China spioniert Android-Smartphones in USA aus

Einige in den USA verkauften Android-Smartphones haben offenbar eine Software vorinstalliert, die deren Nutzer ausspäht. Wie die New York Times unter Berufung auf Erkenntnisse einiger Sicherheitsforscher berichtet, schickt die Software alle drei Tage Nutzer-Daten an Server in China. Betroffen sollen nur Geräte in der unteren Preiskategorie sein, heißt es.

Inzwischen hat US-amerikanische Smartphone-Hersteller Blu den Missbrauchstatbestand eingeräumt . Demnach sammle die App eines Drittanbieters „unerlaubt persönliche Daten von Kunden in Form von Textnachrichten, Anruflisten und Kontakten“. Die als Backdoor eingestufte App „Adups“ sei auf 120.000 Blu-Smartphones vorinstalliert worden. Mit einem Software-Update wurde diese mittlerweile deaktiviert.

Laut den Forschern des Sicherheitsanbieters Kryptowire könne die App „einzelne Nutzer und Textnachrichten erkennen, die aus der Ferne definierten Schlüsselwörtern“ entsprechen. Zudem könne man mit der Adups-Software aus der Ferne Befehle mit Systemrechten ausführen und Geräte neu programmieren.

Smartphone Hacker (Bild: Shutterstock/drical)

Smartphone Hacker (Bild: Shutterstock/drical)

Unklar ist dem Bericht zufolge, für welchen Zweck die Adups-Software auf günstigen Android-Geräten in den USA vorinstalliert wurde. Denkbar sei eine Operation des chinesischen Geheimdiensts oder Data Mining.

In den USA ist Blu in erster Linie als Anbieter SIM-Lock-freier Smartphones bekannt. Die Produkte des Unternehmens werden dort über Amazon oder Handelsketten wie BestBuy vertrieben. Auch in Lateinamerika sind die günstigen Android-Smartphones des 2009 gegründeten Unternehmens beliebt. Hierzulande sind Produkte von Blu derzeit fast ausschließlich bei Amazon erhältlich.

Das sagt App-Hersteller zur Datenspionage

Das in Shanghai ansässige Adups Technology, Herausgeber der fraglichen Software, nennt auf seiner Website auch die chinesischen Hersteller ZTE und Huawei als seine Kunden. In einer Stellungnahme betont das Unternehmen, es nehme die Privatsphäre von Kunden und Nutzern sehr ernst. Die gesammelten Daten würden nur benutzt, um unerwünschte Textnachrichten und Anrufe von Werbetreibenden auszusortieren.

2012 hatte der US-Kongress Huawei und ZTE vorgeworfen, sie würden ihre Netzwerk-Hardware mit Hintertüren ausstatten, was beide Unternehmen bestritten. Die Abgeordneten befürchteten, China könne Netzwerke der US-Regierung kompromittieren – von den Smartphones beider Firmen war zu dem Zeitpunkt keine Rede.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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