Apple stellt Professor für Künstliche Intelligenz ein

Apple investiert weiter eifrig in den Bereich Künstliche Intelligenz. Um diese Sparte auszubauen, hat der Konzern mit Russ Salakhutdinov einen Wissenschaftler der Universität Carnegie Mellon engagiert. Dies hat der Glückliche gestern selbst auf der Internet-Plattform Twitter bekanntgegeben. Er übernimmt den Posten bei Apple demnach zusätzlich zu seinen akademischen Verpflichtungen.

Salakhutdinov nutzte seinen Tweet auch, um auf die Bewerbungen für sein Team aufmerksam zu machen. Dazu verweist er auf einen Link auf Apples Stellenausschreibungen. Bei dem Unternehmen finden sich aktuell 129 offene Stellen im KI-Bereich.

Das Engagement Salakhutdinovs passt zu Berichten, dass Apple seine Abteilung für Künstliche Intelligenz (KI) weiter ausbauen will. Der Konzern sieht sich in dieser Sparte einer immer größer werdenden Konkurrenz ausgesetzt. Technologie-Unternehmen wie Amazon, Facebook und Google haben zuletzt mit ihren KI-Systemen den Abstand zu Apple verkürzt.

Siri (Bild: Josh Miller/CNET).

Siri (Bild: Josh Miller/CNET).

An dem Sprachassistenten Siri zum Beispiel wird häufig kritisiert, dass er anders als Konkurrenzsysteme keine Nachfragen zu einem Thema versteht. Jede Frage muss bei Null beginnen. Ein Kollege von Salakhutdinov demonstrierte Verständnis-Schwächen Siris, indem er es nach dem neuen Apple-Direktor fragte. Siri interpretierte den Namen als die unsinnige Wortfolge „Ross South Dakota No“.

Seiner Biografie zufolge sind die „primären Interessen“ des neuen Apple-Direktors „Deep Learning, Maschinelles Lernen und großflächige Optimierungen. Hauptziel seiner Forschungen ist es, die rechentechnischen und statistischen Prinzipien zu verstehen, die notwendig sind, um Strukturen in großen Datenmengen offenzulegen.“ Seine Arbeiten wurden in der Vergangenheit von Google Research, Microsoft Research, Samsung, der Militärforschungsbehörde DARPA und dem Rüstungsunternehmen Raytheon BBN gefördert.

Apple für viele KI-Forscher unattraktiv

Im Oktober 2015 hieß es über Apple, die besten KI-Forscher mieden das Unternehmen wegen seiner Geheimhaltungspolitik. „Die wirklich fähigen Leute wollen nicht in eine geschlossene Umgebung, wo alles geheim ist“, berichtete ein Informatikprofessor. Vielmehr gehe es ihnen um persönliche Freiheiten und Austausch. Apple hatte zu diesem Zeitpunkt ebenfalls 120 offene Stellen, deren Beschreibungen „Maschinelles Lernen“ erwähnten.

Um die Lücke zu schließen, scheint Apple vor zwei Monaten das KI-Start-up Turi für 200 Millionen Dollar übernommen zu haben. Turi erlaubt es Entwicklern, KI-Funktionen in ihre Apps zu integrieren. Zu den Investoren zählte Amazon-Gründer Jeff Bezos. Apple führt die Geschäfte von Turi vorerst an dessen Standort Seattle fort.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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