Hacker legen Heizungen in Finnland lahm

Die frieren, die Finnen. Laut Medienberichten mussten Bewohner mehrerer Wohnblocks der rund 73.000 Seelen zählenden finnischen Stadt Lappeenranta stundenlang ohne Heizung auskommen. Die Ursache ist ein Hackerangriff. Laut dem Blog “metropolitan.fi” und der Zeitung “Etelä-Saimaa” wurde ein Rechner durch eine DDoS-Attacke lahm gelegt.

Die Betroffenen von mindestens zwei Wohnblocks müssen den Ausfall nicht sonderlich lustig gefunden haben. In Finnland herrschen derzeit Temperaturen von etwa minus sieben Grad. Dabei ist das erst der Vorgeschmack auf die eiskalten finnischen Winter.

Mittlerweile wurde der Cyberangriff bestätigt. Offenbar haben Hacker über das Mirai-Botnet mehrere Rechner zusammengeschlossen. Anschließend haben sie das Ziel über das Internet über zahllose gleichzeitige Abfragen lahmgelegt.

Zwar hat der Rechner versucht, die Attacke über einen Neustart abzuwehren. Doch die Abfragen ließen sich dadurch nicht aufhalten. Nach dem Neustart versagte der Rechner wieder und geriet in eine Boot-Schleife. Dadurch konnte die Heizung nicht arbeiten. Sicherheitsexperten konnten den Angriff letztlich nur dadurch abwehren, dass sie die Netzverbindungen drosselten.

Hacker (Bild: Shutterstock

Hacker (Bild: Shutterstock

Wer steckt hinter dem Hackerangriff?

Die Motivation hinter den Angriffen ist völlig unklar. Auch welche Gruppe dahinter steht, ist derzeit nicht bekannt. Möglicherweise haben die Angreifer mit diesem vergleichsweise weichen Ziel auch nur die Wirkungsweise des Mirai-Botnets getestet.

Denn immer häufiger verwenden Hacker nicht Rechner, um diese zu einem Botnet zusammenzuschließen, sondern vernetzte Geräte wie DVD-Spieler, die meist über keine Sicherungsmaßnahmen verfügen und die über etwa über ein Default-Passwort sehr leicht zu kapern sind. Das Mirai-Toolkit ist übrigens frei verfügbar.

[mit Material von Martin Schindler, IT-Espresso.de]

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