Salesforce verhandelt mit Twitter

Wie die New York Times berichtet, befinden sich Salesforce.com und Twitter nach wie vor in Verhandlungen über die Übernahme der Social Media Plattform. Der Cloud-Computing-Anbieter sei auch nicht durch die Tatsache aus dem Konzept gebracht worden, dass sein Aktienkurs um fünf Prozent einbrach, nachdem sein Interesse an Twitter bekannt wurde.

Zwischen Salesforce und Twitter besteht seit 2012 eine Partnerschaft. Der Software-Vertreiber speist die Daten des Mikroblogging-Dienstes in seine Analytics-Systeme ein. Laut New York Times schätzt das Unternehmen den Wert dieser Daten höher ein als die Skepsis seiner Investoren. Beide Konzerne waren gegenüber CNET.com für eine Stellungnahme nicht bereit.

Auch der Aktienkurs von Twitter befindet sich seit geraumer Zeit auf Sinkflug. Am vergangenen Donnerstag ist er um rund 20 Prozent eingebrochen, am Montag dieser Woche waren noch einmal rund 11 Prozent. Grund für die Talfahrt ist unter anderem das Abspringen einiger anderer Übernahme-Kandidaten in den letzten Tagen.

Neben Salesforce waren zuletzt auch Alphabet/Google, Apple und der Medienkonzern Disney als Interessenten für Twitter gehandelt worden. Alle drei Unternehmen haben nach jüngsten Berichten zufolge die Verhandlungen jedoch abgebrochen. Salesforce soll der letzte Bewerber sein. Wie hoch der Übernahme-Preis ist, darüber gibt es offenbar noch keine Einigkeit.

Twitter hat im ersten wie auch im zweiten Fiskalquartal 2016 die Erwartungen der Wall Street verfehlt. Zuletzt betrug der Nettoverlust 107 Millionen Dollar oder 15 Cent je Aktie. Fürs dritte Quartal erwartet es Umsätze zwischen 590 und 610 Millionen Dollar. Laut Thomson Reuters Starmine schrieb es die letzten 11 Quartal immer rote Zahlen.

Mit 313 Millionen aktiven Nutzern pro Monat ist Twitter immer noch eine wichtige Quelle für Eilmeldungen. Zunehmend streamt es auch Videos, verbreitet etwa in Partnerschaft mit Cheddar US-Wirtschaftsnachrichten, Fernsehshows von Bloomberg und Footballspiele der NFL.

Twitter lockt Nutzer mit Neuerungen

Twitter (Bild: Twitter)

Findet Twitter noch einen Käufer? (Bild: Twitter)

Das stagnierenden Nutzerwachstum versucht das Social Network mit Vereinfachungen anzukurbeln, um Neulinge nicht abzuschrecken. So wurde das traditionelle 140-Zeichen-Limit aufgeweicht. Fotos, Videos, Zitate und Umfragen etwa zählen nicht mehr mit. Für Direktnachrichten gilt es gar nicht mehr. Mit Moments gibt es auch eine für alle verfügbare Möglichkeit, mit mehreren Tweets eine durchgängige Geschichte zu erzählen.

Nach dem Kauf von LinkedIn durch Microsoft ist außer Twitter kein unabhängiges Social Network mit weltweit signifikanter Nutzerschaft mehr am Markt. Twitter könnte aber auch nur den Videodienst Vine oder die Anzeigenplattform MoPub verkaufen. Ein Stellenabbau ist anstelle eines Verkaufs, aber auch vorbereitend denkbar.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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