Hoffnung für Start-ups: Google eröffnet Campus in Berlin

Google will in Berlin einen Campus einrichten, der die Entwicklung örtlicher Start-up-Unternehmen fördern soll. Damit würde die deutsche Hauptstadt weltweit die siebte Stadt mit einer solchen Einrichtung sein. London, Madrid, São Paulo, Seoul, Tel Aviv und Warschau haben bereits einen Campus.

Die Entwicklung eines lokalen Start-up-Ökosystems ist bereits seit längerem Googles Anliegen. Seit einigen Jahren fördert der Konzern auch das Factory Berlin, das in Berlin-Mitte einen Start-up-Campus betreibt und sich als „Innovations-Community“ versteht. Der neue Campus in der größten deutschen Stadt entsteht im Rahmen der Initiative Google for Entrepreneurs.

Die Förderung aufstrebender Unternehmen sieht Google im Kontext seiner eigenen Geschichte. Einer der erfolgreichsten Konzerne der Welt hat ebenfalls „als Start-up in einer Garage angefangen“, daher liege die „Unterstützung von Start-ups uns sehr am Herzen“, verriet die für die Initiative verantwortliche Google-Managerin Bridgette Beam. „Wir hoffen, mit dem Campus Berlin die Start-up-Community zu stärken und die Innovation in Europa weiter ankurbeln zu können. Das Umspannwerk ist dafür ein ausgezeichneter Ort.“

Errichtet wird der Campus im historischen Umspannwerk an der Ohlauer Straße im Ortsteil Kreuzberg. In den 1920er Jahren erbaut, wird das Gebäude heute vor allem als Veranstaltungsort genutzt. Nach der Campus-Eröffnung im kommenden Jahr sollen Unternehmerinnen und Unternehmer sich hier fortbilden, Kontakte knüpfen und ihre Firmen aufbauen können. Im Vordergrund stehen soll die Vermittlung von praktischem Wissen durch Training.

Pressekonferenz mit Google-Manager Philipp Justus und dem Regierenden Bürgermeister

Pressekonferenz mit Google-Manager Philipp Justus und dem Regierenden Bürgermeister (Bild: Christoph Wehrer/Google)
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Allein im letzten Jahr wurden laut Google an den bisherigen Campus-Standorten über 38.000 Trainingsstunden absolviert, etwa im Bereich Produktmanagement- und design. Darüber hinaus standen Google–Mitarbeiter als Mentoren zur Beratung bereit. Für eine vielseitige Gründerszene sollen Programme wie „Campus for Moms“ und „Founders over 50“ sorgen.

„Heute ist ein guter Tag für Berlin!“ lobte der Regierende Bürgermeister Michael Müller die Pläne. „Berlin als eine der weltweiten Top Ten Start-up-Metropolen ist dafür wie geschaffen. Talente aus aller Welt zieht es in unsere Stadt, um hier etwas Neues anzugehen.“ Nicht zuletzt die Offenheit der Stadt biete dafür einen idealen Rahmen.

Berlin ködert britische Start-ups

Nach der Brexit-Entscheidung wirbt Berlin auch aktiv um britische Start-ups. Zu diesem Zweck eröffnete die Standortförderungsagentur Berlin Partner im Londoner Stadtteil Soho eben einen Pop-up-Store. Eines der naheliegenden Argumente ist dabei, dass die Stadt London Zuwanderern gegenüber nicht mehr so offen eingestellt ist wie früher – Berlin hingegen liege geografisch in der Mitte Europas, biete eine gute Infrastruktur und günstigere Lebenshaltungskosten.

Als „dreist“ bezeichnet die Daily Mail diese Abwerbeaktion. „Politiker in Berlin sehen Brexit als Chance, um junge Tech-Firmen anzulocken“, schreibt die britische Zeitung. Sie befürchtet insbesondere den Wegzug von Start-up-Unternehmen aus London, die an neuen technologischen Lösungen für den Finanzsektor arbeiten („Fintech“).

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

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