Apple iPhone: steigende Kosten, fallende Bruttomargen

Das iPhone kommt seinem Hersteller Apple immer teurer zu stehen. Mit schwerwiegenden Folgen für die Gewinnspanne des Konzerns. Wie Analysten von Bernstein Research errechnet haben, wird Apples Bruttomarge in der Smartphone-Sparte bereits im nächsten Jahr unter 40 Prozent sinken. Bis 2018 soll sie sogar auf 39 Prozent abfallen. Der Grund liegt für die Analysten auf der Hand: steigende Produktionskosten.

Im Jahr 2009 hatte Apple mit seinen iPhones noch eine Bruttomarge von 57,7 Prozent erzielt. Zwei Jahre später fiel sie auf 54,5 Prozent. Nach einem Anstieg auf über 56 Prozent im Jahr 2012 folgte 2013 die große Ernüchterung: ein Absturz auf 45,1 Prozent. Dieses Jahr hat die Bruttomarge den bisher tiefsten Stand erreicht: 40,8 Prozent.

„Wir glauben, dass die Bruttomarge möglicherweise zu einem größeren Problem wird, da wir uns der Veröffentlichung des iPhone 8 nähern und dessen neuer Formfaktor, OLED-Screen und neue Funktionen wie drahtloses Laden die Materialkosten ausnahmslos nach oben treiben werden“, schreiben die Analysten in ihrem Bericht. Wenn Apple dem nicht durch Preisanstieg entgegenwirkt, muss das Unternehmen für das Fiskaljahr 2018 weitere Verluste der Bruttomarge in Kauf nehmen.

iPhone 8 mit drei Modell- und Displayvarianten?

iPhone 8 mit drei Modell- und Displayvarianten? (Bild: Apple)

Allerdings wird es für Apple auch immer schwieriger, höhere Preise für seine Smartphones durchzusetzen. Im vierten Fiskalquartal 2015 erzielte Apple pro verkauftem iPhone einen Umsatz von 670,38 Dollar. Ein Jahr später, also zwischen Juli und September 2016, waren es nur noch 618,72 Dollar. Dazu trug unter anderem das laut Apple bei vielen Kunden sehr beliebte iPhone SE bei. Ob das iPhone 7 und hier vor allem die mindestens 869 Euro teure Variante „Diamantschwarz“ eine Kehrtwende bringt, wird sich erst im Januar 2017 zeigen.

iPhone: Kosten fressen Umsätze auf

Nach Ansicht der Analystin Katy Huberty von Morgan Stanley hat Apple jedoch die Nachfrage nach dem iPhone 7 anfänglich zu konservativ eingeschätzt, was sich negativ auf das Dezemberquartal auswirke. Unter anderem müsse das Unternehmen nun in den Ausbau der Produktionslinien investieren.

Steven Milunovich und Benjamin Wilson von der Investmentbank UBS erwarten zudem, dass die Plus-Modelle künftig keine deutlich höhere Marge erzielen werden als das Standard-iPhone. „In Abhängigkeit von den Preisaufschlägen könnten größere Bildschirme den Durchschnittspreis erhöhen. Die Margen könnten jedoch sinken, da die höheren Fertigungskosten die höheren Verkaufspreise auffressen.“

Ein Lichtblick ist möglicherweise das iPhone SE. Sollte Apple wie vermutet im kommenden Jahr auf eine Aktualisierung des 4-Zoll-Smartphones verzichten, würde dessen Marge, gleichbleibende Absatzzahlen vorausgesetzt, auf alle Fälle steigen.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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