Gigantisches NSA-Leak: Ex-Mitarbeiter wegen Spionage angeklagt

Die US-Justiz hat sich entscheiden. Harold T. Martin, ein Ex-Mitarbeiter des Geheimdienstes NSA, wird heute wegen Spionage angeklagt. Martin soll über 20 Jahre hinweg Speichermedien und ganze Rechner aus den Büros der NSA gestohlen haben. Auf diesen Computern und Speichermedien sollen sich insgesamt 50 Terabyte Daten befunden haben, viele davon als „geheim“ eingestuft.

Bisher scheint allerdings niemand zu wissen, um welche Daten und Dokumente es sich genau handelt. Es gibt bis dato nur Gerüchte darüber, dass Martin auch die Programme entwendet haben soll, die kürzlich ans Licht der Öffentlichkeit kamen. Die NSA soll diese Programme dazu genutzt haben, sich in Computer-System zu hacken und Informationen anzufangen.

Die US-Justiz möchte Harold T. Martin wegen mehrere Verstöße gegen das US-Espionage-Gesetz hinter Gittern sehen. Jeder einzelne der Anklagepunkte ist mit bis zu zehn Jahren Haft bewehrt. Sollte Martin für schuldig befunden werden, droht im somit eine Haftstrafe von mehreren Dekaden.

Parallelen zwischen Snowden und Martin

Ähnlich wie der Whistleblower Edward Snowden war Martin beim Consultingunternehmen Booz Allen Hamilton angestellt, von dessen 22.600 Mitarbeitern rund 69 Prozent für US-Geheimdienste tätig sind. Ende August fanden Ermittler der US-Bundespolizei FBI in seinem Haus und Auto Dokumente in analoger und digitaler Form. Seitdem befindet sich der 51-Jährige in Haft.

NSA-Hauptquartier (Bild: Wikimedia Commons)

NSA-Hauptquartier (Bild: Wikimedia Commons)

Anfänglich warfen ihm die Behörden lediglich die Entfernung und Aufbewahrung geheimer Unterlagen sowie den Diebstahl von Regierungseigentum vor. Die Ausweitung der Anklage auf Verstöße gegen den Espionage Act deutet darauf hin, dass der Umfang der gestohlenen Daten deutlich größer ist als bisher angenommen.

Die Ermittler gehen zudem davon aus, dass bei Martin eine hohe Fluchtgefahr besteht und er ein Risiko für die Sicherheit der USA und die physische Sicherheit Dritter darstellt. Das geht aus einer Stellungnahme des Staatsanwalts Rod Rosenstein hervor, die der Washington Post vorliegt. Er befürchtet, Martin könne nach einer Entlassung aus der Haft weiterhin auf „große Mengen streng geheimer Informationen zugreifen, die er schamlos missbraucht hat und leicht an andere weitergeben könnte“.

Seit drei Jahren gibt es Hinweise auf einen weiteren NSA-Whistleblower. So wurden Dokumente des Geheimdiensts bekannt, die von einem Zeitpunkt stammen, da Edward Snowden nicht mehr darauf hätte zugreifen können. Neben einem Insider galt bisher auch ein Hack als mögliche Quelle.

[mit Material von Zack Whittaker, ZDNet.com und Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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