Ausgetauschtes Galaxy Note 7 geht in Flammen auf

Samsungs Problem mit überhitzenden Akkus des Galaxy Note 7 geht in die nächste Runde. In den USA mussten gestern die Passagiere eines Fluges von Southwest Airlines den Flieger verlassen. Ein Sprecher der Fluggesellschaft teilte der Internetseite The Verge mit, dass die Fluggäste kurz vor dem Start evakuiert werden mussten. Der Grund: Aus dem Galaxy Note 7 eines Passagiers stieg Rauch auf.

Bei dem Smartphone handelte es sich nicht um ein bereits ausgetauschtes Gerät aus der fehlerhaften ersten Serie, für die Samsung bereits einen Rückruf gestartet hat. Laut Brian Green, dem Besitzer des Galaxy Note 7, sei sein Handy bereits im September ausgetauscht worden. Ein von ihm gemachtes Foto zeigt eine Verkaufsverpackung, die mit einem schwarzen Quadrat markiert ist. Damit werden in den USA Geräte mit fehlerfreien Akkus gekennzeichnet.

The Verge hat die IMEI-Nummer, also die Seriennummer des Note 7 mit Samsungs Online-Datenbank für den Rückruf abgeglichen. Das Ergennis war: „Gute Nachricht. Ihr Gerät ist nicht auf der Liste der betroffenen Geräte.“

Samsung Galaxy Note 7

Samsung Galaxy Note 7

Green zufolge hatte er das Galaxy Note 7 zuvor ausgeschaltet. Dennoch habe er jedoch festgestellt, dass Rauch aus seiner Tasche aufstieg. Er habe das Note 7 herausgeholt und auf den Boden des Flugzeugs geworfen. Anschließend dann sei „dicker graugrüner Rauch“ aus dem Gerät ausgetreten. Laut Aussagen eines Kollegen Greens habe sich das Smartphone durch den Teppich gebrannt und auch den darunter liegenden Boden beschädigt.

Ein Sprecher des koreanischen Unternehmens erklärte, man könne den Vorfall erst nach einer eigenen Prüfung des Geräts kommentieren. „Wir arbeiten mit den Behörden und Southwest zusammen, um das Gerät zurückzubekommen und die Ursache bestätigen zu können. Sobald wird das Gerät untersucht haben, können wir mehr sagen.“

Derzeit befinde sich das Note 7 in den Händen der Brandermittler der Feuerwehr von Louisville, heißt es weiter in dem Bericht. Die US-Verbraucherschutzbehörde Consumer Product Safety Commission habe ebenfalls eine Untersuchung eingeleitet. Green selbst sei vom Note 7 nun auf ein Apple iPhone 7 umgestiegen.

Anfang September hatte Samsung die Probleme mit überhitzenden Akkus des Galaxy Note 7 eingeräumt, den Vertrieb eingestellt und begonnen, weltweit mehr als zwei Millionen Smartphones auszutauschen. Mitte September bestätigte das Unternehmen dann alleine in den USA mehr als 90 Vorfälle mit überhitzen Note 7, bei denen 26 Personen Verbrennungen erlitten.

Auch ausgetauschte Galaxy Note 7 brandgefährlich

Schon in der vergangenen Woche waren Beschwerden von Nutzern in Südkorea aufgetaucht, deren ausgetauschte Note 7 im Betrieb ungewöhnlich warm wurden. Zudem soll sich der Ladestand dieser Geräte sehr schnell verringern. Samsung sprach von Einzelfällen, die nicht durch den Akku verursacht wurden.

Hierzulande ist die Austauschaktion ebenfalls schon angelaufen. Allerdings muss Samsung die fehlerhaften Geräte direkt beim Kunden austauschen, weil sich der deutsche Logistikpartner DHL aufgrund internationaler Bestimmungen weigert, die fehlerhaften Geräte zu transportieren. Defekte Lithium-Ionen-Akkus gelten eigentlich weltweit als Gefahrgut und dürfen nur unter Einhaltung strenger Auflagen transportiert werden. Im freien Handel soll das Galaxy Note 7 europaweit ab dem 28. Oktober erhältlich sein.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu Ausgetauschtes Galaxy Note 7 geht in Flammen auf

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *