte. Zudem wolle man verhindern, dass Nutzer unabsichtlich gefälschte Druckerpatronen verwenden. Diese Position ist wenig glaubhaft, vielmehr will HP seine sehr viel teurere Tinte verkaufen.

HP erklärt weiter, dass das Firmware-Update für die Geräte HP OfficeJet, OfficeJet Pro und OfficeJet Pro X ein “dynamisches Sicherheits-Feature enthält, das ungetestete Dritthersteller-Patronen mit einem geklonten Sicherheitschip deaktivierte, auch wenn diese zuvor noch funktionierten”.

Nur mit optionalem Firmware-Update von HP wird die Sperre deaktiviert

Jetzt will HP für all diejenigen, die nicht vor deutlich günstigeren, legal nachgebauten oder wieder befüllten Patronen geschützt werden wollen, ein “optionales Firmware-Update veröffentlichen, das dieses Sicherheitsfeature entfernt. Wir erwarten, dass dieses Update innerhalb der nächsten zwei Wochen verfügbar sein wird und wir werden hier über weitere Details informieren.” Derzeit gibt es in diesem Forumseintrag jedoch bis auf die Überschrift “Dedicated to the best Printer-Experience” noch keine Inhalte.

Allerdings wolle sich HP nicht gänzlich von diesem Sicherheitsfeature verabschieden, das nachgemachte Tintenpatronen in HP-Druckern verhindert. Es werde daher auch weiterhin Authentifizierungsmethoden geben, die “möglicherweise” einige Produkte von Drittherstellern deaktivieren.

HP entschuldigte sich jedoch für die mangelhafte Kommunikation über das Firmware-Update und gelobt, künftig “transparenter” zu sein. HP hatte das Update bereits 2015 verteilt. Das Feature wurde jedoch erst am 13. September 2016 aktiviert. HP hatte auch erst nach einigen Tagen erklärt, warum plötzlich bestimmte Druckerpatronen nicht mehr wie gewohnt arbeiten.

Die Reaktionen auf HPs Entscheidung reichten von Meldungen in diversen Nutzerportalen bis hin zu einem offenen Brief der Electronic Frontier Foundation an CEO Dion Weisler.

[Mit Material von Martin Schindler, ITespresso]

Neueste Kommentare 

Eine Kommentar zu Streit um Tintenpatronen: HP macht nach Fauxpas kleinen Rückzieher

  • Am 3. Oktober 2016 um 18:58 von alfver

    Naja, da hat mal wieder einer der Grossen gemeint, die Verbraucher sind Blöd und sklavisch an sie gebunden – hahahahaaaa, und wieder ist einer der Grossen damit in die Jauchengrube gefallen!
    Wer ist denn nun der/die Blöde?
    Wie kann man nur so eine schrecklich DUMME Masche sich einfallen UND durchziehen lassen? Muss da nicht der/die Erfinder/in UND die bewilligende Geschäftsführung sich sehr still und schnelle verkriechen?
    Nachdem bekannt wurde, dass ausgerechnert die Grossen der Druckerindustrie Tintenpatronen kriminell-betrügerisch ihre Patronen mit Minderbefüllungen ausliefern, sie so gestalten, dass man nicht ohne Weiteres erkennen kann, wie der REALE Tintenstand der Patrone ist (UNdurchsichtigkeit), nun auch solche ein Idiotenmasche abziehen.
    WIE WÄRE ES MIT TRANSPARENZ? Mal nur so, um VERTRAUEN der Kunden wieder zuerlangen?
    Manche Lernen es nie!

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