Dickes Ding: AT&T kauft Time Warner für über 100 Milliarden US-Dollar

In den USA steht die größte Fusionen des Jahres kurz vor dem Abschluss. Wie das Wirtschaftsmagazin Wall Street Journal am 22. Oktober 2016 berichtet, hat das nordamerikanische Telekommunikationsunternehmen AT&T den Medienkonzern Time Warner übernommen. Die beiden Parteien hätten sich über einen Kaufpreis von 85,4 Milliarden US-Dollar geeinigt, heißt es. Inklusive übernommener Schulden hat sich AT&T den Deal insgesamt 108,7 Milliarden Dollar kosten lassen.

Mit der Übernahme von Time Warner, zu dem die US-Sender CNN und HBO („Game of Thrones“) sowie das Hollywoodstudio Warner Bros. („Mad Max: Fury Road“, „Batman v. Superman: Dawn of Justice“) gehören, stößt AT&T mit großen Schritten ins Mediengeschäft vor. Für den Chef des Konzerns Randall Stephenson ist der Deal nur folgerichtig, beide Unternehmen würden sich perfekt ergänzen, teilte er in einem gemeinsamen Statement von AT&T und Time Warner mit.

„Ein großes Ärgernis für Kunden ist, dass sie einmal für Inhalte zahlen und dann nicht überall und auf jedem Gerät Zugriff darauf haben“, so Stephenson. Das Ziel von AT&T und Time Warner sei es, dies zu ändern. Time-Warner-Chef Jeffrey L. Bewkes spricht von einem „großartigen Tag für Time Warner und seine Aktionäre“. Beide Konzerne hätten die Kommunikations- und Medienlandschaft maßgeblich geprägt.

AT&T übernimmt Time Warner für 85,4 Milliarden US-Dollar

AT&T übernimmt Time Warner für 85,4 Milliarden US-Dollar (Bild: AT&T)

Kritik von Donald Trump

Während die Verantwortlichen den Milliardendeal preisen, reagieren Außenstehende verhaltener auf die Übernahme. Zu den größten Kritikern zählt der Geschäftsmann und aktuelle US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump. Der Republikaner kritisierte in einer Rede in Gettysburg im Bundesstaat Pennsylvania, dass durch die Fusion zu viel Macht in die Hände weniger fallen würde. Sollte er zum US-Präsidenten gewählt werden, würde er dem Zusammenschluss nicht zustimmen.

Stephenson wiegelt solche Bedenken indes ab. Durch die Fusion würde weder ein „Wettbewerber vom Markt verdrängt“ werden noch würden „Wettbewerbsbeschränkungen“ entstehen, so der AT&T-CEO.

Mit der Übernahme von Time Warner steigt mit AT&T ein weiterer Telekommunikationskonzern ins Mediengeschäft ein. Im Jahr 2011 kaufte der US-Kabelanbieter Comcast das Medienunternehmen NBCUniversal auf, zu dem diverse Sender sowie das Filmstudio Universal Pictures und mehrere Fernsehstudios gehören.

Die Hoffnung der krieselnden Telekommunikationsriesen

Der Grund für die Fusionen sind zunehmende Umsatzeinbußen in den Kerngeschäften der Telekommunikationsunternehmen. Durch die Erweiterung ihrer Angebote durch die Inhalte der Medienpartner hoffen sie auf zusätzliche Einnahmequellen. Denn für die Verantwortlichen ist klar: Die Zukunft von Video ist mobil und die Zukunft von Mobil ist Video“, heißt es in dem Statement von AT&T und Time Warner.

Der Zusammenschluss beider Konzerne soll bis Ende 2017 abgewickelt werden. Er muss zunächst von den Time-Warner-Aktionären und den US-Behörden abgesegnet werden.

[mit Material von Thomas Wilke, Übergizmo.de]

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