Twitter „passt nicht“ zu Salesforce

Salesforce ist aus den Übernahmeverhandlungen mit Twitter ausgestiegen. Grund ist offenbar das Fehlen eines gemeinsamen Nenners, wie CEO Marc Benioff Ende vergangener Woche der Financial Times mitteilte.

Demnach passe Twitter „aus vielen verschiedenen Gründen nicht perfekt“ zu Salesforce, so Benioff. Experten gehen davon aus, dass die Entscheidung eine Reaktion auf die jüngsten Kursverluste des Unternehmens ist, was auch die Anteilseigner skeptisch stimmte.

Mit Salesforce ist der einzige verbliebene Interessent für die Übernahme des Social Network abgesprungen. Damit gerät Twitter weiter unter Druck, das Unternehmen wollte vor der Bekanntgabe von Quartalszahlen am 27. Oktober eigentlich zu einem Verhandlungsabschluss kommen. Seine Aktie verlor nach der Bekanntgabe Benioffs weitere acht Prozentpunkte.

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Vor Salesforce sollen sich die Google-Mutter Alphabet, Apple und Disney nach vorangegangenen Interessenbekundungen von einer Twitter-Übernahme distanziert haben. Im Augenblick ist kein Kaufinteressent mehr bekannt.

Der Social Network hat im ersten und im zweiten Fiskalquartal 2016 die Erwartungen der Wall Street verfehlt. Zuletzt betrug der Nettoverlust 107 Millionen Dollar oder 15 Cent je Aktie. Fürs dritte Quartal erwartet es Umsätze zwischen 590 und 610 Millionen Dollar. Laut Thomson Reuters Starmine schrieb es die letzten 11 Quartale immer rote Zahlen.

Twitter noch immer wichtig für Eilmeldungen

Mit 313 Millionen aktiven Nutzern pro Monat ist Twitter immer noch eine wichtige Quelle für Eilmeldungen. Zunehmend streamt es auch Video, verbreitet etwa in Partnerschaft mit Cheddar US-Wirtschaftsnachrichten, Fernsehshows von Bloomberg und Footballspiele der NFL.

Das stagnierende Nutzerwachstum versucht das Social Network mit Vereinfachungen anzukurbeln, um Neulinge nicht abzuschrecken. So wurde das traditionelle 140-Zeichen-Limit aufgeweicht. Fotos, Videos, Zitate und Umfragen etwa zählen nicht mehr mit. Für Direktnachrichten gilt es gar nicht mehr. Mit Moments gibt es auch eine für alle verfügbare Möglichkeit, mit mehreren Tweets eine durchgängige Geschichte zu erzählen.

Nach dem Kauf von LinkedIn durch Microsoft ist außer Twitter kein unabhängiges Social Network mit weltweit signifikanter Nutzerschaft mehr am Markt. Twitter könnte aber auch nur den Videodienst Vine oder die Anzeigenplattform MoPub verkaufen. Ein Stellenabbau ist anstelle eines Verkaufs, aber auch vorbereitend denkbar.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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