IAEA bestätigt Cyberangriffe auf Kernkraftwerke

In den letzten Jahren waren mehrere Kernkraftwerke offenbar Ziele von Cyberangriffen. Das bestätigte Yukiya Amano, Direkter der internationalen Atomenergie-Behörde IAEA, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. In mindestens einer Anlage wurde der Betrieb durch einen Hack gestört. Laut Amano soll der Vorfall “zwei oder drei Jahre” zurückliegen, erst jetzt wurde er bekannt. Um welches Kernkraftwerk es sich handelt, sagte der IAEA-Chef nicht.

Laut Amano sei der genannte Vorfall nicht gefährlich gewesen. Das Atomkraftwerk musste nicht vom Betrieb genommen werden. Dennoch seien Cyberattacken auf atomare Einrichtungen ernstzunehmen. “Das ist kein imaginäres Risiko”, so Amano im Gespräch mit Reuters. “Das Problem der Cyberangriffe auf Nukleareinrichtungen sollte sehr ernst genommen werden. Wir wissen nie, ob wir alles darüber wissen oder es nur die Spitze des Eisbergs ist.”

Hackerangriffe auf Atomkraftwerke werden immer zu einer konkreten Bedrohung. So waren dem koreanischen Unternehmen Korea Hydro & Nuclear Power nach einem Cyberattacke Daten verloren gegangen. 2014 hat der Konzern den Verlust eingeräumt.

Kernkraftwerk im süddeutschen Gundremmingen

Kernkraftwerk im süddeutschen Gundremmingen (Bild: Kernkraftwerk Gundremmingen GmbH)

Im April dieses Jahres berichtete RWE, der Betreiber der Kernkraftwerks Gundremmingen, dass bei einer Routineprüfung 2015 ein Rechner mit Schadsoftware infiziert war. Bei der Die Malware hatte keine Auswirkungen auf den Betrieb der Atomanlage und war wohl offenbar auch nicht gezielt darauf angesetzt. Auf der internationalen Skala zur Bewertung von Vorkommnissen (INES)stufte RWE das Vorkommnis in die Stufe 0 ein. Es hatte demnach keine oder eine sehr geringe sicherheitstechnische Bedeutung.

UN investiert in Sicherheit von Kernkraftwerken

Laut Einschätzungen von Sicherheitsexperten würden Kriminelle nicht über das technische Know how verfügen, um in einer Nukleareinrichtung etwa eine Explosion auszulösen. Vor Cyberangriffen sind die Anlagen offenbar dennoch nicht gefeit. Gegenüber Reuters erklärte Amano, dass die Vereinten Nationen in die Sicherung von Atomkraftwerken vor Cyberkriminellen investiere. Seit 2010 seien mehr als 10.000 Menschen gegen Gefahren aus dem Netz geschult worden.

[mit Material von Peter Marwan, Silicon.de]

Neueste Kommentare 

Noch keine Kommentare zu IAEA bestätigt Cyberangriffe auf Kernkraftwerke

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *