Facebook ahmt Snapchat mit neuen Features nach

Facebook macht auf Snapchat. Der Social Network testet neue Kamera- und Messaging-Funktionen, die von dem aufstrebenden Konkurrenten inspiriert sind. Zu den Anfang der Woche vorgestellten neuen Features gehören unter anderem digitale Masken, mit denen Fotos überlagert werden können.

Facebook-Nutzer können ihre Bilder zudem durch digitale Rahmen und andere grafische Elemente wie Herzen oder Seifenblasen bereichern. Andere Tools wiederum ahmen die Malstile berühmter Künstler nach.

Mit Funktion Direct können die bearbeiteten Fotos oder Videos an einzelne Freunde oder Gruppen weitergeleitet werden. Wie bei Snapchat lösen sich die Aufnahmen automatisch auf, sobald sie nicht mehr kommentiert werden. Zudem können die Empfänger die Fotos oder Videos nur innerhalb von 24 Stunden seit dem ersten Öffnen erneut ansehen.

Die Zusammenarbeit begann mit großen Hoffnungen (Bild: James Martin / CNET).

(Bild: James Martin / CNET).

Über ein Kamerasymbol in der linken oberen Ecke haben Nutzer Zugriff auf die neuen Features. Oder sie streichen mit dem Finger nach rechts über das Display, dann öffnet sich die Kamera. Die Empfänger erhalten das Bild- und Videomaterial in einem eigenen Ordner, der sie von anderen Facebook-Nachrichten trennt.

Facebook testet die neuen Funktionen bisher nur in Irland. Ob und wann sie auch der Allgemeinheit zur Verfügung stehen werden, ist unklar.

Facebooks Kampf gegen die Konkurrenz

Wahrscheinlich basieren die Filter auf der im März 2016 übernommenen App Masquerade, die Selfies mit animierten Filtern überlagert. MSQRD – Masquerade ist eigentlich nur der Name des Entwicklers – ist weiterhin kostenlos als Standalone-App im Apple App Store und im Google Play Store erhältlich.

Es ist nicht das erste Mal, dass Facebook von Snapchat inspiriert wurde. Für Instagram kupferte Facebook beispielsweise Snapchats Storys-Funktion ab. Es ist jedoch das erste Mal, dass ein Snapchat-artiges Feature direkt in die Facebook-App einzieht. Snapchat, das vor allem bei jungen Nutzern beliebt ist, bereitet derzeit angeblich seinen Börsengang vor. 2013 hatte Facebook erfolglos versucht, das Unternehmen für 3 Milliarden Dollar zu kaufen.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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