Kein Datenaustausch zwischen Facebook & WhatsApp – vorerst

Facebook legt erst einmal einen Stopp bei seinen Plänen ein, Daten zwischen seinem Sozialen Netzwerk und WhatsApp auszutauschen. Zumindest innerhalb der Europäischen Union wird dieser Datenaustausch vorläufig nicht geschehen. Das gab Facebook am vergangenen Mittwoch überraschend bekannt.

Damit reagiert das Unternehmen auf Bedenken europäischer Datenschützer. Diese hatte sich mit einem offenen Brief an Facebook gewandt und darin Einspruch gegen die geplante Metadatenzusammenführung aus WhatsApp und Facebook erhoben.

Die europäischen Datenschützer verlangten in ihrem Brief an Facebook ein Moratorium beim Datenaustausch zwischen WhatsApp und dem Sozialen Netzwerk. Zuvor sollen die Datenschützer Einblick in den genauen Ablauf dieses Datenaustausches erlangen, um unter anderem dessen Rechtmäßigkeit überprüfen zu können.

Nach Kritik von Datenschützern: Facebook stoppt vorläufig den automatischen Austausch

Darauf reagierten wiederum europäische Datenschützer, sie warfen Facebook Datenmissbrauch vor. Der Konzern stellt sich seitdem auf den Standpunkt, dass seine Praxis nur der Verbesserung von Facebook-Diensten sowie der Personalisierung von Werbung diene.

WhatsApp (Bild: WhatsApp)

WhatsApp (Bild: WhatsApp)

In Deutschland ging unter anderem der Datenschützer Johannes Caspar gegen die Facebook-Pläne vor. Seine Forderung: Nutzer müssten selbst über die Weitergabe ihrer Daten entscheiden können. Nach langem Zögern reagiert Facebook nun auf diese Kritik.

Facebook will Dialog schaffen, um Bedenken auszuräumen

Der vorläufige Stopp des Datenaustausches solle, so verkündete das Unternehmen am Mittwoch, Behördenvertretern die Möglichkeit geben, ihre Sorgen zum Ausdruck zu bringen. Die Maßnahme soll, so Facebook, dazu dienen, Zeit für einen Dialog zu schaffen, der Bedenken nach Möglichkeit ausräumen soll.

Facebook hatte den Messenger-Dienst vor gut zwei Jahren gekauft. Damals hatte das Unternehmen versprochen, dass WhatsApp weiter unabhängig agieren solle und Nutzerdaten getrennt voneinander behandelt werden. Bereits zu diesem Zeitpunkt hielten Datenschützer die Beteuerungen des Social-Media-Riesen für wenig realistisch.

[Mit Material von Chris Schinke, Ubergizmo.de]

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