Kontaktbörse Adult Friend Finder erneut gehackt

Adult Friend Finder ist erneut Opfer eines Hackerangriffs geworden – diesmal in einem weit größeren Umfang als noch im vergangenen Jahr. Nach einem Bericht von LeakedSource wurden insgesamt 412 Millionen Konten des Dating- und Unterhaltungsunternehmens Friend Finder Network offengelegt, dem auch AdultFriendFinder.com gehört.

Rund 339 Millionen Konten stammen demnach von AdultFriendFinder.com, der „größten Sex- und Swinger-Community der Welt“, so die Betreiberfirma über die Plattform. Außerdem umfasst der Hack über 15 Millionen „gelöschter“ Konten, die sich noch in den Datenbanken der Seite befunden hatten. Hinzu kommen 62 Millionen gehackte Konten von Cams.com, sieben Millionen von Penthouse.com sowie einige Millionen kleinerer Websites, die ebenfalls Friend Finder Network angehören.

Der Angriff soll ungefähr zur gleichen Zeit stattgefunden haben, als ein Sicherheitsformer mit dem Namen Revolver bei Adult Friend Finder eine Schwachstelle entdeckt hatte. Durch diese Lücke konnte ein noch nicht identifizierter Angreifer bösartige Code auf dem Webserver ausführen. Revolver bestreitet, für den Angriff verantwortlich zu sein. Er beschuldigt Nutzer einer russischen Underground-Hacking-Site.

(Bild: Shutterstock)

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Schon beim ersten Hack von Adult Friend Finder im letzten Jahr ließen sich die Kontakt- und Profildaten von knapp 4 Millionen Nutzern einsehen. Sie enthielten sensible Informationen einschließlich sexuellen Vorlieben – und ob ein Nutzer nach einer außerehelichen Beziehung suchte.

Nutzer von Adult Friend Finder entblößt

ZDNet.com hat einen Teil der jetzt enthüllten Datenbanken zur Überprüfung erhalten. Eine Analyse zeigte, dass die Daten diesmal nicht sexuelle Vorlieben einschlossen. Die drei größten SQL-Datenbanken der Site enthielten jedoch Nutzernamen, E-Mail-Adressen, Datum des letzten Besuchs sowie Passwörter. Letztere waren entweder im Klartext zu sehen oder mit einem veralteten kryptografischen Standard verschlüsselt. LeakedSource gelang es daher, die Verschlüsselung zu brechen und 99 Prozent aller Passwörter im Klartext sichtbar zu machen.

Die Datenbanken enthielten weiterhin Informationen etwa über eine VIP-Mitgliedschaft, Browserinformationen, die vom Teilnehmer bei der letzten Anmeldung benutzte IP-Adresse sowie von ihm getätigte Zahlungen. ZDNet.com hat die Datenprobe verifiziert, indem es einige der vom Hack betroffenen Nutzer kontaktierte.

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

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