Peinlich: Trump Organization nutzt alte E-Mail-Server

Der Sicherheitsforscher Kevin Beaumont hat entdeckt, dass The Trump Organization bei ihrer Arbeit E-Mail-Server benutzt, die seit mehr als einem Jahr keinen Support erhalten. Das Unternehmen verwaltet die Restaurant- und Hotelketten des Geschäftsmannes und aktuellen US-Präsidentschaftskandidaten Donald Trump.

Laut Beaumont laufen die Server unter Windows Server 2003 und dessen Internet Information Services 6, die seit Juli 2015 nicht mehr gepatcht werden. Für die Authentifizierung werde lediglich das Passwort benötigt.

Die Nutzung unsicherer Software auf derart wichtigen Systemen stellt nicht nur ein erhebliches Risiko dar. Damit verliert Donald Trump auch im Zusammenhang mit seiner Präsidentschaftskandidatur an Glaubwürdigkeit. Der umstrittene Unternehmer und Möchtegern-Präsident wirft seiner Konkurrentin um das Weiße Haus, Hillary Clinton, vor, in ihrer Zeit als Außenministerin einen privaten Mail-Server verwendet zu haben, der schließlich Ziel von Cyberkriminellen wurde.

Donald Trump bei einer Rede auf der Conservative Political Action Conference 2015 in Washington

Donald Trump bei einer Rede auf der Conservative Political Action Conference 2015 in Washington (Bild: Gage Skidmore)

Trump-Anhänger wittern Verschwörung

Für seinen Hinweis wurde Beaumont von Trump-Unterstützern in Sozialen Netzen scharf attackiert. Ihr Vorwurf: Der Sicherheitsforscher hätte Trumps Server gehackt. Dies entspricht jedoch nicht der Wahrheit, da es sich um öffentlich zugängliche Informationen handelt.

Ein Trump-Unterstützer behauptete sogar, Beaumont bei der US-Bundespolizei FBI angezeigt zu haben. Dagegen setzte sich Michael Morisy von der Website MuckRock für Beaumont ein. Ein öffentlicher Hinweis auf Schwachstellen erhöhe stets die Chancen, das Problem zu lösen. „Offene Diskussionen als bösartig darzustellen schade langfristig dem gesamten Sicherheitsbereich.“

Die von der Trump Organization genutzte Software ist über ein Jahrzehnt alt, ihre Unterstützung durch Hersteller Microsoft ausgelaufen – ähnlich wie beim Desktop-Betriebssystem Windows XP. Microsoft empfiehlt, auf eine neuere Version zu wechseln.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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