Wikileaks: Julian Assange hat kein Internet

Der in der ecuadorianischen Botschaft in London einsitzende Aktivist Julian Assange muss offenbar ohne Internet zurecht kommen. Wie die Enthüllungsplattform des Australiers, Wikileaks, berichtet, soll staatliche Einflussnahme für die Sperre verantwortlich sein. Die Seite hatte zuletzt brisantes Material zum US-Präsidentschaftswahlkampf veröffentlicht.

Laut Wikileaks stehe die Sperrung von Assanges Account im Zusammenhang mit diesen Veröffentlichungen. Die Enthüllungsplattform hatte zuletzt Redeprotokolle der demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton publik gemacht. Die Vorträge hatte die Politikern unter anderem vor Vertretern der Wall Street gehalten. Sie brachten Clinton viel Kritik ein. Demnach sei die Präsidentschaftskandidatin scheinheilig, wenn es um soziale Fragen geht.

Über die Veröffentlichungen, hinter denen der russische Geheimdienst vermutet wird, war das Wahlkampfteam um Clinton nicht gerade begeistert. Sprecher der Partei werfen Wikileaks Zusammenarbeit mit russischen Hackern vor. Während sich die einen ärgern, könnte ein anderer von den Leaks profitieren: Clintons Rivale um das Weiße Haus, Donald Trump.

WikiLeaks-Gründer Julian Assange

WikiLeaks-Gründer Julian Assange (Bild: Charlie Osborne/ZDNet.com)

Der umstrittene Republikaner nutzte zuletzt jede Gelegenheit, um Clinton wegen ihrer Email-Affäre in Verruf zu bringen. Auch um von einen eigenen Verfehlungen in jüngster Vergangenheit abzulenken. Der milliardenschwere Unternehmer sorgte zuletzt mit einem Video aus dem Jahr 2005 für einen Eklat, in dem er sich mit sexuellen Übergriffen auf Frauen brüstet.

WikiLeaks sucht nach Lösungen

Was aber ist dran an den Anschuldigungen von Wikileaks? Details zur Begründung dieser Anschuldigungen lieferte die Enthüllungsplattform bisher nicht. Assanges Verbindung sei „bewusst getrennt“ worden, ließ Wikileaks am Montagabend wissen. Auch die ecuadorianische Regierung, in deren Londoner Botschaft Assange seit Juni 2012 festsitzt, verkündete lediglich: „Ecuador wird Julian Assange weiter schützen und das 2012 gewährte politische Asyl aufrechterhalten“. Wikileaks kündigte im Zuge der Ereignisse an, man werde „angemessene Notfallpläne“ in Gang setzen.

[mit Material von Chris Schinke, Übergizmo.de]

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