Vier Hacker wegen Betrugs mit FIFA-Coins angeklagt

Im US-Bundesstaat Texas hat ein Prozess gegen Hacker begonnen, die mit gestohlenen FIFA-Coins ein Vermögen erwirtschaftet haben sollen. Der Vorwurf der Anklage: Die vier Cyber-Kriminelle haben auf illegale Weise virtuelle Münzen von den Servern des Spieleherstellers Electronic Arts (EA) erbeutet und auf dem Schwarzmarkt verkauft. Dabei sollen sie reales Geld im Wert von 15 bis 18 Millionen Dollar verdient haben.

Die In-Game-Münzen sind in der FIFA-Sportspiel-Videoserie von Electronic Arts sehr umstritten. Auf der einen Seite können sie durch die Leistung der Spieler gewonnen werden. Auf der anderen Seite kann man sie aber auch vom Spielehersteller käuflich erwerben. Mit den Coins kann man wiederum Spieler-Pakete kaum, um mit einer verstärkten Mannschaft im Videospiel besser aufgestellt zu sein.

Die Anklage in Texas beschuldigt Anthony Clark, Nicholas Castellucci, Ricky Miller und Eaton Zveare, mit dem Einsatz einer von ihnen geschriebenen Software auf den Electronic-Arts-Servern Münzen-Bestände “abgebaut” zu haben. Der Code lief auf einer modifizierten Spielekonsole und soll den Servern von Electronic Arts vorgetäuscht haben, dass Tausende Fußballspiele erfolgreich absolviert wurden und man daher Anspruch auf FIFA-Coins habe.

Verkaufen konnten die Betrüger die trickreich eingesammelten Münzen mühelos über florierende Schwarzmarkt-Angebote in China und Europa. Suchmaschinen werfen zu einer Suche nach FIFA-Coins reichlich Ergebnisse aus.

Motivfoto Hacker (Bild: Shutterstock)

Der Coup lief irgendwann im Jahr 2013 an und fand erst am 17. September 2015 ein jähes Ende, als das FBI auftauchte. Die US-Bundespolizei beschlagnahmte rund drei Millionen Dollar, Luxusautos wie etwa einen 2014 gekauften Lamborghini, Computer sowie Xbox-360-Konsolen. Aufgrund seiner Ermittlungen warf das FBI den Angeklagten vor, zu einer Hackergruppe namens RANE Developments zu gehören.

Hacker mit krimineller Vergangenheit

Belastet wurden die Angeklagten von Austin Alcala, einem mit dem FBI kooperierenden Mitglied der Hackergruppe Xbox Underground. Ihm und anderen Hackern wurde schon 2014 vorgeworfen, Software von Microsoft, Valve und anderen Firmen gestohlen zu haben.

Von Alcala erhielten die FIFA-Hacker Xbox-Development-Kits. Mit einem Programm namens Interactive Disassembler gelang ihnen das Reverse-Engineering einer Piratenkopie von FIFA 14. Sie benötigten dafür mehrere Monate. Aber es versetzte sie in die Lage, ein Tool zu schaffen, mit dem sie reichlich geldwerte FIFA-Münzen von den EA-Servern abräumen konnten.

[mit Material von Bernd Kling, IT-Espresso.de]

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