Samsung: Milliardenverlust durch Galaxy Note 7

Samsung wird im dritten Geschäftsquartal 2016 weniger Umsatz machen. Wie das südkoreanische Unternehmenberichtet am gestrigen 17. Oktober 2016 berichtet, rechnet es mit einem operativen Gewinn von umgerechnet etwa 4,2 Milliarden Euro aus. Fünf Tage zuvor lag die Prognose noch bei rund 6,3 Milliarden Euro. Schuld an den Einbußen ist das Debakel um das Smartphone Galaxy Note 7, das Samsung also mindestens 2,1 Milliarden Euro gekostet hat.

In der ursprünglichen Prognose am 7. Oktober war die Rückrufaktion von 2,5 Millionen defekten Galaxy Note 7 bereits enthalten, die zu diesem Zeitpunkt bereits in vollem Gange war. Nach weiteren Vorfällen in den vergangenen Tagen mit rauchenden, brennenden und explodierenden Geräten musste Samsung die Produktion des Smartphones komplett einstellen. Es werden damit also weitere Kosten anfallen, die in der gestrigen Bilanz des nicht berücksichtigt wurden. Damit könnte der Nettogewinn – nicht der operative Gewinn – durch eine Rückstellung für weitere anfallenden Ausgaben niedriger ausfallen.

Samsung Galaxy Note 7

Samsung Galaxy Note 7

Der Verkaufsstopp wird sich nach Einschätzung des Unternehmens auch auf die Verkäufe auswirken. Sie sollen im dritten Quartal nun nur noch rund 47 Billionen Won (37,8 Milliarden Euro) erreichen. Zuvor hatte Samsung mit einem Quartalsumsatz von rund 49 Billionen Won (39,4 Milliarden Euro) gerechnet.

Probleme um Galaxy Note 7 reißen nicht ab

Zusätzliche Kosten ergeben sich unter anderem durch die Weigerung von Transportunternehmen, die defekten Galaxy Note 7 zu transportieren. Schadhafte Lithium-Ionen-Akkus gelten gemäß internationaler Transportvorschriften als Gefahrgut, das nur in speziellen Verpackungen verschickt werden darf. Hierzulande entschloss sich Samsung Anfang Oktober, den Austausch im Rahmen der Abholung des Altgeräts durchzuführen. Nun heißt es auf der deutschen Samsung-Website, man werde in Kürze über das anstehende Rücknahmeprogramm informieren und betroffene Kunden direkt kontaktieren.

Wie Fortune berichtet, hat die britische Royal Mail inzwischen ebenfalls angekündigt, keine Galaxy Note 7 zu transportieren. In den USA wollen FedEx, UPS und US Postal die Geräte nur unter bestimmten Bedingungen annehmen. Dazu gehören feuersichere Umverpackungen. Zudem sind die Bundesstaaten Hawaii und Alaska ausgenommen, da die Geräte nur über den Landweg befördert werden dürfen.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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